Yung Rvider vorgestellt – Was du über das Genetikk-Signing wissen musst

Mit dem Release des Tracks „Outta This World“ gaben Genetikk Ende 2017 nicht nur bekannt, dass sie ihr eigenes Label OTW gegründet und das Duo Tiavo gesignt haben, sondern kündigten den zweiten Teil eines Albums an, das 2018 erscheinen sollte. Dabei sollte es aber nicht bleiben, denn nach dem Debütalbum „Oh Lucy“ von Tiavo ging es für Genetikk-Fans richtig los: Neben der offiziellen Ankündigung, dass mit „D.N.A. 2″ die Fortsetzung eines Neuzeitklassikers erscheinen sollte, wurde mit „YALA“ ein zweites Album für 2018 angekündigt. In der Promophase zu dem Doppelrelease gab es dann die nächste Überraschung für die OTW-Anhänger: Über ihren Twitter-Account gaben Genetikk bekannt, dass sie einen gewissen Yung Rvider gesignt haben. Zu dem Zeitpunkt war über den Künstler nichts bekannt. Mittlerweile hat sich das aber geändert – die erste EP „Nobody“ lag der „Y.A.L.A.„-Deluxebox bei, die ersten zwei Singles wurden noch in der Genetikk-Promophase veröffentlicht, es gibt einzelne Bilder, ein erstes Musikvideo und das Mixtape „Rvider Tape 1“ erschien letzten Freitag.

Im Interview spricht der Newcomer über das Signing bei Genetikk, das erste Feedback der Fans und sein neues Mixtape. 

 

Kontakt zu Genetikk

Während bei Tiavo gemeinsame Bekannte der Grund für den Kontakt mit Genetikk waren, war bei Yung Rvider letztendlich die Musik der ausschlaggebende Punkt. Denn zufällig arbeiteten der Newcomer und Genetikk zeitgleich im selben Studio. Yung Rvider hatte in den Carbonara Studios Tracks aufgenommen, während Genetikk dort an „D.N.A. 2“ arbeiteten. Die Saarbrücker bekamen die Musik gezeigt und nach einem persönlichen Treffen, bei dem auch menschlich alles passte, kam es zu dem Signing. Wie schon erwähnt, wurde Yung Rvider dann in der Promophase von „Y.A.L.A.“ erstmals mehr Aufmerksamkeit zuteil. Als Auftakt zur Promophase seines ersten Mixtapes wurde dann im April das erste Video „Cake Dreams“ veröffentlicht. 

 

Erstes Feedback 

Das Feedback darauf fiel, wie von Yung Rvider erwartet, gemischt aus: Auf der einen Seite war die Reaktion der eigenen Fanbase, die er sich im halben Jahr davor aufgebaut hatte, hauptsächlich positiv. Er selber vergleicht seine Fans mit den Anhängern von Labelkollegen Tiavo (übrigens hat er bei der „Dreams„-EP von Tiavo mitgearbeitet und unter anderem an zwei Songs mitgeschrieben). Vor allem der Support und die Treue lässt es für ihn wie ein Movement aussehen. Bevor er überhaupt Musik veröffentlicht hatte, gab es bereits Fanpages und Supportgruppen. 
Auf der anderen Seite gab es auch etwas Hate. Die negative Meinung kann der Newcomer auch ein Stück weit nachvollziehen, einfach weil es musikalisch schon in eine andere Richtung  geht als das, was Oldschool-Fans auf dem Channel von Genetikk erwarten. Was er allerdings nicht versteht, ist der stellenweise Hate gegen Genetikk selber, denn letztendlich bleibt es ja seine Musik. Zu guter Letzt ist er vor allem froh, dass die Leute überhaupt darüber reden, das teilweise negative Feedback ändert dementsprechend nichts an seinem Auftreten oder seiner Kunst.

„Fast Life“

In dem Video und dem Albumcover ist der Künstler ähnlich wie auf den Pressebildern nur mit Sonnenbrille oder Motorradhelm zu sehen. Dabei nutzt Yung Rvider die Accessories nicht nur als Maske – der Style und die allgemeine Racingästhetik soll das „Fast Life“ verkörpern: „Es geht immer weiter nach vorne, wird immer schneller und immer krasser.“ 

Genau nach dem Motto arbeitete der OTW-Künstler seit dem Signing. Immer wieder kamen neue Tracks raus, die nun gesammelt mit neuen Songs auf dem „Rvider Tape 1“ gelandet sind. Auch 2019 will er weiter immer wieder neue Songs veröffentlichen, „nach und nach immer neuen Stuff releasen“, denn das zweite Tape soll noch dieses Jahr erscheinen.

„Rvider Tape 1“

Auf seinem ersten Mixtape macht Yung Rvider genauso weiter, wie es sich bei den insgesamt vier Singles angedeutet hat. Moderner Trap-Sound, den es so noch nicht in Deutschland gibt. Der Rapper nennt auch keine anderen Künstler als (musikalische) Vorbilder: „Ich hatte nie ein direktes Vorbild, ich will einfach Yung Rvider sein.“.

An den zwölf Songs hat er alleine gearbeitet: Er schreibt die Texte eigenständig und baut auch die Beats komplett selber. Das zeigt sich vor allem daran, dass sich der einheitliche Sound wie ein roter Faden durch das Mixtape zieht, man dementsprechend das Tape gut durchhören kann, aber dennoch genug musikalische Abwechslung entsteht. Auch der Autotone-Einsatz, der einigen sicher zu viel ist, wirkt gekonnt und dient klar als Stilmittel und nicht um fehlendes Talent zu kaschieren. Inhaltlich gibt es Representer- und Baller-Lines, teilweise geht der Newcomer dann doch etwas in die Tiefe, wenn er beispielsweise auf „Sie Callen Oft“ rappt: „Fühlt sich an so wie ein Dream (…) Ich hoffe das ist real„. Allgemein wird aber mit der Platte wie bei vielen anderen jüngeren Künstlern eher ein Vibe vermittelt und keine gewollt deepen Texte. Weil er sich klar am US-Trap orientiert und dementsprechend eine sehr moderne Schiene fährt, hat Rvider alle Songs übrigens in Atlanta, der Trap-Hauptstadt, mixen und mastern lassen. 

Mit Genetikk und Tiavo gibt es zwei Gäste auf dem Projekt, mit denen Fans wohl schon fast fest gerechnet haben. Etwas überraschender ist der Song mit Sierra KiddDollars for Ages„, der auch als Single releast wurde. Sierra Kidd, der zumindest musikalisch, einen grob ähnlichen Film wie Rvider fährt, passt dabei, sehr gut auf die Platte. Aber auch Genetikk und Tiavo, bei denen die Musik generell eigentlich in eine andere Richtung geht, harmonieren extrem gut mit ihrem Labelkollegen. Dadurch entsteht bei den gemeinsamen Songs etwas Abwechslung, ohne dass die musikalische Vision der Platte darunter leidet. Außerdem ist damit auch ein OTW-Label-Sampler sehr gut vorstellbar.

 

Nach „Rvider Tape 1“ wird noch etwas klarer, wohin die musikalische (und inhaltliche) Reise von Yung Rvider gehen könnte. Auch das Release-Konzept wirkt, wenn man die sonstigen Deutschrap-Promophasen betrachtet, erfrischend. Es wird sich zeigen, ob der Newcomer an seinem relativ eigenem Stil festhält und ob es für die Fans in Zukunft zumindest vereinzelt noch etwas mehr Einblicke in Yung Rviders Persönlichkeit gibt.

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