Technics: Review – Ableton Live 9 (aus BACKSPIN Mag #113)

Live 9/Push

Sah man im „Berlin Calling“ noch einen glatzköpfigen DJ in der Klapse mit Live seine Tracks zusammenbasteln, so hat heute gefühlt die halbe Welt die Symbiose aus DAW und einem Programm für Live Performance auf seinem Rechner. Mit der Version Live 9, die im März offiziell zum Verkauf freigegeben wurde, machte Ableton weitere Schritte nach vorn und implementiert Features, die User schon länger angefragt hatten.

Wer schon einmal mit Live gearbeitet hat, weiß, dass es neben der regulären, horizontalen Ansicht (Arrangement View), die jener anderer DAWs gleicht, auch noch die Live-eigene Session View gibt, in der verschiedene Clips übereinander angeordnet in ihren eigenen Spuren befindlich sind. Diese Clips können sogar ganze Songs sein, je nachdem, wie ausgefeilt eine Live-Performance wird.

Der größte Wurf gelingt Ableton bei Live 9 mit der Möglichkeit, Audio-Material in Midi-Noten zu wandeln – und das auf drei Arten. Eine Einstellung für Drums, eine für Harmonien und eine für Melodien. Live 9 kann zum Beispiel aus Drum- Loops die verschiedenen Komponenten herausarbeiten und sie einzelnen Instrumenten in einem Drum-Rack zuweisen. Ebenso kann Live die Harmonie oder die Melodie aus Audio-Clips extrahieren und ihnen Midi-Noten zuweisen. Zwar ist diese Methode fast immer mit Nachbearbeitungszeit verbunden, jedoch bei der Anzahl neuer Möglichkeiten, die sich auftun, ein Feature, das unzählige Stunden voller Spaß verspricht.

Live 9 gibt einem die Möglichkeit, dass man einzelne Clips mit Automations-Kurven versieht. Musste man vorher diese noch in der Arrangement-View festschreiben und konnte im Falle der Improvisation nicht auf die Automation zurückgreifen, so ist dies nun möglich. Sowohl für Audio, als auch für MIDI-Clips.

 

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Razer

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