Technics: Vintage Equipment (aus BACKSPIN Mag #113)

Yamaha NS-10

Technische Daten NS-10 M:

Baujahr: 1978-2001

Frequenzgang: 60Hz-20Hz

Leistung: Programm:60W, Max.: 120W

Nenn-Impedanz: 8 Ohm

Schalldruck: 90 db SPL (bei 1W, bei einer Entfernung von 1m)

Übergangsfrequenz: 2kHz

Bestückung: Tieftöner 18cm, Hochtöner 3,5 cm

Abmessungen: 381,5mm x 215mm x 197,5mm (B x H x T)

Gewicht: 6,3kg (pro Stück)

Gesch. Wert: nach Zustand ca. 400-600EUR pro Paar

Entweder man liebt oder man hasst sie. Die NS-10 von Yamaha gelten auch nach fast 35 Jahren noch als eine Art Industriestandard im Monitoring-Bereich. Auch wenn es heutzutage unzählige und bessere Alternativen gibt, sieht man noch immer selten ein Topstudio ohne ein aufgestelltes Paar NS-10 im Regie-Raum. Wie kommt es zu diesem Phänomen, dass ein alter Hi -Lautsprecher, der totgesagt und als Studiomonitor wiederbelebt wurde, trotz der Tatsache, dass es technisch weitaus qualitativere Monitore gibt, noch immer so erfolgreich im Einsatz ist? Ist es, weil es einer der ersten Lautsprecher war, die in den Studios zum Einsatz kamen? Oder doch eher wegen des weißen Tieftoners? Nun, eine eindeutige Antwort wird man nicht finden, aber vermuten lässt sich eines: Viele Produzenten und Engineers sind sich im Bezug auf die NS-10 einig: Sie klingen schrecklich, aber wenn man es schafft, einen Mix darauf ordentlich klingen zu lassen, dann wird es zweifelsohne überall, ja auch im Auto und auf Muttis Küchenradio gut klingen.

Apropos Klang: Diesen kann man wirklich als nicht besonders homogen bezeichnen. Zu viele Höhen und zu wenig bis fast gar kein Bassbereich. Der erfolgreiche Engineer und Produzent Bob Clearmountain ging sogar so weit, die Höhenlastigkeit der NS-10 mit einem Taschentuch zu bekämpfen, indem er die Hochtöner damit bedeckte. Yamaha reagierte darauf hin mit der Veröffentlichung der zweiten NS-10 Generation, den NS-10M, die dann weniger höhenlastig und im Querformat (mit dem Hochtöner links und dem weißen Konus rechts) auf den Markt kamen. Wer basslastige Mixdowns damit abhören möchte, sollte in jedem Falle einen passenden Subwoofer mit einbinden. Einen Pluspunkt sammeln die NS-10 allerdings in der Mittenwiedergabe, denn hier werden alle Mixingfehler erbarmungslos aufgezeigt. Durch den verbogenen Frequenzgang braucht man allerdings eine längere Einarbeitungszeit. Ein Einsatz als Hauptmonitore ist aufgrund des unausgewogenen Klangs, auch in Kombination mit einem Subwoofer, nicht empfehlenswert. Als Zweitab- höre aber können sie sich beim Mischen als sehr dienlich erweisen.

 

The following two tabs change content below.

Seiten: 1 2 3

Razer

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.