Wie war das nochmal? K.I.Z (aus BACKSPIN Mag #117)

Einerseits seid ihr da mit ausgestreckten Mittelfingern durch die Szene gelaufen und ihr habt deutlich gemacht, dass euch egal ist, was andere von euch denken. Andererseits haben euch genau diese Leute dann auf die Schulter geklopft. Dazu kam dann der Deal mit Universal – wie habt ihr da eure Haltung bewahrt?

Maxim: Universal sucht ja gerade dieses Rebellische. Damit machen die ihr Geld. Die haben auch überhaupt kein Interesse daran, irgendwas zu ändern. Deswegen ist es jedenfalls nicht so, dass sich irgendwas verändert, abgesehen davon, dass man sich mehr auf die Musik konzentrieren kann.

Nico: Außerdem kann man sich darin ja auch ein Stück weit ziemlich wohlfühlen. Ich denke,

es gibt viele Künstler, die mit so einem Künstlervertrag viel mehr mit ihrem Label zu tun haben. Und wenn du dann auch noch mit diesen Leuten zusammen feiern gehst und so Sachen, kann es sein, dass dich das vielleicht etwas beeinflusst. Aber wir gehen halt ab und zu Abendessen oder treffen mal irgendwen irgendwo und ansonsten hängen wir mit denselben Leuten ab wie vorher, von daher hat das auch nicht so viel Einzug in unsere Kunst erhalten.

Maxim: Meist liegt es doch an den Künstlern selbst, ob das Major für sie ein Dämon ist und man da in die Pop-Hölle einzieht. Da wird keiner zu gezwungen. Die denken ja irgendwann selbst so marktwirtschaftlich und sagen sich: Wir müssen mehr wie die und die Band sein und mehr das und das machen. Die meisten machen sich selbst zu solchen Produkten. Dahinter steckt kein böser A&R.

Die BACKSPIN hat mal eine Titelgeschichte über euch gedruckt, die euch nicht so sonderlich glücklich gemacht hat. Erinnert ihr euch?

Maxim: Ach so, ja. Das war diese Fantasie-Geschichte von …

Nico: … Bianca Ludewig.
Maxim: Genau. Was Humor angeht, bin ich sehr anspruchsvoll. Da bin ich eine Instanz in Deutschland. Auch was literarische Spielereien angeht, sollte es halt dope sein. Dann bin ich auch down damit, dass man sich über mich lustig macht. Aber das soll dann auch gut sein.

Tarek: Ich glaube, sie hatte jetzt nicht den Anspruch, eine gute Story zu schreiben. Sie wollte uns eher zeigen, dass sie das, was wir textlich machen, auch mit uns machen kann. Das kann man natürlich machen – wenn man es gut macht. Aber es war einfach nicht lustig. Das habe ich ihr auch in einem feuchtfröhlichen Suffabend im Trinkteufel mal persönlich sagen müssen. Und dann war auch wieder gut. Das war eigentlich ein nettes Gespräch. Und dann waren da noch so Einzelinterviews, die waren auch nicht so übel. Aber die Geschichte war einfach doof und unnötig.

 

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Hanfosan

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