Technics: Review – Ableton Live 9 (aus BACKSPIN Mag #113)

Da Live natürlich ein mehr als großes Augenmerk darauf legt zu performen ist die Einbindung von Controllern mehr als nur eine Spielerei für Nerds. Natürlich gibt es Abstufungen in der Kompatibilität oder in der schieren Anzahl an verschiedenen Mappings für alle erdenklichen Controller. Nativ waren bis dato AKAIs APC 20 und APC 40 (und der Mod APC 80) sowie das Launch- pad von Novation gern genommene Oberflächen. Über Auto-Mapping kann eine Reihe weiterer Controller zum steuern der Parameter in Live genutzt werden oder man tut den riesigen Schritt und konfiguriert sich den Controller seines Vertrauens um Live zu steuern.

Bis jetzt.

Mittlerweile wird jeder halbwegs Interessierte mitbekommen haben, dass Ableton in Zusammenarbeit mit AKAI den Push für intuitive und umfassende Nutzung von Live 9 anbietet. Die Zusammenarbeit mit AKAI sorgt dafür, dass der Push aus Komponenten zusammengesetzt wird, deren Bedienbarkeit und Lebensdauer der anderer AKAI-Produkte ebenbürtig sind, ebenfalls ist dieser Controller in der Entwicklung schon so tief mit Live 9 verwoben worden, dass er die Möglichkeit bietet, Live 9 praktisch ohne Blick auf den Bildschirm zu bedienen. Sei es im Live-Einsatz oder im Studio.

Die 64 mit RGB-Hintergrundbeleuchtung ausgestatteten Pads sind natürlich anschlagdynamisch und in gewohnter Qualität. Der in Live 8 nötige Umweg über M4L muss mit dem Push nicht mehr beschritten werden, wenn Step-Sequenzen von Drums oder anderem Material gewünscht sind. Hier kann auch per Knopfdruck das Grid eingestellt werden, ebenso können verschiedene Parameter wie „Swing“, Lautstärke und viele mehr in Echtzeit verändert werden. Schnell einen anderen Sound aus dem Drum- Rack ausgewählt, mit dem Step-Sequencer angeordnet und vielleicht die Quantisierung der einen oder anderen Note noch ein wenig geändert, schon ist das Grundgerüst für einen neuen Song erstellt.

Wirklich interessant wird es, wenn die Möglichkeiten ausgelotet werden, die sich bieten, wenn eine Klaviatur auf die 64 Pads verteilt wird. Nicht nur, dass sie 1zu1 von rechts nach links und von unten nach oben in der Tonhöhe ansteigend verteilt werden kann, Live 9 bietet von vornherein die Möglichkeit, nur Noten bestimmter Tonarten abzubilden und Noten, die nicht in der gespielten Tonart vorkommen, herauszulassen. Es ist also mit ein wenig Übung möglich, einhändig über 3 Oktaven zu spielen. Und zwar nicht nur in den regulären Dur- und Moll-Tonleitern, sondern auch in unzähligen anderen. Wenn man nun also kein Klavier-Virtuose ist, kann trotzdem improvisiert werden innerhalb einer Tonart, so das Prinzip verstanden und die Parameter richtig eingestellt wurden.

Gerade im Bezug auf Live Performance oder das blitzschnelle Um- setzen von Ideen ist die Umformung einer Klaviatur auf eine Pad-Oberfläche, die dieses leichter spielbar macht, ein großartiges Spielzeug. Der Touchstrip zur Linken der Pads kann einerseits zum Pitchbend, andererseits zum Wechseln der Layer im Drum-Rack benutzt werden und zeigt die aktuelle Position über seine 24 LEDs an.

Neben regulären Transportfunktionen werden auch nahezu alle an- deren wichtigen Parameter von Live 9 über Druckknöpfe zu beiden Sei- ten der 64-Pad Matrix angesteuert. Hinzukommen über dem 4-zeiligen LED-Display noch 11 Endlos-Enco- der, welche die darunter angezeigten Parameter und die Master-Lautstärke steuern. Das Display zeigt während der Nutzung alle relevanten Informationen an, damit der Blick nicht allzu oft auf den Computer-Monitor schweifen muss.

Angeschlossen wird der Push per USB 2.0 und ist Bus-Powered. Des Weiteren gibt es über ein externes Netzteil die Möglichkeit, ihn mit Strom zu versorgen, um die Helligkeit der LEDs zu steigern. Über 6,3mm Klinke kann man noch 2 passive Foot-Switches anschließen.

Text von Torben Bowm

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