The Alchemist „Israeli Salad“ (Review)

the_alchemist_israeli_salad_505Israeli Salad? Was? Für das neue Instrumental-Album von The Alchemist muss man mal wieder die Suchmaschine bedienen. Und es ist nichts Antisemitisches, israelischen Salat gibt es wirklich. Auf das Relase bezogen heißt es, dass ALC sich von einem Israel- Trip und dem damit verbundenen Cratediggen 2011 inspirieren ließ.

Die Titel tragen Namen wie “Chetzi” oder “Yala Yala” und auch die Sounds nehmen einen mit in eine fremde Kultur. Es geht, wie für den Alchemist der 10er Jahre üblich, wieder entspannt zu, was jedoch nicht heißt, dass die Beats auf eine andere Weise bangen können. Wie bei “Collage 4: Sunset” zum Beispiel, genial. Auch in Israel musiziert man mit Seele. Alchemist reichert die Instrumentals ordentlich mit Vocalfetzen an. Größtenteils israelisch, aber auch 50 Cent hört man raus wie auf “Chetzi”. Der Tune ist trotz Bounce und wunderschönem Gitarrenriff dazwischen das beste Beispiel für das Hauptproblem der Platte. Eigentlich kann man bei einem Salat ja gar nichts falsch machen, aber Alchemist verpfeffert sich hier eindeutig mit Vocalsamples, dass das Jiddisch zu einer extrem anstrengenden Angelegenheit macht. So eine Bar-Mizwa ist halt nicht für jedermann. Überhaupt nicht anstrengend dagegen sind die bereits bekannten Instrumentals zu “Bold” und “The Type”, die zwar auch mit Sprachschnipseln versehen werden, aber hier wurde vorher abgeschmeckt.

Wie üblich für Instrumental-Releases findet sich leider auch hier der ein oder andere Track zum Wegdösen, aber man wacht ja erschrocken wieder auf von irgendwelchen “ch”-Lauten. Nicht falsch verstehen, das ist kein innerer Basar, nur ein paar fahrende Händler, die dir was andrehen wollen. Ich nehme dann den “Departure”-Beat (No Deportation). Denn eins ist “Israli Salad” auch: Musik die zum Rappen animierten kann wie bei “Bone Thugs N’Haifa”, was sich auch grandios liest.

“Israli Salad” eignet sich prima zum Chill & Grill im Garten (mit Schattenplatz), zum Beschallen von Klamottenstores oder Cafés. Was Gutes für zwischendurch. Ein Salat liegt eben nicht schwer im Magen. Einzig die Vocalwürze lässt einen ein wenig dürsten. Also dran denken, was zum Trinken dazuhaben. Ich empfehle einen Ki-Ba. 0,5. Und ein bisschen Brot wäre auch nicht schlecht. Yala Yala!

PS: Es gibt eine Avocado-Vinyl!

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