WaveLab 10 Pro Review

Wavelab Packshot

WaveLab 10 aus dem Hause Steinberg wurde mit Spannung erwartet. Die Software kommt mit einer Reihe von Verbesserungen und neuen Funktionen zum Bearbeiten und Mastern von Audio daher. Kann sich die neue Version auch weiterhin als eine der besten Mastering-Software für den Mac und PC in der professionellen Audioindustrie behaupten? Wir checken einige der neuen Features in der folgenden Review ab.

Nach dem Herunterladen des Installers und der zügigen Installation muss nur noch der Aktivierungscode im USB-eLicenser eingegeben werden und es kann losgehen. Nach dem Programmstart fühle ich mich gleich heimisch, denn die Benutzeroberfläche hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht wirklich verändert. Die User von WaveLab 9, mich mit eingeschlossen, werden sich also auf jeden Fall zügig zurechtfinden. Alles scheint sich am gewohnten Platz zu befinden und ich kann direkt einmal die neuen Funktionen abchecken.


(Die Benutzeroberfläche in WaveLab 10)

Ein Highlight in WaveLab 10 ist die Unterstützung von externen Effekten bzw. Signalflüssen. Für alle, die ihre geliebten externen Effektgeräte ins Mastering mit einbinden möchten, bietet WaveLab Pro 10 die Möglichkeit diese nahtlos in der Audiomontage flexibel als Clip-, Spur- und Ausgangseffekte hinzuzufügen. In den Einstellungen für die Audioverbindungen lassen sich die Ein- und Ausgänge für die Effekte auswählen. In der Mastersektion kann die Reihenfolge der externen Geräte beliebig gestaltet werden. Nach dem Motto „Best of Both Worlds“ nutzt WaveLab das „Rendern in Echtzeit“ wenn die externen Effektbusse im Signalweg verwendet werden. Hier verschmelzen die digitale und analoge Ebene miteinander. Nice.


(Die Audiomontage mit dem externen FX-Setup)

Generell hat sich die Audiomontage verbessert und bietet dank des „Montage-Inspektors“ neue Funkionen wie z.B. einen Gainregler oder auch flexibles Effektrouting für die Clips bzw. Spuren. Der Signalweg geht in der Montage vom einzelnen Clip, über die gesamte Spur bis hin zum Ausgangsrouting bzw. dann final zur Mastersektion. Schön ist auch die Möglichkeit, die einzelnen Audioclips farbig zu markieren. So behält man besser den Überblick über die gesamte Montage. Ein sehr effektives Feature ist das gleichzeitige Aufnehmen von mehreren Spuren in der Montage. Darauf habe ich schon gewartet. Danke Steinberg!

Ebenfalls neu ist das „Live Input Rendering“, bei dem man einfach und schnell ein Eingangssignal „on the fly“ inklusive dem Processing seiner liebsten Plugins aufnehmen kann. Die Plugins werden bei dem Aufnahme „vorgeschaltet“ und gleich mitgerendert. Die Nachbearbeitung spart man sich dann. Im Masterbereich geschieht das Ganze ganz intuitiv über den neuen Live-Eingang-Button.

Sollte das System von der Leistung her langsam an seine Grenzen kommen, kann man dies über den neuen Performance-Monitor überwachen. Damit wird, ähnlich wie man es aus Cubase kennt, die aktuelle Systemauslastung angezeigt. Je mehr Plugins man lädt, desto schneller zwingt man damit sein System in die Knie.

Einer der einfachsten Mixing- und Masteringhacks sind A/B-Vergleiche mit kommerziellen Tracks. Dafür liefert WaveLab 10 jetzt Referenzspuren in der Audiomontage, bei denen zwischen dem eigenen und seinen liebsten Referenzsongs latenzfrei hin- und hergeschaltet werden kann. Bis zu drei Referenzspuren können erzeugt werden. Das Ein-und Ausgangsrouting ist dabei flexibel auswählbar.


(Die neuen Referenzspuren)

Eine weitere Neuheit ist die Möglichkeit, das Audiomaterial von einem Video zu bearbeiten. Ein kleines Videofenster öffnet sich oben rechts, dass sich auf der Benutzeroberfläche beliebig verschieben lässt.  Sehr nützlich beim Editieren ist das framegenaue Anpassen des Audioclips an das Video. Das Videobild „folgt“ also dem Audioclip, was gerade editiert wird. Eine gute Option für z.B. YouTuber, die den Sound ihrer Videos professionell nachbearbeiten möchten.


(Der neue Video Playback Support)

Apropos editieren: WaveLab 10 unterstützt nun auch externe Audio-Editoren, in denen man eine ausgewählten Bereich einer Audiodatei oder den eines Clips bearbeiten kann. Direkt nach dem Bearbeiten und Speichern im externen Editor sind die Änderungen in der WaveLab-Session zu sehen. Sollte man sich beim Bearbeiten vertan haben, so hat WaveLab 10 eine komplett neue History-Funktion. Die Rückgängig/Wiederherstellen-Schritte werden als komplette Wave-Datei gespeichert. Anhand von Markierungen im Audio-Editor lässt sich dann sehen, wo genau die Bearbeitungsschritte lagen und diese können auch wiederhergestellt werden.

Wavelab Externe Editoren
(Mehr Flexibilität dank dem Support von externen Editoren)

Mein Fazit: Mit WaveLab 10 hat Steinberg viele nützliche Funktionen implementiert, die den Workflow verbessern. Vor allem in der Audiomontage hat sich viel getan und auch das flexible Audiorouting spricht für sich. Ein Update lohnt sich in jedem Fall.

Die Vollversion von WaveLab 10 Pro kostet aktuell 389,- EUR. Ein Upgrade von WaveLab Pro 9.5 mit 79,99 EUR um Einiges weniger. Eine abgespeckte Version in Form von WaveLab Elements 10 gibt es für 99,99 EUR.

Weitere Infos zu Wavelab 10 gibt es auf der Homepage von Steinberg.

Vielen Dank an Steinberg für das zur Verfügung stellen von Wavelab 10 Pro.

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"12 Finger Dan" seit 2010 Bestandteil des umfassenden journalistischen BACKSPIN-Portfolios und zusammen mit Niko der Head von BACKSPIN FM. Versorgt euch wöchentlich mit einer neuen Radioshow und ordentlich Boom Bap als Teil der "Soulbrotha" Formation.

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