BOTY: „Wir versuchen immer wieder neue Künstler zu finden, damit der Soundtrack noch internationaler wird.“

Das „Battle of the Year“ versteht sich als eine Plattform für Tänzer, das Menschen über die Grenzen ihrer boty2015cover_2400px_300ppiHerkunft oder Religion zusammenbringt und Crews aus aller Welt gegeneinander antreten lässt. Bereits seit 1990 besteht das jährlich veranstaltete Event, das dafür bekannt ist, neben talentierten Tänzern mit dem seit 1998 erscheinenden Soundtrack auch Rapper und DJs zu fördern. BACKSPIN hat Matthias Kretzschmer von Dominance Records, der seit 2003 für die Zusammenstellung des Samplers verantwortlich zeichnet, zu der Historie des „Battle of the Year“-Soundtracks, den Auswahlkriterien für die auf der CD platzierten Songs und zukünftigen Projekten befragt.

Die Hohe Fünf mit Matthias Kretzschmer

Auch in diesem Jahr ist wieder ein neuer BOTY-Soundtrack erschienen. Auf was zu eine Historie kann der Sampler zurückblicken?

Wir können auf eine große Anzahl an talentierten Acts zurückblicken! Namhafte, legendäre, darunter Grandmaster Mele Mel, KRS 1, Visionaries, Paul Hardcastle etc. Aber auch auf viele Neuentdeckungen und DJs aus aller Welt. Viele Künstler konnten den Soundtrack als Plattform nutzen und sich in der Breakdance-Szene einen Namen machen, z.B. DJ Nas’D, DJ Pablo, DJ.M@R, Esone etc.

Wie kam es eigentlich dazu bzw. wessen Idee war es, einen zum BOTY dazugehörigen Soundtrack herauszubringen?

Die Idee liegt schon länger zurück, als das legendäre Label MZEE noch am Start war und 1998 den ersten Soundtrack veröffentlichte, Zeb Roc Ski & Stieber Twins mit „B-Boys Revenge“ noch bei VIVA rotierten und die Szene noch eher Oldschool orientiert war. Sicher lag es auch einfach nah, weil viele BOTY-DJs ihre eigenen Sounds spielten und selber Beats produzierten. Oder Spax, der seit Jahren ein fester Bestandteil vom BOTY ist, konnte z.B. mit dem Kultsong „B-Boyizm“ dem Publikum über die Musikebene noch viel mehr eine Message vermitteln als nur als Moderator des Events.

Nach welchen Kriterien werden die Künstler bzw. die Songs auf dem Soundtrack ausgewählt?

Wir haben seit Jahren einen festen Stamm an Künstlern, die am Fließband gute Songs produzieren und immer das richtige Ohr zum Dancefloor haben. Dazu gehören u.a. Mr. Confuse, Fendaheads, DJ Nas’D, Jay-Roc & Jakebeatz, DJ Pablo usw. Das war so zwar nicht geplant, aber hat sich im Laufe der Zeit einfach so ergeben. Wir versuchen den Schnitt 50/50 zu halten und somit immer wieder neue Künstler zu finden, damit der Soundtrack noch internationaler wird und sich permanent erweitert wie das BOTY-Event selber auch! Wir möchten natürlich so gut es geht die ganze Welt/Szene repräsentieren. Aber der Anspruch an die Musik bzw. die Qualität der Songs steht für uns immer im Vordergrund. Dazu versuchen wir auch allen Stilrichtungen gerecht zu werden (Funk, Power, Breaks, Boogies etc.), damit am Ende für jeden etwas dabei ist.

Gibt es Künstler, die du gerne auf den bisherigen Soundtracks platziert hättest, bisher aber noch nicht dazu gekommen bist?

Wir sind eigentlich sehr zufrieden mit all den Künstlern, die wir bereits veröffentlicht haben. Es gäbe sicherlich einige gute Acts, die auf kommerzieller Ebene schon sehr erfolgreich sind, die dann aber aus finanzieller Sicht am Ende leider nicht in Frage kommen. Der BOTY-Soundtrack ist und bleibt, trotz der großen Szene, ein eher kleineres, unkommerzielleres Projekt.

An was zu Projekten, außer dem BOTY-Soundtrack, arbeitest du noch?
In Planung für 2016 sind unter anderem die neue Fendaheads-EP „Blue Lotus“ und das neue Album von Jay-Roc & Jakebeatz „Point Blank Breaks“. Des Weiteren soll es ein neues Esone– und ein erstes Smoku-Album geben. Im Oktober erscheint dann natürlich in alter Manier der Soundtrack zum „Battle of the Year“!

Mehr Informationen zum „BOTY“-Soundtrack:

www.botysoundtrack.de

botysoundtrack.bandcamp.com

www.facebook.com/botysoundtrack/

 

 

 

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Yannick H. ist seit Oktober 2015 bei BACKSPIN. Wenn er nicht gerade in seinem knallgelben Ostfriesennerz durch die Stadt schlendert, hält er Ausschau nach dem Besten vom Besten in Sachen Hip-Hop.
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