Zwischen den Zeilen mit LUX zu Lukas

Im Mai veröffentlichte LUX sein Debütalbum „Lukas„. Zuletzt gab es ein „Hi, my Name is…“ mit dem Künstler und im Zuge des neuen Albums haben wir nun unser Format „Zwischen den Zeilen“ mit LUX gemacht. Viel Spaß!

Was für eine Idee/ ein Konzept steckt hinter deinem Album „Lukas“?
Hinter dem Album steckt nicht direkt eine einzelne Idee oder ein ganzes Konzept. Mein Ziel war es eher eine persönliche Platte zu machen und so viel wie möglich von mir und aus meiner Sicht zu erzählen. Deswegen habe ich sie auch nach meinen richtigen Namen,„Lukas“ ,benannt.
Außerdem war es ein großer Traum von mir, ein richtiges Album fern von den ganzen Free- und Internetreleases zu machen. Ich wollte unbedingt etwas in der Hand halten, von dem ich sagen kann, dass ich es selber gemacht habe.

Was gibt es zu dem/den Feature/s zu sagen?
Die Features sind Edgar Wasser, Boshi San, BBou, Whusnek, Adolessonz, Teekanne und Times.
Mir ist es wichtig mit Leuten Musik zu machen, zu denen ich eine persönliche Verbindung habe. Viele der Featuregäste sind inzwischen gute Freunde von mir geworden. Ich hätte kein Interesse über das Internet einfach irgendwelche Parts zu verschicken. Damit wär ich nicht glücklich. Wir haben uns immer zusammengesetzt und ein Thema gesucht, dass uns beide interessiert und verbindet. Dann haben wir zusammen geschrieben und aufgenommen. Es war eine schöne Zeit.

Wie lief die Produktion ab?
Bei den Produzenten ist es ähnlich wie bei den Features. Wir hängen oft sowieso miteinander ab und wenn dabei etwas entsteht ist es cool. Die Produktionsphase hat bei dem Album auf jeden Fall länger gedauert. Aber es sind ja auch 17 Tracks (lacht).
Ich war 2012 für 5 Monate in Madrid. Davor habe ich mir von den Produzenten Beats gepickt und einen Großteil der Songs in Spanien geschrieben. Dort hatte ich ein komplett anderes Leben als hier in München. Das hat mir viel Inspiration gegeben. Als ich zurück kam, habe ich gleich mit dem Recording begonnen. Teilweise bei mir zuhause, teilweise bei meinem Kumpel PAULINGER in der Clemo58. Zu dieser Zeit haben wir auch in beiden Locations die „Tourette-Syndrom Ep“ von Edgar Wasser aufgenommen. Danach hat Cap Kendricks das ganze abgemischt. Ich saß daneben und habe meine unqualifizierten Kommentare abgegeben (lacht). Dann folgte noch das Mastering und jetzt ist das Ding endlich da. Ein tolles Gefühl.

Was erwartet den Hörer inhaltlich auf „Lukas“?
Ich hatte keine Lust Themen anzusprechen, die mit mir selber nichts zu tun haben. Ich habe Erlebnisse aus meinem Leben genommen und Songs daraus gemacht. Was dabei rausgekommen ist, könnt ihr ja jetzt selber hören.

Eine kleine Randnotiz rund um das Album?
Bestimmte Erwartungen an das Album gibt es nicht. Es ist ja schon fertig (lacht). Und es ist so wie es ist. Ich freu mich über jeden der das Ding hört und sich damit identifizieren kann. Alles was es vorantreibt ist super geil, aber alles was nicht passiert ist auch okay. Ich bin glücklich Musik machen zu können und nach ein paar Jahren jetzt auch ein eigenes Album in den Händen zu halten.

 

Von Track zu Track

Das erste Mal:

Ich wollte nicht so ein Standard Intro machen. Also habe ich mir ein bisschen was anderes überlegt. Wie Dendemann schon gesagt hat: „ Alles machst du irgendwann zum ersten mal.“

Stillstand:

Wenn du Sachen einfach nur für dich machst, wird das in der Gesellschaft oft als Stillstand angesehen. Ich versuche immer wieder darauf zu scheißen und auch ohne den vorgegebenen, „geraden“ Weg nicht in Stillstand zu verfallen. Klappt bis jetzt ganz gut (lacht).

