Olli Banjo: „Irgendwann hatte ich den Vibe, der total durch die Großstadt geprägt war.“

Olli Banjo

Olli Banjo ist wieder da. Zwei Jahre nach seinem letzten Release „Wunderkynd“ meldet sich der Kölner Rapper mit seiner neuen Platte „Großstadtdschungel“ zurück. Nach mehrfachen Schwierigkeiten mit der Veröffentlichung seiner neuen Platte ist es nun endlich soweit. Am letzten Freitag erschien das neue Album. Ein Album, welches vor allem sozialkritische, politische Themen behandelt und sich dabei auch noch von der Großstadt inspirieren lassen hat. BACKSPIN hat mit ihm über seine neues Album gesprochen.

Foto: Katja Kuhl

Wie kam der Titel zustande und welche Bedeutung hat er?

Das war eine Bestandsaufnahme. Ich bin in Aschaffenburg aufgewachsen, wohne aber seit 15 Jahren in Köln. Ich hab mit den Jungs abgehangen, was eine Zeit war, in der wir viel feiern waren. Mir ist das alles zu der Zeit wie ein Film vorgekommen. Wir haben uns die Frage gestellt, was der Unterschied zwischen einer Groß- und einer Kleinstadt ist und was eine Großstadt ausmacht. Irgendwann hatte ich den Vibe beim Musik machen, der total durch die Großstadt geprägt war. Die Großstadt hat mich auch maßgeblich geprägt. Dann kam der Titelsong mit den Metaphern und somit habe ich dann auch das Album so genannt.

Was ist die Grundaussage der Platte, welche Themen werden behandelt und welchen roten Faden verfolgt das Album?

Der Grundtenor ist auf jeden Fall sehr sozialkritisch und politisch. Es befinden sich sehr politische Songs auf der Platte, allerdings gibt es nicht nur diese. Beispielsweise „Arschloch dumme Sau“, welcher von Liebe handelt, aber trotzdem auch über Politik in der Liebe, Streits und wie man damit klar kommt. Auf der Platte werden viele Konflikte behandelt. Die Grundaussage ist auf jeden Fall kritisch und politisch.  

Olli BanjoWer zeigt sich das für das Cover verantwortlich? Wie ist die Idee dazu entstanden und welche Bedeutung hat es?

Ich mache schon seit Ewigkeiten mit Katja Kuhl meine Fotos, die auch eine meiner besten Freundinnen ist. Sie hat immer sehr geile Flashs, wie man so etwas umsetzt. Auf dem Cover ist der Betondschungel zu sehen, um den es primär geht. Die Topfpflanze an der Seite ist eine kleine Hommage an meinen Lieblingsfilm „Leon der Profi“, in dem die Pflanzen für Liebe, Hoffnung und Leben stehen, was ich so übertragen habe.

Was ist in der Deluxebox enthalten?

Das wichtigste ist das extra Album mit zehn weiteren Songs. Außerdem befindet sich noch ein T-Shirt und ein Bandana in der Box.

Wer war für die Produktion des Albums verantwortlich? Wer hat welche Rolle gespielt und wieso hast du dich genau für diesen/ diese ProduzentInn entschieden? 

Ich habe das Album komplett selbst produziert. Bei meiner letzten Platte „Dynamit“ habe ich auch alles selbst gemacht. Es hat sich einfach so ergeben, was nicht heißt, dass ich die nächste Platte nicht auch mit anderen ProduzentInnen zusammen machen würde. Diesmal hatte ich einfach wieder Bock das selber zu machen. Auch um den roten Faden selber gestalten zu können, denn ich finde es immer besser, wenn Alben konzeptionell sind und auch soundtechnisch stimmig sind.

Wo und in welchem Studio ist das Album entstanden und wieso? Gibt es einen besonderen Grund für den Ort? 

Ich habe alles komplett zuhause produziert. Mir gefällt es einfach gut zuhause zu arbeiten. Früher bin ich immer in Studios gefahren, aber heute ist es einfach angenehmer, das bei mir zu machen. Es ist auch geil seine Ideen direkt umsetzten zu können, wenn man sein ganzes Equipment bei sich hat. Es ist einfach sehr unmittelbar und direkt, was ich sehr gut finde.

Gibt es Features? Wieso hast du dich genau für diese Features jeweils entschieden?

