Aus dem Schatten mit (mehr als) einem Knall: „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“

Die „TMNT“ Neuauflage des umstrittenen, aber mindestens genauso erfolgreichen Produzenten Michael Bay („Transformers“, „Pearl Harbor“) geht in die zweite Runde und ist seit dem 11. August 2016 in den deutschen Kinos zu sehen. Nachdem Regisseur Jonathan Liebesman („Texas Chainsaw Massacre“, „Zorn der Titanen“) für den ersten Teil von 2014 eher negative Kritiken einfuhr, durfte Dave Green („Earth to Echo“) bei „Out of the Shadows“ zum zweiten Mal bei einem Spielfilm die Regie übernehmen.

Der erste Teil des Reboots hatte mir schon besser gefallen, als die meisten Rezensionen ihn gemacht haben (IMDb: 5,9/10, Rotten Tomatoes: 22%). Klar, es lässt sich nicht leugnen, dass der Plot nicht der einfallsreichste war und Bösewicht Shredder anstatt einer interessanten Persönlichkeit noch ein paar extra Klingen verpasst bekommen hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Turtle Fernsehserie zwar als Kind mochte und nicht der leidenschaftlichste Fan des Themas war, aber mich hat der Film gut unterhalten.

Im zweiten Teil wird es nun noch größer und noch gefährlicher!

Es wird in allen Belangen noch mal eine Schippe drauf gelegt: Nachdem The Shredder, gespielt von Brian Tee ( „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“),  und sein Foot Clan den Turtles unterlag,  holt er sich diesmal Unterstützung: Die erhält er nicht nur von dem Wissenschaftler Dr. Baxter Stockman, dargestellt von Tyler Perry („Star Trek“), sondern auch von Krang, einem mächtigen, bösen Alien, was sich zur eigenen Belustigung die Erde unter den Nagel reißen will.

Während Megan Fox („Transformers“) als (Investigativ-)Journalistin April O’Neal im ersten Teil noch die Hauptfigur in der Geschichte war, werden das dieses Mal die Schildkröten Michelangelo, Leonardo, Donatello und Raphael selbst. Dadurch werden auch die Charaktere der einzelnen vier Ninjas prägnanter. Auch wenn diese nicht allzu viele Dimensionen aufweisen, bereichert es den Film zum Beispiel um die Outlaw-Thematik, in der sich die vier humanoiden Schildkröten befinden. Die Turtles bleiben auf dem schmalen Grat zwischen albern und cool gerade noch auf der vertretbaren Seite.

Das schaffen auch die beiden neuen Handlanger des Antagonisten Shredder; Bebop und Rocksteady und steuern den ein oder anderen lustigen Moment bei. Dargestellt werden sie von dem Wrestler Stephen „Sheamus“ Farrelly und Gary Anthony Williams (kaum wiederzuerkennen, aber dem ein oder anderen sicher bekannt von „Malcolm mittendrin“).

Ebenfalls neu dabei ist Cop und Hobby-Hockey-Spieler Casey Jones, der sich in das Ensemble der „Guten“ einreiht und gerade bei der Frage, ob die Turtles weiter im Untergrund bleiben oder ins Rampenlicht treten sollten, ein interessanter Faktor wird. Der Darsteller Stephen Amell (Serie „Arrow“) bewirbt sich mit seiner ersten Rolle in einem größeren Film erfolgreich für weitere Angebote, vor allem in diesem Metier.

„Du dachtest, vier Teenager können die Welt retten!?“

Die in den 80er Jahren von Kevin Eastman und Peter Laird als Comic erschaffenen Schildkröten werden irgendwo unter zig Motion-Capture Ebenen dargestellt von Pete Ploszek, Alan Ritchson, Noel Fisher und Jeremy Howard. Alle vier spielen hier ihre ersten großen Rollen. Sie und auch die anderen animierten Figuren, wie Kang, sehen allesamt einwandfrei aus und auch wenn es der X-te Film ist, der in New York City spielt, dient die Stadt ein weiteres Mal als ansehnliche Kulisse. Genau wie die Kanalisation und das Turtles Hauptquartier darin; alles sehr ansehnlich!

Die Special Effects sind, gerade in der letzten Schlacht, regelrecht geisteskrank und keine spektakuläre Kameraeinstellung wird ausgelassen um die Möglichkeiten des Maxximum 3D auszuschöpfen.

Fazit

Wen man in der Lage ist, bei so einem Film nicht immer alles mit Logik zu hinterfragen und auf großen Tiefgang verzichten kann, kann man sich bei „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“ über einen  bildgewaltigen Action-Blockbuster freuen. Den Vorgänger muss man zwar nicht zwangsläufig gesehen haben, es ist aber zu empfehlen. Wer den schon mochte, kommt allemal auf seine Kosten. Bleibt abzuwarten, inwiefern die wenig subtil angekündigte nächste Fortsetzung das Konzept noch weiter ausreizen kann…

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