Wie war das nochmal? K.I.Z (aus BACKSPIN Mag #117)

Im Vortext stand, dass die Leute nicht wüssten, wo sie K.I.Z. einordnen sollten. Der Wortlaut war: „Im wertkonservativen Hip-Hop, der zuweilen klarer strukturiert ist als eine Ikea Kommode, fehlt eine Schublade für K.I.Z.“

Maxim: Wenn man Schubladen braucht, hat man solche Art von Sorgen. Keine Ahnung. Wir sind unsere eigene Schublade.
Tarek: Dieses Schubladendenken ist traurig. Ich denke nicht, dass jeder das braucht. Journalisten brauchen das sicherlich oftmals, aber ansonsten …
Maxim: Ich finde das gar nicht schlimm! Wenn eine Schublade dem dient, dass du im Plattenladen weißt, ich mag die Art von Musik, dann gehe ich hier bei Black Music rein, egal wie lächerlich man so eine Bezeichnung findet, dann ist das völlig okay. Ich bin jetzt niemand, der sagt, dass man mich nicht in eine Schublade stecken kann. Aber dass man daran verzweifelt, wenn man keine Schublade findet, ist ein selbst gemachtes Problem.

Wie bewertet ihr allgemein eure Erfahrungen mit Medien? Wie begegnen euch Journalisten?

Tarek: In der Zeit von 2005 bis 2010 haben die Leute ja an Berliner Rap gezweifelt. Es wurde immer gesagt, es gebe keine sozialen Brennpunkte oder Gettos hier. Da wurden wir immer ganz erleichtert als Gegenentwurf zu dieser Musik gesehen, was uns extrem genervt hat. Dementsprechend war das Feuilleton uns immer sehr wohl gesonnen – und das ist es bis

heute. Aber wir haben mal laut.de ein Interview gegeben, wo der Typ einfach reingeschrieben hat, was er wollte. Im Spiegel-Online-Interview auch, wo einfach so Sachen standen, die wir gar nicht gesagt haben.

Maxim: Aber meistens ist es sehr positiv. Die hatten immer eine Mischung aus Respekt und etwas Angst vor uns, was ich sehr verwirrend finde, weil wir einfach grundsympathische Typen sind. Ich glaube, das Problem ist immer nur entstanden, weil ein paar Journalisten, die eine andere Auffassung ihres Jobs hatten, sich selbst in den Mittelpunkt stellen wollten. Deren Ziel war es nicht, einen guten Artikel oder eine gute Sendung zu machen, sondern am Ende selbst geil dazustehen. Und dadurch kommen dann solche Sachen mit dem Motto: Ich versuche, witziger und brutaler zu sein, ich versuche, schlauer zu sein.

Tarek: Ich versuche, die zu entlarven!

Musstet ihr euch viel erklären?

Tarek: Das wollte man auf jeden Fall oft von uns. Aber das haben wir dann auch nicht wirklich gemacht. Warum sollte man das auch tun? Es ist viel lustiger, wenn man dem Menschen nicht das   gibt, was er möchte.

 

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