Tua über das Video zu “Wenn ich gehen muss” und Seenotrettung

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Tua veröffentlichte im November das Video zu “Wenn ich gehen muss”. Der Song war auf seinem letzten Album “Tua” vertreten und hatte schon da eine besondere Bedeutung. Die ursprüngliche Idee dahinter sei gewesen, ein tröstliches Lied darüber zu schreiben, was von uns in anderen Menschen übrigbleibt, wenn wir sterben, so Tua selbst. Mit der Veröffentlichung des Videos kommt nun jedoch noch eine andere Bedeutungsebene hinzu. Das Video ist in gemeinsamer Arbeit mit Sea-Eye entstanden. Sea-Eye ist eine Organisation für zivile Seenotrettung auf dem zentralen Mittelmeer, die seit 2016 bereits 14.000 Leben retten konnte. In einem kurzen Interview erklärt uns Tua, wie sich das Konzept von normalen Musikvideos unterscheidet und wie das Projekt bisher aufgenommen wurde.

Worauf möchtet ihr mit dem Video aufmerksam machen?

Auf die nach wie vor untragbare Situation der Flüchtenden auf dem Mittelmeer und die zivile Seenotrettung, in diesem Fall konkret der Verein Sea-Eye mit dem Schiff Alan Kurdi. Das Schiff ist benannt nach dem auf der Flucht ertrunkenen kurdischen Kind.

Wie ist das Konzept hinter dem Video entstanden und was stellt es dar?

Das Konzept, ein Video über das Thema zu drehen, kam von einem Team der Agentur Jung von Matt. Es wurde dann in einem größeren Team detailliert ausgearbeitet. Das Video täuscht an, ein normales Musikvideo von mir zu sein. Es wird aber schnell schwer auszuhalten und zeigt sich eher als Überlebenskampf auf dem Meer. Ich gehe unter und ertrinke schier. Dann dreht sich das Video komplett: Ich werde von der Crew der Alan Kurdi aus dem Wasser gezogen und “gerettet”. Das Video ist nun Doku-Material und offenbart sich als Spendenaufruf. 

Warum habt ihr euch für Sea-Eye entschieden?

Sea-Eye ist freundschaftlich mit Jung von Matt verbunden und als sie in einem erneuten Notstand waren, wendeten sie sich an die Agentur, die dann wiederum auf uns zuging. Ich habe sie also nicht bewusst ausgewählt, sondern wurde eher ausgewählt.

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Wie hast du die Resonanz auf das Video wahrgenommen?

Die Resonanz ist großartig. Viele Leute haben gespendet und tun es noch, auch auf Tour jetzt werfen Leute bei jeder Show Geld in die Spendenkasse und an der Gästeliste. Natürlich gab es auch Gegenwind mit teilweise unbegreiflichen Kommentaren. Aber das war ja abzusehen und lässt mich kalt. 

Wird es in Zukunft weitere Projekte in dem Rahmen geben?

In gewisser Weise läuft es ja noch, denn im Moment spreche ich es jeden Abend auf Tour an. Außerdem werden wir den Gewinn des “20 Jahre Chimperator“-Jubiläums, welches nächste Woche stattfindet, an Sea Eye spenden. Wie es dann weitergeht, werden wir sehen. 

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