Ich habe mir bei allen Songs Gedanken gemacht, welcher Künstler nun auf welchen Song gut passen würde. Es gab natürlich Künstler, mit denen ich schon immer mal etwas machen wollte und in den meisten Fällen hat das auch glücklicherweise geklappt. Auch Leute mit denen ich vorher schon zusammen gearbeitet habe sind drauf und ich finde, dass es jetzt am Ende eine echt gute Mischung geworden ist. Zum Teil haben sich auch Rapper in einem Kontext gezeigt, in dem man sie nicht kennt.

Wer oder was hat dich für dieses Album in welcher Weise inspiriert, was Sound und Inhalt betrifft?

Wie gesagt: Inspiriert hat mich die Großstadt und vor allem Köln. Auch die Unterschiede zwischen Groß- und Kleinstädten.

Wie viel Zeit hat die Produktion in Anspruch genommen? Inwiefern wirkt sich die Arbeitsweise auf den Produktionsprozess aus?

Schwer zu sagen. Ich glaube insgesamt hat der Produktionsprozess rund ein Jahr in Anspruch genommen. Es ist auch nicht so, dass ich ein Jahr lang durchgearbeitet habe, aber der Zeitraum in dem es entstanden ist, beläuft sich ungefähr auf ein Jahr.

Wessen Meinung ist dir während eines Albumprozesses wichtig und wieso?

Ich spiele es meistens nur Freunden vor. Die Meinung von ihnen ist mir dann auch sehr wichtig. Auf der einen Seite bin ich allerdings im Tunnel wenn ich produziere und fahre meinen Film, andererseits ist es auch wichtig Leute zu haben, die einem Tipps geben, einem gute Sachen sagen und sich konstruktiv mit einbringen.

Auf welchem Label wird die Platte releast und wieso?

Die Platte erscheint, wie auch mein letztes Album, auf Delta Music.

Existiert ein Song, der besonders viel Arbeit gebraucht hat und wenn ja, wieso konkret?

Eigentlich steckt super viel Arbeit in allen Songs, was nicht heißt, dass man lange braucht. Manchmal kann es auch sein, dass alles relativ schnell entsteht und gerade deswegen gut ist. Wahrscheinlich saß ich am längsten an dem Track mit Prinz Pi „Verdammt lang her“. Wie gesagt, ich finde nicht, dass die geilsten Dinger die sind, an denen man lange arbeitet. Wenn man schnell auf den Punkt kommt, dann hat das auch seine Vorteile.

Welcher ist dein persönlicher Lieblingssong auf der Platte?

„Großstadtdschungel“, „Skinhead“ und „Rosa Panzer“ sind vermutlich die, die mir am besten gefallen.

Welche ist die beste Line auf der Platte?

„Eins steht für Eminem, zwei steht für Nas, ich bin der beste Rapper der Welt, leck mich am Arsch“

Wie unterscheidet sich das Album von seinem Vorgänger?

Ich würde sagen, dass es eine traditionelle Olli Banjo Platte ist. Geistlich ist sie am nächsten an „Erste Hilfe“. Der markanteste Unterschied ist wahrscheinlich, dass sie traditioneller geworden ist, als die Platte davor.

Welche Relevanz haben die Charts für euch? Welche Erwartungen hast du an die Chartplatzierung dieser Platte?

Es wär schon cool, wenn das Album in den Top Ten chartet.

Warum sollten Fans genau dieses Album unbedingt kaufen? Womit kann die Platte überzeugen?

Die Platte ist einfach super emotional und ich glaube man kann dem Album auch inhaltlich super viel abgewinnen. Themen können aus einem andern Blickwinkel gesehen werden, da ich gerne aus unterschiedlichen Sichtweisen meine Sicht der Dinge schildere. Es ist einfach eine verdammt geile Rap-Platte. Ich hab mir super viel Mühe beim Schreiben gegeben.

Was wird den Hörer an der Platte überraschen? Womit rechnet man zunächst nicht?

Die Platte ist soundtechnisch sehr eigen geworden. So etwas wird es nicht nochmal geben. Das Album ist einfach von mir selbst und nicht von irgendeinem Rapper, der sich seine Texte schreiben lässt.

Wie geht es nach Release für dich weiter? Welche Projekte sind geplant? 

Ich sage ja immer: „Nach der Platte ist vor der Platte“. Ich bin Musiker aus Leidenschaft und deshalb werde ich wieder eine Platte machen.

Wirst du mit dem Album auf Tour gehen? Ab wann und was wird einen auf Tour erwarten?

Ich werde auf jeden Fall ab Herbst unterwegs sein, was euch erwartet verrate ich jedoch noch nicht (lacht).

Track by Track

Das Album „Großstadtdschungel“ könnt ihr hier bestellen.

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