„My body’s little my soul’s heavy.“ – Was du über Princess Nokia wissen solltest.

Dass Frauen im Rapgame ganz und gar nicht Fehl am Platz sind, hat uns vor Jahren bereits Lauryn Hill bewiesen. Trotzdem wird die Szene häufig immer noch als Männer-Domäne abgetan. Ein großer Fehler! Das versuchen wir euch durch eine kleine Vorstellungsrunde weiblicher Künstlerinnen nahezubringen. Wer sie sind und was sie machen, zeigen wir euch in regelmäßigen Abständen auf und versuchen damit den ein oder anderen Musik-Kosmos zu erweitern. 

 Princess Nokia schafft es in Interviews zu klingen wie eine zerbrechliche Elfe und gleichzeitig heftigste Parts auf ihren Tracks zu spitten. Und diese Aussage bezieht sich lediglich auf die Akustik – die Message ist in beiden Fällen klar ersichtlich. Die Rapperin ist eine der Künstlerinnen, die eben genau diese laute Stimme nutzt, um klare Ansagen zu machen. Auf gewaltigen Beats verpackt die New Yorkerin politische Themen und weist dabei eine unfassbare Komplexität auf. Nebenher veröffentlicht sie regelmäßige einstündige Podcasts als „Smart Girl Radio“. Ein Format, das ihrer Meinung noch mehr Raum bietet und ihren Zuhörern konkrete Einblicke in ihr Denken. Generell hat man nach längerer Beschäftigung mit der 25-Jährigen das Gefühl, sie hätte ihre Finger in außergewöhnlich vielen Projekten im Spiel. Zum Beispiel veröffentlicht sie zusammen mit ihrer Kollegin Milah Libin seit Kurzem das Dizzy Magazine, in dem sie Künstlerinnen und Künstlern aller Art eine Plattform bietet, auf der sie sich vorstellen können. Auch das Video zu „Flava“ ist in Zusammenarbeit mit der Smart Girls Club-Kollegin entstanden. 

Nach ihren ersten Releases, hatte man Mrs. Nokia noch nicht wirklich auf dem Schirm. Zumindest nicht als Rap-Künstlerin. „Bitch I’m posh“ veröffentlichte sie 2014 noch als Wavy Spice und klang damit eher nach einem der nächsten House-Sternchen. Ein Jahr später versuchte sie sich dann als Destiny Frasqueri mit 70s Sounds. Lässige Tanzschritte und Originalaufnahmen aus den Siebzigern. Ein cooler Clip und entspannte Sounds, aber nicht die beste Formation, um ernste Themen anzusprechen. Inzwischen steht sie mit beiden Beinen im Hier und Jetzt. Das merkt man sowohl musikalisch, als auch inhaltlich. Auf trappigen Beats verpackt sie Themen, die nah am aktuellen Geschehen sind und verleiht damit ihrer Meinung eine Stimme. Ihr aktuelles Release „1992 Deluxe“ kann man definitiv als Hip-Hop Platte einordnen.

Princess Nokia ist eine der ersten Queer-Rapperinnen, die  größere Erfolge verzeichnen kann. Sie sagt von sich selbst, sie hätte die Radikalität in ihrem Blut. Eine Radikalität, die vor wenigen Tagen auch ein rassistischer U-Bahn Fahrer zu spüren bekommen hat. Mit voller Wucht bekam dieser eine Ladung des Mittagessen der Musikerin ab. Das Beharren auf rassistischen Aussagen wird von der New Yorkerin nicht geduldet. Genauso wenig wie Sexismus. In Interviews, auf ihren Tracks und vor allem auch in den sozialen Medien, zeigt sie immer wieder, dass es tausend Gründe gibt, um wütend zu sein. Sie selbst behauptet von sich, kein Vorbild sein zu wollen. Mädels, die ihr nacheifern, wolle sie aber trotzdem positive Dinge vorleben. 
 

Die künstlerische Freiheit hält sich Princess Nokia weiterhin offen. Label-Anfragen wurden bislang immer wieder abgelehnt. Alles entsteht in Eigenregie und größtenteils in Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen. Man darf also gespannt sein, wie Destinys vierter Künstlername lauten und ihre Musik klingen wird. In dem Gesamtwerk ihrer bisherigen Musikvideos, können wir schon erahnen, dass prinzipiell alles möglich ist. Egal ob als Hexe, inmitten von gleichgesinnten Feministinnen oder als toughe Fußballerin, sie nimmt sich jeder Rolle an, macht diese unkonventionell und geht anschließend vollkommen darin auf.

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