Technische Produkte (au BACKSPIN #118)

DER NEUE BATTLEMIX VON PIONEER STARKER ANGRIFF AUF DIE KONKURENZ.

ÜBERNIMMT PIONEER MIT DEM DJM-S9 DIE WELTHERRScHAFT DER BATTLEMIXER? IST ER DIE EIERLEGENDE WOLLMILCHSAU, AUF DIE ALLE GEWARTET HABEN? EINS IST KLAR: DER MIXER BLÄST MÄCHTIG ZUM AN- GRIFF AUF DEN RANE SIXTY-TWO, DER BISHER DIE POSITION DES PLATZHIRSCHES IN DIESER KATEGORIE EINGENOMMEN HAT. WIR SCHAUEN UNS DAS NEUE FEATUREMONSTER EINMAL GENAUER AN.

Der Pioneer DJM-S9 ist für Serato DJ konzipiert worden und es lassen sich nahtlos bis zu vier Decks damit steuern. Auch alle weiteren Sera- to-Funktionen – etwa Autoloops, Effekte oder Cue-Punkte – können direkt am Mixer angesteuert werden. Eigentlich nichts Neues, kennt man das alles doch schon von Sixty-Two & Co. Was den Unterschied ausmacht, sind unter anderem die acht großen beleuchteten, farbcodierten Performance-Pads, die beispielsweise im Cue-Modus die verschiedenen Farben der Cue-Punkte wiedergeben. In dunklen DJ-Booths sorgen sie definitiv für den Durchblick. Vom Feeling her sind die Pads wirklich großartig verbaut. Der Druckpunkt ist perfekt und Cue-Juggling macht mit den Dingern einen Heidenspaß. Hier hat der DJM-S9 im Vergleich zu Rane auf jeden Fall die Nase vorn.

Etwas ungewohnt, aber innovativ, sind die Effekthebel, bei denen man die Effekte entweder temporär oder gänzlich per Lock-on einschalten kann. Bei der DJ-Performance lassen sich damit einige nette Spielereien veranstalten. Wahlweise kann man auf die internen Effekte oder die Serato DJ FX zugreifen. Ebenfalls neu ist der aus eigenem Hause stammende magnetische „Magvel“-Crossfader, bei dem der Widerstand stufenlos von „light“ bis „heavy“ eingestellt werden kann. Natürlich gibt es auch hier wie gewohnt die Möglichkeit, alle Faderkurven je nach Gusto anzupassen.

Doch dem nicht genug: Mittels drei verschiedener „Rubber Bumpers“ lässt sich beim Crossfader sogar das Aufprallen an den Seiten anpassen. Damit kann man nun auch die Klicks des Faders individuell einstellen. Mehr geht wirklich nicht. Hier kann sich der Magvel locker mit der Konkurrenz von Rane messen. Daumen hoch.

Auch die Linefader kommen aus dem Hause Pioneer. Diese lassen sich zwar nicht wie der Crossfader im Arbeitswiderstand regulieren, man kann damit aber durchaus leben. Rechts neben den Linefadern befindet sich die Cue-Abteilung. Glücklicherweise setzt der DJM-S9 hier auf einen Fader anstatt, wie es der Sixty-Two tut, auf eine reine Button-Lösung. Durch diesen Fader lässt es sich im Kopfhörer zwar etwas schwergängig, aber dennoch komfortabel zwischen den beiden Kanälen hin- und hermischen.

Der Aufbau der Bedienelemente ist klar und schlüssig und doch sagt mir der gesamte Auf- bau des Sixty-Two mit seiner etwas kompakteren Anordnung mehr zu. Das muss aber selbst- verständlich jeder für sich selbst entscheiden. Was man nach der Testsession aber nur schwer vermissen möchte, sind die acht Pads und die Effekthebel. Hier ist meiner Meinung nach Rane nun gefragt und wird wohl hoffentlich recht bald mit einem neuen Schmuckstück kontern

FAZIT

Viele Pioneer-Fans, die gespannt auf einen Nachfolger des DJM-909 gewartet haben, wurden belohnt. Trotz der Fülle an Features bietet der DJM-S9 ein übersichtliches und gut durchdachtes Layout, das einen sehr intuitiven und kreativen Work flow erlaubt und zudem auch noch eine Menge Spaß bereitet. Der Preis unter- bietet mit ca. 1.800 Euro den Sixty-Two, für den man aktuell ca. 2.300 Euro hinblättern muss, deutlich. Die Schlacht im Battlemixer-Olymp geht mit Sicherheit weiter..B

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