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DCVDNS: „Zufrieden bin ich nie“

Deutschrap mach dich bereit, der erste tighte Wei$$e ist am Start.
Das gleichnamige Album von DCVDNS ist kürzlich erschienen. Deshalb konnten wir es uns auf dem splash! Festival natürlich nicht nehmen lassen, ihn zum Zwischen den Zeilen Interview zu bitten.
Wir sprachen unter Anderem über den Film „Kids“, die Zusammenarbeit mit Genetikk und Tamas und Perfektionismus. Außerdem gibt’s den miesesten Tipp zum Konsum von Dr. Pepper – viel Spaß beim Interview!

 

Zwischen den Zeilen: DCVDNS

 

Vor Kurzem ist dein Album „Der erste tighte Wei$$e“ erschienen – wie kam der Albumtitel zustande?

DCVDNS: Das ist eine Anlehnung an Taktloss „Der letzte tighte N****“.

Müsstest du das Album auf eine Grundaussage herunterbrechen, wie würde diese lauten?

DCVDNS: F*ck dich, ich bin der Beste.

Welche Themen werden auf dem Album konkret behandelt? Wieso gibt es beispielsweise einen Song mit Tamas, den ihr dem Getränk Dr. Pepper widmet?

DCVDNS: Das ist einfach ein fettes Getränk. Aber es kann auch sein, dass irgendwann noch ein Track über Coca Cola kommt.

Gibt’s weitere Thematiken außer Dr. Pepper, von denen du erzählen kannst?

DCVDNS: Es gibt noch den Song „Kids“ feat. Genetikk, der vom Film „Kids“ inspiriert ist.

Einer der Protagonisten heißt doch Casper und ich bin mir ziemlich sicher, dass der Rapper Casper seinen Künstlernamen ursprünglich daher hat, weil er diesem Charakter als Kind ähnlich gesehen hat.

DCVDNS: Der Film hat das Wort „Alter“ nach Deutschland gebracht. Ich glaube, wegen des Films geht man nachts ins Freibad. An dem Film beeindruckt mich auch, wie gut er ins Deutsche übersetzt wurde. Vorallem für diese Zeit, das bekommt ja heute immer noch keiner hin.

Wie ist das Cover der Platte zustande gekommen?

DCVDNS: Ich bin zum Cover Shooting gegangen und hatte eben genau das an (lacht). Vor zwei Jahren oder so habe ich mir diese Jacke, die ich auf dem Cover trage, bestellt, weil ich wusste, ich brauche die für irgendwas. Als Prince gestorben ist, bin ich auf die Idee gekommen, die Brille zu kaufen. Aufeinmal sah ich aus, wie der erste tighte Wei$$e.

Welche Produzenten sind für die Platte verantwortlich?

DCVDNS: Hauptproduzent ist Wolfgang H. und Co-Produzenten waren Schlick Rick, Pyer und Sikk hat noch bei den Genetikk Features mitproduziert.

Genetikk und Tamas sind die einzigen Feauregäste auf „Der erste tighte Wei$$e“. Wie kam die Auswahl der Gäste zustande?

DCVDNS: Mit Tamas habe ich sowieso viel zu tun, wenn ich in Berlin bin und er war auch schon bei mir und dann entsteht das halt. Genetikk kommen aus derselben Region wie ich und Karuzo hat ein paar Mal bei mir im Studio gechillt und wir haben einfach mal paar Songs gemacht. Wir haben einen komplett anderen Rhythmus, ich bin immer bis morgens um sieben wach und er geht, glaube ich, immer so gegen zehn pennen. Dann haben wir uns einfach auf die Mitte geeinigt und er hat sich einen Wecker auf vier gestellt und kam dann bis elf vorbei.

Wessen Feedback ist dir wichtig, während du an einem Album arbeitest?

DCVDNS: Es gibt schon zwei, drei Leute, auf deren Meinungen ich Wert lege und denen ich Projekte zeige, um mir erste Meinungen einzuholen, wie es auf Außenstehende wirkt. Wenn ich irgendwas kritisch sehe, schicke ich das jemandem und frage, wie er das sieht.

