Waving The Guns: „Wir glauben, dass wir zufrieden sein können.“

Guns
Waving

Exklusives Pressefoto ©Clemens Fischer

Am 27. Januar erscheint das neue Album „Eine Hand bricht die andere“ von Waving The Guns. Die Rostocker, die damit nach „Totschlagargumente“ ihren zweiten Longplayer auf Audiolith veröffentlichen, behandeln darauf einige Themen. Dabei sind sie nicht nur Politrapper, wie sie öfter betonen. In politisch stürmigen Zeiten können sie aber nicht schweigen und nehmen Haltung an. Dass diese von ihnen uberspitzt und oft mit einem Augenzwinkern vorgetragen wird, hört man auch auf ihrem neuen Werk. Darüber, sowie über Journalismus und die Zustände bei ihren Konzerten haben wir mit ihnen geredet. 

 

Wie lief die Arbeit zu eurem neuen Album? Seid ihr zufrieden mit dem Ergebnis?

Eigentlich lief die Arbeit ganz gut strukturiert ab, also es gab recht früh nen Plan und der Arbeitsstand war schon früh ziemlich weit. Milli Dance und Dr. Damage haben die meiste „Studio“- Zeit verbracht, dafür hat Dub Dylan dieses Mal fast alle Beat- Grundlagen geliefert. Aufgrund eigener Unzufriedenheit / Unsicherheit – wie das halt so ist – hat es sich dann noch ganz schön gezogen, am Ende, nach nervenzehrenden Wochen haben wir es dann aber doch abgegeben bekommen. Wir glauben, dass wir zufrieden sein können und dass es ne Runde Sache geworden ist. Mal sehen was wir in ein paar Monaten davon denken. Für die Konzerte haben sich die neuen Sachen beim Proben auf jeden Fall gut angefühlt.

In „An einem Strang“ kritisiert ihr unkritischen (Hip-Hop)Journalismus, differenziert dabei aber mehr als viele namhafte Rapper. Steht es wirklich so schlimm um uns Schreiberlinge?

Das ist wie gesagt differenziert zu betrachten. Es geht da ja auch um subjektive Eindrücke und Momentaufnahmen. Das wird dann zugespitzt bzw. auf bestimmte Art und Weisen der Berichterstattung zugespitzt dargestellt und angegriffen. Am Ende ist (Hip-Hop)- Journalismus wie jeder andere Journalismus auch martkwirtschaftlichen Zwängen unterworfen, was aber nicht heißt, dass man da jede Scheisse mitmachen und alles unkritisch promoten muss. Ehrlich gesagt finde ich (Milli Dance) ganz persönlich, dass sich durchaus einiges in eine gute und tatsächlich kritischere Richtung entwickelt. Da werden mittlerweile Inhalte zumindest verhandelt, die ich als bemerkenswert empfinden.

Im selben Track befasst ihr euch mit den problematischen Äußerungen von Absztrakkt. Denkt ihr, ihr könnt eine Einsicht bei ihm bewirken?

Nö. War auch nicht die Intention. Ich wollte es nur gerne mal erwähnt haben, weil ich es schon erstaunlich fand, wie wenig direkte Reaktion seine ziemlich offen rechten Aussagen am Ende doch ausgelöst haben. Wenn irgendeine Intention dahinter steckt, dann eher die, andere darauf hinzuweisen, dass es rechte Haltungen auch im Rap gibt. Es ist auch nicht so, dass ich ihn für einen Nazi halte. Er hat nur Aussagen getätigt, die ich erschreckend finde und die seinem von mir vermutetem geistigen Vermögen nicht gerecht werden. Bei der Line geht es tatsächlich mehr darum, dass ich es gerne verarbeiten und gesagt haben wollte, da ich Absztrakkt für einen großartigen, beeindruckenden Rapper halte. Aber das darf einen nicht hindern, kritisch damit umzugehen. Am Ende ist seine Erwähnung vor allem das Resultat meiner eigenen Auseinandersetzung mit dem, was jemand als Künstler macht und dem, was er inhaltlich sonst noch so von sich gibt.

Wie wappnet ihr euch für 2017 – Treten oder Saufen?

Hoffentlich wenig saufen und hoffentlich muss nicht getreten werden / werden wir nicht getreten

Was ist das schlimmste daran, in linken Zentren aufzutreten?                                                            

Die hygienischen Zustände. #sanitäreeinrichtungen

Nahostkonflikt als Diskussionsstoff – vor allem nachts um halb drei, und nachdem es zuerst nach einem Flirt aussah.

„Ne coole Gruppe von hier würde gern während eures Konzertes ne Ansage machen“

Dass veganes Essen nicht immer gute Zutaten bedeutet.

„Auf der Bühne oder da zwischen den anderen Bands ist noch Platz zum pennen. Hier ist noch ein Transpi zum Zudecken“ (überspitzt ausgedrückt)

 

„Eine Hand bricht die andere“ von Waving The Guns könnt ihr abgreifen. Mit ihrem neuen Album gehen sie übrigens auch auf Tour. Tickets gibt es hier. 
„HandFrakTour“ Tourdates

27.01.17 Berlin, SO36
28.01.17 Rostock, M.A.U.
03.02.17 Jena, Kassablanca
04.02.17 Hamburg, Uebel&Gefährlich
10.02.17 Hannover, Indiego Glocksee
11.02.17 Würzburg, Kellerperle
18.02.17 Leipzig, Conne Island
24.02.17 Oberhausen, Druckluft
25.02.17 Saarbrücken, Mauerpfeiffer
25.02.17 Trier, Exzellenzhaus
03.03.17 Göttigen, Lumière
04.03.17 München, Feierwerk
11.03.17 Heidelberg, Karlstorbahnhof

Als Support von Neonschwarz:

25.03.17 Düsseldorf, ZAKK
06.04.17 Zürich, Exil
07.04.17 Bern, Reitschule
08.04.17 Freiburg, Crash

 

The following two tabs change content below.
Seitdem er für BACKSPIN schreibt, träumt er von Torch, Morlockk Dilemma und anderen Hip-Hop Dingen. Bei der Recherche ist er aber hellwach - Kaffee sei Dank! - und gräbt eifrig nach Schätzen, die sonst unter'm Radar bleiben. Bei all dem bleibt er auch noch funky.

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.