Zwischen den Zeilen mit Verrückte Hunde zu „Tohuwabohu“

Am 30. Januar 2015 releasen die Verrückten Hunde ihr Album „Tohuwabohu“. Streng genommen ist es ein Re-Release. Bei uns im Interview geben sie Auskunft über den Produktionsprozess und bereiten ihre Fans mental auf ihre Platte vor.

Was für eine Idee/ ein Konzept steckt hinter eurem Album „Tohuwabohu“?
Streng genommen handelt es sich ja um ein Re-Release: im Juli 2014 haben wir, wie immer auf eigene Faust, 500 Vinyls pressen lassen und eine unvergessliche Releaseparty gefeiert. Außerdem haben wir wie bekloppt Videos gedreht. Irgendwas hatten wir scheinbar richtig gemacht, denn irgendwie kam auf einmal eine Welle an Props aus allen Richtungen auf uns zu und gewisse Menschen wollten sich mit uns über gewisse Dinge unterhalten. Und eine dieser Konversationen sowie ein filmreifes Vertragsverhandlungsszenario führten dann dazu, dass wir mit diesem Ramin über Chapter One / Universal ab jetzt unsere Scheibchen vertreiben.
So, und da das Feedback zu Tohuwabohu so gut war und wir bisher weder digital, noch auf CD releast hatten, ist das Re-Release jetzt die logische Konsequenz, die erste Auflage ist auch mittlerweile ausverkauft.
Wir wollten allerdings unbedingt noch einen Bonus-Song auf die Neuauflage klatschen, woraus dann zwei neue Tracks wurden, die wir so wow-dasja-noch-fetter-als-die-alten-Songs-mäßig feiern, daher wird es zu den unveröffentlichten Songs nochmal zwei neue Videos geben. Außerdem haben wir neu gemastered, Foxn saß mit dem guten Kova vor einer wunderschönen, analogen Mastering-Kette und holte vom Sound noch mal einiges raus.

Was gibt es zu dem/den Feature/s zu sagen?
Für einen der neuen Songs haben wir den zu Unrecht unbekannten, aber übertrieben dopen „Lorenz“ gefeatured. Er hat bei Foxn sein Album „Wurzel, Stamm und Krone“ aufgenommen und wird seitdem von der Keep It Movin Squad hart gefeiert und gehört eigentlich schon fast dazu. Ich hab gehört, der greift jetzt Beats von Geraet und Al Dente ab, just gossip.
Und wenn gar nix mehr geht, und keiner mehr weiter weiß…haben wir immer noch Rollo. Punkt.

Wie lief die Produktion ab?
Die Beats hat allesamt Arranger Danger, der sich Scu in seiner Freizeit nennt, produziert; entweder allein oder mit Al Dente, Kova, Geraet, Mecstreem oder Torky Tork zusammen. Raps geschrieben, diesmal schnell aufgenommen, Scratches von den Cutcannibalz und Al Dente drauf, Foxn mischt die Teile rund und fertig.
Für die neuen Songs wurde ein Beat gepickt, der der Beste von den übrig gebliebenen Beats für Tohuwabohu war (Auf die Plätze fertig flow). Damals wollten wir nicht noch so’n Greenthumb-Beat, sollte eigentlich auf’s dritte VH-Album. Mittlerweile ein Sureshot.
Den Beat für „Metropol“ hat Arranger Danger kurz mal gebastelt, das Thema und die Bilder waren vorher klar und Lorenz hat mal schön einen vorgelegt. Zu dritt die Hook in der Studioküche geschrieben und fertig.

Was erwartet den Hörer inhaltlich auf „Tohuwabohu“?
Kontrabässe. Trompeten, Tröten. Drums aus der Rumpelkammer. Arranger Danger-Flächen. Noch ne Trompete. Stirnbänder. Ach so, inhaltlich…überlesen. Lass ich trotzdem stehen, liest sich ja ganz gut. Also, inhaltlich ist so alles mögliche vertreten. Einige von diesen typischen VH-Songs, die ein Thema haben, was eigentlich keins ist und dann aber irgendwie doch („Katzen müssen draußen bleiben“, „Enterhaken“, „Irgendwie verrückt“). Oder auch erheiternde Kurzgeschichten („Der DJ hat doch nich mehr alle Platten im Schrank“, „Wer hat hier das Weed gestreckt“), Songs über das allumfassende Hip Hop-Thema („Gerri baut die Bouncer“, „Ohne mich“, „Mundpropaganda“), aber auch gesellschaftskritische Tracks („Burnout“, „Metropol“). Insgesamt überwiegt schon das funky Zeug mit dem eher positiven Vibe, allerdings geht es hier und da auch mal in die Tiefe.

