Technics: Sleepy´s World of Music (aus BACKSPIN Mag #117)

Ab hier kann man jetzt verschiedene Wege gehen. Ich gebe euch einfach mal ein paar Beispiele mit auf den Weg:

1. Ich insertiere in jedem Kanal der Drums eine Bandmaschine wie zum Beispiel die VTM von Slate Digital, um meinen Beat-Sounds einen Hauch von Wärme und Dicke zu verleihen. In der Beat-Gruppe insertiere ich dann einen Kompressor, um meine Drum-Sounds vorsichtig ein wenig zusammenzuschweißen und den Beat mehr als Einheit dastehen zu lassen.
Hier bietet sich auch ein Kompressor mit Parallel-Funktion an, um das komprimierte Signal nur leicht zuzumischen. Den kann man auch ruhig ein wenig stärker in die Kompression fahren, ohne dass der Druck von Kick und Snare dabei verloren geht. Entweder bockt das Ergebnis dann schon, oder man insertiert vielleicht noch einen beliebigen EQ und färbt das Signal ein bisschen in die gewünschte Richtung.

2. Eine andere Methode wäre, an dieser Stelle die Virtual Console Collection von Slate Digital auf allen Drum-Sounds zu insertieren und mit den verschiedenen Konsolen-Emulationen nach einem geeigneten Klang zu suchen. Die Neve-Emulation verleiht dem Sound immer etwas Warmes und hebt im Bass-Bereich einiges an. Kann aber auch zu viel sein, wenn eure gesampleten Sounds schon super im Saft stehen und kaum Fragen offen gelassen haben. Dann nimmt man vielleicht eher die SSL- oder API-Konsolen, die nicht so stark in den Bass-Bereich eingreifen. In der

Beat-Gruppe wird dann der VCC-Bus insertiert, der alle anderen Spuren auf einer zusammenfasst und auch gleichzeitig steuern kann. Vom Ding her tun wir gerade so, als wenn wir an einer teuren Vintage-Konsole mischen. Den Drum-Bus kann man dann, wie oben, mit Kompressor und EQ bei Bedarf weiter bearbeiten.

3. Das wäre so in etwa ein Mix aus dem ersten und zweiten Beispiel, aber mit folgender Reihenfolge auf jedem Kanal: Bandmaschine – Virtual Console Collection – Console 1. Falls ihr keine Console 1 habt, könnt ihr natürlich auch jeden anderen Channel Strip eurer Wahl hier insertieren. Da man heutzutage in vielen Studios wegen des warmen druckvollen Sounds Drums noch auf Bandmaschine aufnimmt, kann man sich mit dieser Variante hier einbilden, man hätte das auch so gemacht. Die Drum-Gruppe bearbeitet man dann wie oben beschrieben.

Steht der Beat-Sound soweit, könnte man hier anfangen, einen kleinen Drum-Hall ins Spiel zu bringen. Dafür machen wir uns in der DAW einen FX-Kanal auf und insertieren einen schönen Hall wie zum Beispiel das EMT 140 von der UAD-2-Karte. Low-cut bei 300 Hertz und High-cut bei fünf Kilohertz, um den Effekt ein bisschen zu verschleiern und nicht den Bass-Bereich verschwimmen zu lassen. Jetzt drehen wir in den einzelnen Kanälen einfach nach Belieben den Send zum EMT auf und tauchen unsere Sounds in ein wenig Hall. Mein schlauer Spruch des Tages wäre hier: Weniger ist mehr.

 

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Hanfosan

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