Back2Tape: Von B-Boys für B-Boys – Sune Pejtersen im Portrait

Sune Pejtersen

In Kooperation mit Porsche begab sich Niko 2018 auf Spurensuche der deutschen Hip-Hop-Geschichte. Innerhalb von fünf Tagen machte Niko in sechs deutschen Städten Halt und überquerte dabei 2300 Kilometer. Herausgekommen ist eine filmische Dokumentation, die die lebendige Geschichte prägender Figuren der Kultur darstellt. Mit Gästen wie Samy Deluxe, Curse, Toni-L, Namika, Falk Schacht und Scotty76 skizziert „Back to Tape“ ein abwechslungsreiches Bild von Hip-Hop, das vor allem eins verdeutlicht: Das Lebensgefühl und die Liebe für die Kultur.

Zwei Jahre später hat sich Niko erneut auf dem Weg gemacht. Mit dem Blick auf die wichtigsten Details der Kultur, führt „Back2Tape“ Niko diesmal quer durch Europa. Berlin, Paris oder London sind nur ein paar der Städte, denen Niko einen Besuch abstattet. Was schweißt Rapper, Graffiti-Maler, DJs und Breakdancer zusammen? Und was macht das Lebensgefühl von Hip-Hop so besonders? Diesen und weiteren Fragen geht Niko in „Back2Tape“ – in Kooperation mit Porsche – auf den Grund. Heute geht es nach Dänemark. In der staatlich geduldeten autonomen Gemeinde Christiania in Kopenhagen, spricht er mit dem Tänzer Sune Pejtersen. 

“Hip-Hop und Christiania gehören einfach zusammen.”

Sune Pejtersen kommt eigentlich aus Flensburg. Dort gehörte er einer dänischen Minderheit an und besuchte eine dänische Schule. Da der Großteil seiner Familie in Kopenhagen lebte, entschied er sich für das Studium ebenfalls nach Dänemark zu ziehen. Schließlich hatte es sich schon immer wie seine zweite Heimat angefühlt. Dort kam er Ende der 90er Jahre durch die vielen B-Boy-Jams wieder zum Tanzen und trainierte von da an regelmäßig. In den 80ern hatte er bereits in Deutschland getanzt, allerdings gab es immer weniger Angebote, weshalb er das Hobby etwas vernachlässigt hatte. Sein Stil lag und liegt beim Breaken, Electric Boogie und Popping. Seit 1993 lebt er in Christiania, einer staatlich geduldeten autonomen Gemeinschaft in Kopenhagen. “Hip-Hop und Christiania gehören einfach zusammen”, sagt Sune. Das merkt man vor allem an den vielen bunten Graffiti-Wänden in der Stadt. 

Sune Pejtersen

Back to Tape / Porsche / Markus Schwer

Battles mitten in der Menge machen Floor Wars so besonders

Sune Pejtersen kann beatboxen, singen, Gitarre und Panflöte spielen. Als SoonEnough kombiniert er diese Fähigkeiten regelmäßig – manchmal komponiert, manchmal komplett spontan und improvisiert. Dabei nutzt er ein Live-Loop-Pedal, wodurch ein dynamischer Musik-Mix entsteht. Häufig zeigt er dabei auch sein wahrscheinlich größtes Talent: Das Tanzen. Als professioneller Tänzer war er bereits auf Shows, Workshops und Wettbewerben auf der ganzen Welt dabei und konnte internationale Kontakte knüpfen. Durch diese Events und Kontakte wurde er dazu inspiriert sein eigenes Breakdance Battle Floor Wars auf die Beine zu stellen. Sunes Ziel war es, ein großes Event zu kreieren, dass dennoch nicht seinen Underground-Charakter verliert. Diese besondere Atmosphäre schafft er seit 2005 vor allem dadurch, dass die Battles nicht wie üblich auf einer Bühne stattfinden, sondern auf dem Boden mitten im Publikum. “Diese Nähe ist ganz wichtig bei Floor Wars.”, sagt der Tänzer. Eine weitere Besonderheit der Veranstaltung ist die Zusammensetzung der B-Boys und die vielen Cyphers, die während des Events stattfinden. Sowohl neue Talente als auch bekannte Profis aus aller Welt treten bei Floor Wars vor einem ebenso bunt zusammengewürfelten Publikum gegeneinander an.

Bei Floor Wars handelt es sich um ein 3vs3-Battle nach dem “Great 8”-Prinzip. Grundsätzlich ist die Teilnahme an den Qualifikationsrunden für das große Battle in Dänemark für jede Crew offen. In mehreren Neben-Battles werden die acht besten Crews ausgesucht. Diese treten dann im Hauptbattle gegen die acht Crews an, die sich vor der Jury in Dänemark behaupten konnten.

Back to Tape / Porsche / Markus Schwer

Von B-Boys für B-Boys

Obwohl Sune Pejtersens Veranstaltung mittlerweile größer, bekannter und professioneller ist, verdient er seinen Lebensunterhalt nicht ausschließlich durch Floor Wars. Und das ist auch gut so, sagt Sune: “Das ist eine Passion und ich möchte das gerne als Passion erhalten.” Dadurch behält das Breakdance Event seinen speziellen Underground-Charakter und kann fortgeführt werden, wie Sune es möchte, ohne dass Existenzen daran hängen und aus wirtschaftlichen Gründen die Leidenschaft und die verbindende Funktion der Veranstaltung verloren gehen. Sune ist wichtig, dass seine Veranstaltung eine bleibt, die von B-Boys für B-Boys gemacht wurde, denn das gab es zuvor nicht.

Floor Wars ist ein Ort des Austausches und spiegelt damit wieder, was Hip-Hop für Sune bedeutet: “Hip-Hop trägt mehr zur Völkerverständigung und Vereinigung bei, als Politiker es jemals könnten.”

 

 

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