Sticky Dojah’s New York Stories #8: Graffiti in der Bronx

BACKSPIN-Autor Philipp Lembke war im Januar in der South Bronx unterwegs und sammelte dort Eindrücke einer nie weggewesenen Kultur, die sich immer noch behauptet.

Der Januar 2015 war ein guter Monat für die Bronx und ihre Bedeutung als Graffitimekka. In der von Wildstyle-Legende Crash ins Leben gerufenen und von seiner Tochter geführten Galerie Wallworks gab es die erste „richtige“ Ausstellung namens „Ikonoklasts“ zu sehen. Diese widmete sich speziell den drei verstorbenen Legenden A-One, Dondi und Rammellzee. Von allen gab es unveröffentlichtes Material zu sehen, und man konnte sogar für günstiges Geld einen auf 129 Stück limitierten Druck von Dondi erwerben. Dondis Bruder Michael White (siehe Bild mit Autor) hatte dies in Leben gerufen. Der Erlös der Drucke geht an die Dondi-White-Foundation, die sich um Aufklärung über Aids bemüht. Bei der Eröffnung zeigten sich auch diverse Old-School-Legenden wie etwa Michael Holman („Graffiti Rock“) oder Lava 1&2 von den Ex-Vandals. Es wurden Geschichten erzählt und Blackbooks getaggt. Ein gelungener Einstand für die noch junge, aber jetzt schon sehr wichtige Galerie Wallworks NY.

Zur gleichen Zeit feierte die 156 Crew – eine der größten mittlerweile international verankerten Crews – etwa 20 Blocks weiter nördlich ihren dreißigsten Geburtstag im Bronx Museum of Arts. Allen voran war es JonOne, der die Crew weiter am Leben erhielt. Jon One war in den späten Achtzigern von New York nach Paris gezogen – auch um seinen Drogenproblemen zu entkommen. Nach einer erfolgreichen Karriere in Europa ist er gerade eine Kollaboration mit Perrier eingegangen, und sein Tag verziert nun sämtliche Glasflaschen der Nestléfirma.

Im Bronx Museum ging es dann auch etwas wilder zu. Es bildete sich eine Schlange und nur durch Vorgabe falscher Tatsachen gelang es dem Autor und zwei weiteren Personen, noch in den Ausstellungsraum zu gelangen. Dort rockte Large Professor sich einmal durch sämtliche Classic Breaks an den Plattenspielern und es wurden viele Photos geschossen. Es war schon beeindruckend zu sehen, wie viel Geschichte dort versammelt war. Auf die nächsten Dreißig!

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