Tales from a dirty old Men: Helden? (aus BACKSPIN MAG #116)

Revolution, Rebellion, Widerstand, Ja, los, wir lehnen uns gegen die bestehende Ordnung auf und kämpfen gegen das System. Mit Farben ballern wir die Welt zu! Gemeinsam bringen wir die durch Kapitalismus ungerecht gewordene Welt ins Wanken. Gegen den Status quo ankämpfen hat etwas Ehrenvolles und ist meines Erachtens nach eine Tätigkeit, die getan werden muss. In der heutigen Zeit erlebe ich allerdings eine Entwicklung, die kann und will ich nicht gut- heißen und ich hoffe, ihr auch nicht. Religiös fehlgeleitete Menschen ziehen in den Krieg gegen die Welt, die mir zum Teil auch nicht gefällt. Ich dachte immer, wenn sich jemand gegen das Establishment auflehnt und rebelliert, dann mache ich mit und man kämpft schon für eine gute Sache, aber das ist hier nicht der Fall. Radikale Islamisten sind im Endeffekt nicht mehr als Faschisten. Ich will Helden, die sich gegen das System auflehnen und mit denen ich mich identifizieren kann und keine langbärtigen Lemminge, die sich aufgrund der Tatsache, dass ihnen 72 Jungfrauen im Jenseits versprochen wurden, in den Heiligen Krieg ziehen. Für mich bekommt da die Bewertung „Die ticken nicht richtig“ eine völlig neue Bedeutung, denn die ticken schließlich wie Zeitbomben. Ach ja, und seien wir doch mal ehrlich, scheiße aussehen tun sie noch dazu. Ähnlich diesen Hipstern mit ihren Bärtchen und Jutebeuteln, nur dass die niemandem Leid zufügen, mal ganz vom Optischen abgesehen. Nein, ich bin nicht von der Rasiermesserindustrie angeheuert worden, das nur so am Rande! Ein wahrer Held war Oz, ruhe er in Frieden! Er machte sich nichts aus dem, was andere von ihm dachten und er geierte auch nicht nach schnödem Mammon oder Versprechungen aus irgendeinem religiösen Buch. Er machte und das mit einer Vehemenz, die ihresgleichen sucht. Unscheinbar und dennoch auffällig. Er lebte sein Ideal und wurde stetig missverstanden und missachtet, dennoch machte er weiter. Da konnte selbst eine Stadt wie Hamburg, der es in erster Linie nur darum geht, nach außen hin zu scheinen und finanziell dem Mainstream angepasst zu sein, nicht gegen an. Oz sollte ein Idol und eine Leitfigur für all die jungen Menschen sein, die keinen Sinn mehr in der modernen Welt sehen. Sie sind doch schließlich alle ständig auf der Suche nach einem Kick. Nun, ich denke, Oz hatte diesen Kick jeden Tag und fühlte sich dabei gut oder zumindest ausgeglichen, denn er ließ sich nicht unterkriegen. War bei einem seiner letzten Interviews folgendes Zitat schließlich anscheinend sein Lebensmotto: „Lieber tot, als vor denen den Schwanz einziehen!“ Dennoch – oder gerade deswegen – hat er niemandem wehgetan, außer sich selbst. Er ging an seine Grenzen. Grenzen, die die Jugend heutzutage vergeblich versucht, sinnvoll zu erschließen. Da gehen manche Vollpfosten doch ernsthaft los und köpfen Menschen. Au! Allein der Gedanke daran tut in meinem Kopf weh! Viele werden sich jetzt denken, dass man mit ein wenig Farbe doch die Welt nicht verändern kann, aber da liegt ihr falsch. Bisher haben nur die friedlichen Revolutionen nachhaltige Effekte erzielt, siehe Gandhis Feldzug gegen die Kolonisten in Indien oder die Montagsdemonstranten im ehemaligen Revolution, Rebellion, Widerstand, Ja, los, wir lehnen uns gegen die bestehende Ordnung auf und kämpfen gegen das System. Mit Farben ballern wir die Welt zu! Gemeinsam bringen wir die durch Kapitalismus ungerecht gewordene Welt ins Wanken. Gegen den Status quo ankämpfen hat etwas Ehrenvolles und ist meines Erachtens nach eine Tätigkeit, die getan werden muss.

