Technics: Sleepy´s World of Music (aus BACKSPIN Mag #117)

Sleepy´s World of Music @BACKSPIN – Fette Beats

Moin Moin, Freunde der Klangverformung. ich freue mich, euch wieder begrüßen zu dürfen hier bei Sleepy’s World of Music. Heute möchte ich mit euch mal ein bisschen in das Thema Produktion mit dem Schwerpunkt Drums eintauchen. Denn seien wir mal ehrlich: Was ist, neben den Vocals, mit das Wichtigste in einer Hip-Hop-Produktion? Normal, Degga: der Beat! Wenn der Beat nicht fetzt, hängst du schon mal mit der halben Miete im Rückstand. das sieht nicht aus und niemand möchte gern irgendwo Schulden haben.

Man könnte jetzt hier zahlreiche Beispiele von Produzenten nennen, die regelmäßig fett abliefern. Aber meine Favoriten in Sachen fetter Beat sind DJ Premier und Dr. Dre. Seit Jahrzehnten drücken ihre Beats in den Klubs weltweit und setzen meiner Meinung nach Standards für eine richtig dicke Hip-Hop-Produktion. Gemeinsam wollen wir heute dem Geheimnis näher kommen, wie man seine eigenen Drums vom Sound her aufwerten kann und genauso fett abliefert wie unsere weltberühmten Vorbilder.

PHILOSOPHIE DER EIGENEN SAMPLE LIBRARY

Jetzt könnte ich natürlich dazu auffordern, einfach ins Internet zu gehen und sich die aktuellsten Sample-Pakete runterzuladen. Das macht kaum Arbeit und man kann sofort loslegen. Aber dann sollte man sich auch nicht wundern, wenn die Musik vom Nachbarn fast genauso klingt wie die eigene und man sich irgendwie nicht unterscheidet vom Rest der Hip-Hop-Welt, weil es der eigenen Musik klanglich an Charakter fehlt.

Hier möchte ich euch empfehlen, ab heute eine eigene Klang-Bibliothek mit selbst gesampleten Sounds und Loops aufzubauen, denn das Ziel muss sein, eine eigene Sound-ID zu entwickeln. Dafür muss man sich nur das Indiana-Jones-Kostüm umwickeln und sich auf eine Reise durch die verschiedensten Klang-Dimensionen begeben. Ab heute samplen wir theoretisch alles, was nicht bei drei aufm Baum ist! Jede Art von Musik wird durchforstet und NSA-mäßig abgehört. Denn überall in dieser Welt voller Frequenz-Spektakel warten jede Menge Kicks, Snares, Hi-Hats, Percussions, Drum-Loops und sonstige Sounds darauf, von uns gesampelt zu werden.

Die Indiana-Jones-Attitüde, so viel sei angemerkt, gilt allerdings nicht nur für Drum-Sounds, sondern für alle zukünftigen Samples, die von uns entdeckt werden wollen.

VINYL, CD ODER YOUTUBE?

Vor einiger Zeit meinte mal einer meiner Level-1-Studenten, dass er seine Drum-Samples alle von YouTube ziehe. Ich habe ihn angeguckt und gefragt: Was soll der Scheiß?!? Ich konnte es damals nicht glauben, dass sich jemand freiwillig diese mindere Qualität gibt und damit seine Songs produziert. Aber woher sollte dieser Junge es auch wissen?! Für ihn gab es den Sound, den er suchte, mit ein, zwei Klicks zum Download, und Zack konnte er loslegen. Die Qualität konnte er in dem Moment noch nicht wirklich beurteilen. Warum ich ihm damals sowie heute davon abrate, Samples von YouTube zu benutzen, ist schnell erklärt:

1. Weiß man nie, in welcher Qualität das Original aufgenommen und abgespeichert wurde.
2. Durch die Konvertierung der Videodatei beim Erstellen und dem späteren Up- sowie Download von YouTube ist auf jeden Fall Audioqualität verloren gegangen.

 

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