Eine kleine Randnotiz rund um das Album?
Das Album wird es zur Neuauflage in fettem VH-Stirnband-grün auf limitiertem Doppel-Vinyl (inkl. CD) geben, außerdem gibt’s erstmalig CD’s (braucht der Gee von heute nach wie vor in seiner Karre yo) und wir sind digital erstmalig überall am Start und stürmen die iTunes-Charts mit „Wer hat hier das Weed gestreckt“.

Von Track zu Trac

1. Kann Losgehn
Nach wie vor ein superdoper Introbeat, kommt auch bei Live-Auftritten immer top am Anfang.

2. Auf Die Plätze Fertig Flow!
Sportiver Style-Song, aber vor allem der allerbesteste Live-Song, den wir haben.

3. V Zu Dem H
Der killt live mindestens genau so, wenn die Leute Bock haben. Gibt’s jetzt übrigens auch als sicken Torky Tork Remix!

4. Der Dj Hat Doch Nich‘ Mehr Alle Platten Im Schrank
Der Song bzw. dieses Video hat uns wohl einige Möglichkeiten eröffnet, nach wie vor unser „Insane in the membrain“. Checkt den Dramadigs Remix dazu!

5. Katzen Müssen Draußen Bleiben
Euch Pussys werd‘ ich’s Mic wütend über die Rübe ziehen wie’n übel riechender Prügelriese von soner Südtribühne.

6. Gerri Baut Die Bouncer
Ein paar schöne Worte über Hip Hop von uns. Alltimeclassic Beat. Wer diese alten Schinken nicht so mag, für den gibt’s jetzt „Mecs baut die Bouncer“ als bangenden Mecstreem Remix.

7. Ohne Mich
Ein paar böse Worte über Hip-Hop von uns. Es macht unfassbar Bock, live über diesen Beat zu rappen, da kann man so richtig schön drin versinken. Hierzu hat Mr.GoldenEars Kova auch einen dicken Remix gebastelt!

8. Wer Hat Hier Das Weed Gestreckt
Arranger Danger in full effect. Wie die Drums auch klatschen und der Kontrabass ballert, fasziniert uns immer wieder. Und am Ende kommen Scratches mit 2Pac. Danger!

9. Das Stirnband
Locker, flockig, skillig, flowig – alles für unsere Lieblings-Kopfbedeckung.

10. Enterhaken
Ist schon ne geile Karre in dem Video… Teamrap-Battlesong, eingefasst vom Piratenthema, geht live ebenfalls gut nach vorne. Wer sich an noch mehr Funkyness traut, dem legen wir den Geraet Remix ans Herz, da geht’s richtig rund.

11. Burnout
Heimlicher Lieblingssongs der Mcees…ein Truthteller. Übrigens beste Snare der Platte, munkelt man.

12. Mundpropaganda
Auch ein schönes Teamrap-Ding, spielen wir mittlerweile aber nicht mehr live.

13. Geschichten Aus Der Rumpelkammer
Fickt alles.

14. Irgendwie Verrückt
„Du hast keine Wahl wie jemand mit kaputter Harpune und dem falschen Pronomen“. ‪#‎RolloIsCrazy

15. Metropol
Das ist wohl der neue Lieblingssong in der Gäng. Fühlt sich noch Schritt weiter an als die anderen Songs, hat einen krassen Vibe und baut sich schön auf über die drei Strophen. Und ey, checkt diesen Lorenz aus!

16. Der Letzte Macht Die Tür Zu
Tür zu, führt zum, Irrtum. Wird gut. Birgt Groove. Stirbst du. Hirschkuh. Pengpeng!

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Daniel absolvierte 2014 ein Praktikum als Redakteur bei der BACKSPIN. Zur Zeit studiert er Kommunikations- und Medienwissenschaften in Bremen und bleibt der BACKSPIN als freier Mitarbeiter erhalten.

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