BACKSPIN Unterwegs: Mine & Fatoni in Hamburg

Am Mittwoch gaben sich Mine & Fatoni im Rahmen ihrer „Alle Liebe nachträglich“-Tour in Hamburg im Uebel & Gefährlich die Ehre. Einen Tag vorher hatten sie Tourauftakt in Hannover. Doch von anfänglichen Uneingespieltheiten oder Ähnlichem war nichts zu sehen. Die beiden präsentierten ihrem Publikum eine sorgfältig ausgewählte Tracklist und eine gute Liveshow. 

Den Startschuss setzte der deutsche Popmusiker Tristan Brusch. Eine gute halbe Stunde lang gab es eine energiegeladene Zwei-Mann-Show auf der Bühne. Das Publikum nahm den gebürtigen Gelsenkirchener gut an und folgte seinem Auftritt. Anschließend folgte die obligatorische Umbaupause zwischen Vor- und Hauptact. Nach einer weiteren halben Stunde erlosch dann das Licht im Saal und „Formidable“ von Stromae schallte als Intro aus den Boxen. Danach betraten Fatoni & Mine samt dreiköpfiger Band die Bühne. Sie eröffneten das Konzert mit ihrem Song „Aua„, auf dessen Albumversion eigentlich noch Danger Dan von der Antilopen Gang vertreten ist. Es folgten drei weitere gemeinsame Songs, ehe Mine sich alleine, also ohne Fatoni, aber mit Band, die Ehre gab und drei Solosongs zum Besten gab. Kaum war der letzte Takt ihrer Songs verstummt, stand auch schon Fatoni mitten in der Crowd auf der Bar und spielte „Kann nicht reden ich esse“. Danach folgte eine stabile fünfminütige Freestylecypher à la Toni und „Authitenzität“.  Im Anschluss waren die Solosessions aber wieder vorbei und die beiden bespielten wieder zu zweit die Bühne. 

 

Man merkte beiden die hohe Liveerfahrung und Souveränität auf der Bühne an. Fatoni war dieses Jahr als Support-Act der Beatsteaks und Casper unterwegs und Anfang des Jahres auch schon auf eigener „Yo, Fatoni“-Tour zusammen mit DJ V.Raeter und Juse Ju. Zudem kamen noch zahlreiche Auftritte auf Festivals hinzu, sodass er live 2017 bereits fast alles abgerissen hat was geht. Mine hingegen spielte dieses Jahr noch nicht so viele Konzerte und die Tour zu ihrem Album gemeinsam mit Fatoni ist hier die einzige. Vielleicht war das auch der Grund dafür, dass sie sehr energetisch und geradezu euphorisch bei der Sache war.  

Auf jeden Fall harmonierten die beiden sehr gut auf der Bühne, verteilten Frei-Whiskey ans Publikum, forderten Hip-Hop-Hände und kamen auch um den klassischen Moment nicht herum, ein Lichtermehr dank Feuerzeuge und Handylichter mit der Crowd zu erzeugen. 

Es folgten dann noch fast alle restlichen Lieder von „Alle Liebe nachträglich“ und die Stimmung blieb ausgelassen. Insgesamt war es ein deutlich aufgedrehteres und enthusiastischeres Konzert, als man es sich beim Hören der Platte vorstellen würde. Trotz der Soundqualität in der Location, welche nicht die beste war, boten sie zusammen mit ihrer Band eine Liveshow, die abwechslungsreicher nicht hätte sein können. 

The following two tabs change content below.

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.