Tatwaffe: „Ich versuche einfach Hip-Hop zu leben bis ich abtrete.“

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Wird das kommende Release sehr politisch?

Tatwaffe: Jein. Es gibt einige nachdenkliche Songs. Aber insgesamt geht es mehr darum, wie ich mich als Mensch auf dieser Welt fühle. Aber die Probleme dieser Welt werden definitiv angesprochen.

Du hast schon gesagt, dass auf „Sternenklar“ Features von unter anderem MoTrip, Bosca oder Eko Fresh drauf sein werden. Wie kamst du mit ihnen in Kontakt und fühlst du dich mittlerweile von ihnen überholt? Gerade weil die jüngere Generation dich vermutlich nicht mehr auf dem Schirm hat?

Tatwaffe: Mit Eko Fresh bin ich ja schon lange down. Sieht man ja auch an den beiden Throwbacks auf meinem Mixtape. Da telefoniert man einfach und trifft sich. Bosca habe ich über Born bei einem Auftritt kennengelernt und wir haben uns sofort verstanden. „Kein Ende in Sicht“ ist ein Song, der ihn geprägt hat. Unser Track „Arabische Gärten“ ist ein deepes Ding geworden. MoTrip feier ich sehr, und ihn habe ich auch bei einem gemeinsamen Gig kennengelernt. Ich habe ihm ein paar Dinger vorgespielt und er hat mir versprochen, am Start zu sein, wenn es soweit ist. Ein richtiges Brett ist es geworden. Einfach nur Rap. Ich glaube, ich habe mich immer weiterentwickelt und bin nie stehen geblieben. Es gibt einige neue Rapper, die von mir beeinflusst worden sind und sicher gibt es hier und da auch einige, die dies oder das besser beherrschen. Aber ich glaube, ich muss mich nicht verstecken. Das neue Album wird sicher einige überraschen.

Du hast mal gesagt, dass du „Die Eine“ häufig auf Hochzeiten spielst. Stört es dich eigentlich, wie jetzt gerade, immer auf den Song angesprochen zu werden?

Tatwaffe: Nein, überhaupt nicht. Der Song gibt Menschen Kraft und verbindet sie. Scheiß mal aufs Geld, aber das ist der einzige Weg, diese Welt ein wenig zu verbessern. Gerade heutzutage in diesen Plastiksong Zeiten. „Die Eine“ ist vielleicht kitschig, aber zu 100% ehrlich. Und wer sich schämt über Liebe zu rappen, ist kein Mann in meinen Augen.

Der Song gibt Menschen Kraft und verbindet sie. Scheiß mal aufs Geld, aber das ist der einzige Weg, diese Welt ein wenig zu verbessern.

Fühlst du dich auf den Song reduziert?

Tatwaffe: Nein. Da gibt’s die „Die Eine„-Fans, da gibt’s die Verschwörungsfans, da gibt’s die politischen Fans und dann gibt’s da auch Fans die meine Battleraps feiern. Alles gut.

Ihr sitzt auch an einem neuen Die Firma-Album. Wird es stilistisch an die alten Sachen anknüpfen oder werden auch neue Einflüsse verarbeitet?

Tatwaffe: Es wird anknüpfen, aber auch moderneren Sound haben. Wir haben gerade eine Pause eingelegt, aber Ende des Jahres kann ich euch mehr verraten.

Wie unterscheidet sich die Solo-Arbeit von der Firma-Arbeit?

Tatwaffe: Solo kann ich thematisch und Beat technisch machen was ich will. In der Crew sprechen wir uns immer ab. Dem einen gefällt die Hook nicht, dem anderen mal ein Beat nicht. Es ist manchmal ein anstrengender Prozess, der aber gute Songs und Alben hervorbringt. Aber solo bin ich frei mit meinen Entscheidungen. Einige Songs auf „Sternenklar“ hättest du nie auf einem Die Firma Album gehört.

Mit Die Firma wurdet ihr mit Platin ausgezeichnet. Erhöht das den Druck auf kommende Projekte?

Tatwaffe: Ich habe mir noch nie etwas auf Preise oder Verkaufszahlen eingebildet. Das kommt und geht. Mir ist das Menschliche wichtiger. Ich messe mich eher am Feedback auf der Straße, als nach Klickzahlen. Wenn die Leute auf mich zukommen und mir Propz oder Kritik geben, dann weiß ich wo ich dran bin. Wie willst du heutzutage als Rapper noch 350.000 Singles verkaufen? Das schaffen nur die wenigsten.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Tatwaffe: Ich arbeite am nächsten Solo Album, das im Frühling nächstes Jahr kommen soll und am Die Firma Album. Urlaub machen. Meine drei Kids großziehen. An solche Sachen denke ich eher, wenn ich an die Zukunft denke. Und sollte „Sternenklar“ auch nur halbwegs funktionieren, dann will ich einfach mal wieder raus und zwei,drei Wochen am Stück live performen.

Das aktuelle Mixtape „Tatzeit“ könnt ihr hier downloaden.

 

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1 Comment

  1. magix

    1. Juni 2016 at 20:55

    watt is denn los mit euch??? ’98 kam straight outta compton? wohl eher ’88!

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