BACKSPIN unterwegs: beim Spektrum Festival in Hamburg

BACKSPIN-unterwegs-Spektrum

Wer dann rüber zur Mainstage ging, hatte Anlass, sich zu wundern. Schon wieder spielte Ufo361, dieses Mal allerdings auf der größeren Bühne. Erneut wummerte es „Ich bin ein Berliner“ aus den die Boxen. So ganz aus dem Nichts kam der kurze Auftritt bei näherer Betrachtung allerdings dann doch nicht, schon seit einigen Monaten stärken die Azzlackz um Haftbefehl dem Kreuzberger den Rücken, nach ein paar Minuten eröffnete er dann gemeinsam mit Celo & Abdi ihre Show durch die noch junge Zusammenarbeit „BLLNFFM“. Doch Ufo sollte nicht der einzige Gast bleiben, den das Frankfurter gute Laune Duo mit dabei hatte, die beiden Azzlackz fuhren weiter prominente Unterstützung auf. Gzuz und Bonez MC, ihres Zeichens mittlerweile stolze Nummer-Eins-Rapper, feierten auf dem Spektrum quasi Heimspiel und konnten sich gleich für ein baldiges Event warm machen. Auf der selben Bühne veranstalten sie mit ihrer 187 Strassenbande Anfang September ein eigenes Festival, das die Hamburger Crew als Headliner beenden wird. Für Celo & Abdi wurde kurzerhand ein Remix zum Song „Ebbe & Flut“ aus dem Hut gezaubert. Auch aus der Heimat hatten die Chefs von 385-ideal Support mitgebracht, mit D-Flame schaute ein echtes Frankfurter Rap-Urgestein ebenfalls auf dem Spektrum vorbei.

BACKSPIN-unterwegs-Spektrum (44)Wer sich bei der vollen Landung Straßenrap nicht ganz so wohl gefühlt hat, dem bot sich ebenfalls die Möglichkeit zur dritten Bühne weiterzuziehen. Am Nachmittag wurde die DJ-Stage Klüse von Tereza eröffnet, die Musikliebhaber mit einem sehr soulfullen Mix versorgte und eine starke Untermalung zum wunderbar sonnigen Wetter bot. Parallel dazu begann auf dem Oberdeck der wohl ausdauerndste Auftritt des Festivals. Zwar waren Crack Ignaz und LGoony, beide als Solo-Acts gebucht, dadurch, dass sie in der Running Order allerdings direkte Plätze hintereinander verpasst bekamen, gab es größtenteils ein Duo-Konzert der beiden zu sehen. Auf ihrer „Nasa Universe Tour“ in diesem Jahr hatten der Wiener und der Kölner ja bereits ordentlich Zeit, sich Live aufeinander abzustimmen. So bekam man insgesamt knapp 2 Stunden Songs aus ihren Soloprojekten, wie dem „Grape Tape“ oder Crack Iganz‚ Debütalbum „Kirsch“ zu hören, gleichermaßen wurde natürlich auch das Kollaboalbum „Aurora“ weitestgehend in der Setlist bedacht. Das Trio komplettierte Juicy Gay, der hier und da einen Part beisteuerte und auch neue, gemeinsame Songs mit den beiden Protagonisten der Show anspielte. Damit hörten die Gäste auf der Bühne allerdings noch nicht auf, auch Crack IgnazHanuschplatz Flow Kollege Yung Hurn schaute das ein oder andere Mal auf der Stage vorbei und erfrischte die Fans gelegentlich mit kaltem Wasser, auch das Berliner Based-Signing Kulturerbe Achim war dabei. Ein bisschen mehr BACKSPIN-unterwegs-Spektrum (66)Tiefgang, als das, was der Cloud-Rap der beiden vermittelt, gab es auf der Mainstage zu sehen, dort gaben Zugezogen Maskulin ihr aktuelles Album „Alles brennt“ live zum Besten, zu den oft sehr kritischen Songs wurde in der Menge mächtig gepogt. Vor der Bühne wurde also ohne Rücksicht auf Verluste gefeiert, während Testo und grim104 ihren Unmut gegenüber den „Agenturensöhnen“ oder Populisten dieser Welt äußerten. Auch eineinhalb Jahre nach dem Release erwies sich das Debütalbum des Duos dementsprechend als überaus live tauglich, wann man allerdings mit einem Nachfolger rechnen kann, ist bisher immer noch nicht bekannt.

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Bildergalerie Spektrum 2016 (Teil 2)
Klickt euch durch unsere Fotos vom Festival:

(Fotograf: Yannick Wilmsen)

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Razer

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