Wie war das nochmal: John Legend (aus BACKSPIN Mag #113)

Wie war das nochmal, John Legend, als du Kanye West kennengelernt hast?

Er gilt ja als derjenige, der deiner Karriere einen entscheidenden Schub verpasst hat…
Das erste Mal getroffen haben wir uns 2001 bei einem Auftritt von mir in Harlem. Der Club hieß Jimmy ́s Uptown. Kanye kam dorthin, weil ihn sein Cousin eingeladen hatte. Dieser Cousin war damals mein Mitbewohner und auch selbst Produzent und DJ. Wir arbeiteten damals auch zusammen und so meinte er zu Kanye, dass er doch mal vorbeikommen und meine Show ansehen sollte. Also kam er – und nicht viel später begann unsere Zusammenarbeit.

Wie war euer Verhältnis?

Ich kannte ihn zu dieser Zeit noch nicht. Ich habe einfach jemand neuen kennengelernt und bin mit dem dann ins Studio gegangen um zu gucken, wie es funktioniert. Es hat gut funktioniert. Wir haben angefangen, zusammen aufzunehmen. Er arbeitete damals an seinem Demo für „The College Drop- out“ und ich an meinem für „Get lifted“. Also halfen wir uns gegenseitig. Wir arbeiteten zusammen, schrieben zusammen, performten zusammen und machten alles Mögliche gemeinsam.

Hattest du damals schon eine Vorstellung von dem Weg den er gehen würde und von dem, den du gehen würdest?
Wir waren noch unbekannt. Und dann wurde Kanye auch erstmal nur als Producer bekannt – in dem Jahr erschien ja „The Blueprint“. Die Arbeit, die er für Jay-Zs Album geleistet hat, brachte ihm viel Aufmerksamkeit und er avancierte zu einem begehrten Produzenten. Das war wiederum auch für mich sehr gut, denn eine Kollaboration mit so einem Produzenten war für meine Karriere sehr hilfreich.

Ihr habt dann auch gemeinsam einige Produktionen gemacht. Welche waren das?
Wir haben zusammen an Jay-Zs „The Black Album“ gearbeitet. Außerdem saßen wir gemeinsam an Alicia Keys’ „You Don ́t Know My Name“, wir produzierten einen Song für die Dilated Peoples, wir arbeiteten an dem „Selfish“-Track für Slum Village. Eine Menge dieser Sachen bildete schließlich auch ein Fundament für mich als Solo-Künstler. Denn wenn jemand danach meinen Namen hörte, dachte er natürlich an all diese großartigen Aufnahmen und wollte gleich wissen, was mit meiner eigenen Musik wäre und ob ich die anbiete. Und natürlich habe ich die angeboten.

Man kann also sagen, dass Kanye West einen gewissen Einfluss auf die Entwicklung deiner Karriere hatte?
Er hatte nennenswerten Einfluss. Er half mir auch, einen Plattenvertrag zu bekommen. Er half mir, meinen Sound zu finden und war ein guter Berater und guter Partner.

 

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