Wie fiel das erste Feedback aus, als du zum ersten Mal einen Einblick in das Projekt gegeben hast?

DCVDNS: 2015, als das alles noch aktueller war, da klang das schon etwas fresher als heutzutage, die Zeit ist super schnelllebig. Viel von dem Album ist schon 2015 entstanden und man merkt das einfach. In Zukunft muss man da was anders machen.

Welche Gründe liegen denn diesem langen Schaffensprozess zugrunde?

DCVDNS: Bei mir ist es nicht so, dass ich einen Song zuende schreibe und dann schreibe ich den nächsten. Ich fang an, parallel fang ich mit dem nächsten an und dann wieder mit dem nächsten. Ich habe über zwei Jahre diese Songs mitgenommen. Irgendwann waren sie dann fertig.

Bist du so selbstkritisch, dass du solang an Musik rumschraubst, bis irgendwann die Deadline kommt und du abgeben musst?

DCVDNS: Ja, schon. Zufrieden bin ich sowieso nie, aber irgendwann gibt es ein Gefühl, dass etwas gut genug ist, um es rauszubringen.

Gab es ansonsten Schwierigkeiten, die den Albumprozess verzögert haben?

DCVDNS: Nein, eigentlich nicht. Aber das Ding ist, würde bei mir alles gleich klingen, könnte ich auch jedes Jahr ein Album veröffentlichen. Aber, damit ich in jedes Lied Abwechslung bringe und damit jedes am Ende für sich steht, lasse ich mir lieber Zeit und bringe ein Album raus, das keine Skipper enthält. Zumindest probiere ich das zu dem Zeitpunkt, in dem ich an den Tracks schreibe. Jetzt ist für mich eh schon alles alt von dieser Platte.

Das klingt, als könntest du dein eigenes Album bereits jetzt schon gar nicht mehr hören.

DCVDNS: Normal. Ich habe abgeschlossen und jetzt will ich wieder etwas anderes machen. Bei mir passiert eh auf jedem Album etwas anderes und ich habe gar keinen Bock drauf, dass ich das mache, was ich immer mache bzw. was man erwartet. Ich mache einfach das, worauf ich Lust habe. Wenn jemandem das Album nicht gefällt, kann er sich auf das nächste freuen (lacht).

Aber vermutlich wirst du mit diesem Album noch auf Tour gehen – dann musst du dich ja doch noch das ein oder andere Mal mit der Platte auseinander setzen.

DCVDNS: Live ist es eh nochmal anders, das ist dann ja auf eine gewisse Art was neues. Des Weiteren versuche ich, für die Tour noch etwas besonders zu organisieren. Es ist etwas geplant, aber ich kann noch nicht darüber reden.

Kannst du dennoch deinen persönlichen Lieblingssong auf der Platte nennen?

DCVDNS: Ich finde „Dr. Pepper“ ganz cool und den ersten Part von „Goldene Rolex am Schwanz“ und die Hook von „Internationaler Pimp“.

Für wie relevant erachtest du die Charts?

DCVDNS: Man freut sich, umso besser die Platzierung ist, aber das Album ist, wie es ist – ob es jetzt auf Platz 100 chartet oder auf Platz 1.

Was ist der absolute Kaufanreiz? Wieso sollte man sich bei der aktuellen Masse an Releases ausgerechnet dazu entscheiden, „Der erste tighte Wei$$e“ zu kaufen?

DCVDNS: Das muss man gar nicht. Ich komm auch gut damit klar, wenn sich Leute scheisse kaufen.

Inwiefern hebt es sich denn von anderen Deutschrap Releases ab?

DCVDNS: Es gibt immer noch viele, die nicht ihr eigenes Ding machen.

Hörst du privat Deutschrap?

DCVDNS: Ja manche kriegens hin, von mir gehört zu werden.

Auf Seite 2 geht’s weiter mit der Tracklist konkret.

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Ist mittlerweile seit 3 Jahren bei BACKSPIN und hat die Leitung der Online-Redaktion inne. All ihre Fans sind maskuline Jungs, jaja.

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