Zufriedenheit mit Edgar Wasser:

Edgar Wasser hatte seinen Part schon geschrieben und ich war total geflashed. Dann haben wir einen ganzen Song darauf aufgebaut. Den Beat hat auch Edgar Wasser produziert. Geschrieben hatten wir einen Großteil des Tracks aber auf einen anderen Beat.

Spontan:
Dieser PAULINGER Beat hat mir sofort dieses besondere Gefühl gegeben. Ich hatte zu der Zeit ein paar sehr spontane Aktionen gebracht. Das tat gut und ich wollte es auf dem Song vermitteln.

Asket:
Einer der älteren Tracks. Grüße gehen raus an digitalluc. Der Song war für mich eine logische Weiterentwicklung zur „Alles Plan Ep“ die wir 2013 rausgebracht haben.

What Up mit Adolessonz:
Chrizondamic, ein Mc der zweiköpfigen Crew aus Österreich, hatte mich in München besucht. Wir suchten zusammen den Beat aus und schrieben noch in der gleichen Nacht den Track. Bandulu nahm seine Spuren dann etwas später auf. Gerade arbeiten wir an einem Video zu dem Song.

Streuner mit Times:
Mit Times habe ich meine erste Crew, „Fellatricks Connection“, gegründet. Und ja, wir waren schwabinger Streuner.

Roadmovie 2:
Die Fortsetzung zu „Roadmovie“ (findet ihr auf Youtube). Einer der persönlichsten Songs auf dem Album, wie ich finde. Er beschäftigt sich auch mit der Zeit in Spanien. Ich habe ihn für meine damalige Freundin geschrieben.

Chaostage mit Whusnek:
Dieser Track ist in einer nächtlichen Session bei den Beatstalker Jungs in Freising entstanden. Eine Nacht, ein Track. So mach ich am liebsten Musik. Ps: Es gibt genug Psychopaten in diesen Chaostagen.

Leberkas:
Ich mag Leberkas…. und Graffiti! Lasst’s euch ned erwischen, ge.

Generationen mit Teekanne:
Es ist eine große Ehre für mich, einen Pionier der Münchner Rap-Szene auf meinem Album zu featuren. Lange bevor ich selber überhaupt daran dachte an’s Mic zu gehen, pumpte ich schon die Echorausch Alben in meinem Kinderzimmer. Auch über „Generationen“ hinweg verbindet die Musik. Teekanne, du bist der Shit oida!

Des is so wie ich red:
Dieser Song ist eine Hommage an Big L’s „Ebonics“!

Boartad mit BBou:
Zu diesem Track gibt es auch schon ein Video auf Youtube. Danke an Demograffics für diesen Überbeat und die dopen Cuts. „Wir sind Boartad und Fesh.“

Rauchschwaden:
„Sich nicht rauswagen, lieber Rauchschwaden ausatmen. Keine Aufgaben aufhaben, nichtmal drauf warten, sich nicht aufraffen, ausschlafen, blaumachen. Bis wir aufwachen.“

Das Gefühl mit Boshi San:
Es ist ein schönes Gefühl, mit einem Künstler Musik machen zu dürfen, zu dem man aufschaut. Boshi San’s Album lief bei mir auf heavy rotation und auch die Session mit ihm war ein Traum. Danke!

Kater:
Der Track entstand nach einer durchzechten Nacht. Cap Kendricks und ich saßen völlig verkatert in meinem Zimmer. Er hat den Beat gebaut und ich den Text geschrieben. Ich glaube der Vibe kommt schon ein bisschen rüber.

Lebensabschnittspartner:
„Rap ist für mich mehr als nur ein Lebensabschnittspartner!“
Ein schönes Schlusswort.

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Calvin ist seit 2015 teil des Teams, schafft mehr als 20 Klimmzüge am Stück und verzweifelt jedes Wochenende aufs Neue an seinen Handball-Teamkollegen. Wenn er nicht im Dauerlauf das Treppenviertel auf und ab rattert, schreibt er leidenschaftlich gerne Reviews.

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