Oz sollte ein Idol und eine Leitfigur für all die jungen Menschen sein, die keinen Sinn mehr in der modernen Welt sehen.“

In der heutigen Zeit erlebe ich allerdings eine Entwicklung, die kann und will ich nicht gut- heißen und ich hoffe, ihr auch nicht. Religiös fehlgeleitete Menschen ziehen in den Krieg gegen die Welt, die mir zum Teil auch nicht gefällt. Ich dachte immer, wenn sich jemand gegen das Establishment auflehnt und rebelliert, dann mache ich mit und man kämpft schon für eine gute Sache, aber das ist hier nicht der Fall. Radikale Islamisten sind im Endeffekt nicht mehr als Faschisten. Ich will Helden, die sich gegen das System auflehnen und mit denen ich mich identifizieren kann und keine langbärtigen Lemminge, die sich aufgrund der Tatsache, dass ihnen 72 Jungfrauen im Jenseits versprochen wurden, in den Heiligen Krieg ziehen. Für mich bekommt da die Bewertung „Die ticken nicht richtig“ eine völlig neue Bedeutung, denn die ticken schließlich wie Zeitbomben. Ach ja, und seien wir doch mal ehrlich, scheiße aussehen tun sie noch dazu. Ähnlich diesen Hipstern mit ihren Bärtchen und Jutebeuteln, nur dass die niemandem Leid zufügen, mal ganz vom Optischen abgesehen. Nein, ich bin nicht von der Rasiermesserindustrie angeheuert worden, das nur so am Rande! Ein wahrer Held war Oz, ruhe er in Frieden! Er machte sich nichts aus dem, was andere von ihm dachten und er geierte auch nicht nach schnödem Mammon oder Versprechungen aus irgendeinem religiösen Buch. Er machte und das mit einer Vehemenz, die ihresgleichen sucht. Unscheinbar und dennoch auffällig. Er lebte sein Ideal und wurde stetig missverstanden und missachtet, dennoch machte er weiter. Da konnte selbst eine Stadt wie Hamburg, der es in erster Linie nur darum geht, nach außen hin zu scheinen und finanziell dem Mainstream angepasst zu sein, nicht gegen an. Oz sollte ein Idol und eine Leitfigur für all die jungen Menschen sein, die keinen Sinn mehr in der modernen Welt sehen. Sie sind doch schließlich alle ständig auf der Suche nach einem Kick. Nun, ich denke, Oz hatte diesen Kick jeden Tag und fühlte sich dabei gut oder zumindest ausgeglichen, denn er ließ sich nicht unterkriegen. War bei einem seiner letzten Interviews folgendes Zitat schließlich anscheinend sein Lebensmotto: „Lieber tot, als vor denen den Schwanz einziehen!“ Dennoch – oder gerade deswegen – hat er niemandem wehgetan, außer sich selbst. Er ging an seine Grenzen. Grenzen, die die Jugend heutzutage vergeblich versucht, sinnvoll zu erschließen. Da gehen manche Vollpfosten doch ernsthaft los und köpfen Menschen. Au! Allein der Gedanke daran tut in meinem Kopf weh! Viele werden sich jetzt denken, dass man mit ein wenig Farbe doch die Welt nicht verändern kann, aber da liegt ihr falsch. Bisher haben nur die friedlichen Revolutionen nachhaltige Effekte erzielt, siehe Gandhis Feldzug gegen die Kolonisten in Indien oder die Montagsdemonstranten im ehemaligen Osten unserer Republik – DDR ade. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Bei einem friedlichen Protest rennt die Gegenposition nur offene Türen ein und wird später ganz nebenbei vereinnahmt. Schaue ich mir die Terroristen von heute an, dann sehe ich die Leichen von morgen und es hat sich nichts geändert – Lebensziel verpasst! Oz hat es geschafft, die Stadt an der Elbe nachhaltig zu verändern, denn seine Zeichen werden auch noch in 100 Jahren zu sehen sein, so up war er. An einen einzelnen Dschihadisten erinnert sich doch schon seit gestern keiner mehr und erst recht nicht mehr an das, wofür er eintrat. Da ist unsere durch Disney geprägte Gesellschaft viel zu schnelllebig für. Und gerade deswegen bin ich manchmal der Moderne dankbar, dennoch trete ich ihr kritisch entgegen! Denn im Endeffekt sind wir Writer jetzt alle ein wenig Oz!

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