Starrlight im Interview: “We fight with knowledge to educate them!”

Als uns der Track Turn This Life Around” von einer jungen niederländischen Rapperin namens Starrlight zugeschickt wurde, war schnell klar: Das Ding haut rein. Nicht nur, weil der selbsternannte Femcee äußerst gekonnt auf dem runtergepitchten Sample-Beat ihre Parts liegen lässt, sondern auch weil sie das Thema Rassismus unpeinlich anspricht. Inhaltlich zwar recht allgemein gehalten, aber raptechnisch beachtlich und mit der nötigen Wut ausgestattet.

Wir haben Starrlight, die angibt vom klassischen Frauenrap ála Da Brat oder Bahamadia geprägt worden zu sein, daher näher zu ihrem Track befragt.

 

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In deinem Song “Turn This Life Around” behandelst du das Thema „Rassismus“ auf heftige Art und Weise. Geht es da in erster Linie um deine persönlichen Erfahrungen oder wünscht du dir einfach eine grundsätzliche Sensibilität für das Thema?

„Glücklicherweise bin ich im Alltag nicht mit Rassismus konfrontiert. Ich will, dass Menschen verstehen wie es für Menschen anderer Ethnien ist, aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert zu werden. Ich spreche jene an, denen noch immer nicht klar ist, dass man unabhängig von ihrer Hautfarbe alle Menschen gleich behandeln sollte.“

In der Pressemitteilung für „Turn This Life Around“ sagst du: „Leider ist Rassismus etwas, was in unserer Gesellschaft nach wie vor existiert und ein sehr ernstes Thema darstellt. Sogar bis zu dem Punkt, an dem es von den Medien gehypet wurde.“ – Was genau meinst du damit?

„Ja, fast alles wird heutzutage ein Medienhype. Es ist, als würde die Mehrheit aller Menschen nicht einmal wissen wo wie herkommen oder wo sie hinwollen auf diesem Planeten. Sie folgen was auch immer die Medien ihnen vorsetzten und nehmen es als Wahrheit an. Dabei glaube ich haben wir das Privileg für uns selbst zu denken, doch sie scheinen dies nicht zu tun.“

Das Video zeigt einige Szenen und Einblendungen aus den Vereinigten Staaten – Ku-Klux Klan Märsche, Bill O’Reilly – kontrastiert von Martin Luther King Jr. oder Fred Hampton, die im Video zitiert werden. Hast du wirklich das Gefühl, dass sich seit Zeiten von „Blacks only“-Schildern nichts geändert hat?

„Ich sage auch: „Die Geschichte wiederholt sich – der Unterschied ist nur, dass wir keine Sklaven mehr sind.“ – Nein, ich denke nicht, dass sich nichts geändert hat, aber wenn die Gesellschaft weiterhin so agiert, dann ist das eine Häme für diejenigen, die für uns gekämpft haben. Ich wollte, dass Menschen sehen, wie es wäre wenn Schwarze die gleichen Rechte hätten, wie Weiße. Ich bin mir sicher, dass es etwas schockt, aber dass sind einfach Szenen die man sehen sollte, diese Leute mussten da durch! Und es ist nicht fair, dass Schwarze immer wieder und wieder für ihre Rechte kämpfen müssen. Mental findet immer noch eine Etikettierung statt.

Viele Leute wenden ein, dass die Tatsache einen schwarzen Präsident zu haben der Beweis dafür ist, dass es jeder zu etwas bringen kann und dass das gebetsmühlenartige Ansprechen des vorherrschenden Rassismus nur eine Art Ausrede sei. Andere wiederum argumentieren, dass Rassenprobleme unter Obamas Amtszeit sogar schlimmer geworden sind. Was meinst du?

„Ich glaube nicht, dass die Präsidentschaft irgendetwas damit zu tun hab, ob Rassismus vermehrt oder vermindert auftritt. Ich glaube auch nicht, dass ein schwarzer Präsident schwarze Menschen irgendetwas bringt. Es steckt alles im System. Obama macht das, was er gesagt bekommt und ist nur eine weitere Marionette, die für das benutzt wird was da im Versteckten geplant wird, was auch immer das ist.artktekl

In „Turn This Life Around“ heißt eine deiner Zeilen: „We fight with knowledge to educate them“ – würdest du sagen, dass deine Kunst grundsätzlich politisch und aufwühlend ist?

„Ja, dieser Track ist politisch und aufwühlend, soll aber auch ein Bewusstsein für das Miteinander schaffen. Ob mein Stil und meine Lyrics generell politisch sind? Nein, überhaupt nicht. Ich sage was ich fühle und ich hatte das Gefühl über dieses Thema noch nie gesprochen zu haben und ein starkes Verlangen danach verspürt. Aber wenn man meine Musik anhört findet man unterschiedlichste Themen von denen man sich angesprochen fühlen kann.

Mehr von Starrlight gibt es auf Soundcloud.

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Er ist nicht "Nordisch by Nature" – kam aber durch Samy und EinsZwo zu Hip-Hop. Abseits davon auch gerne Gespräche über die Rettung der Welt, Tesla oder Alan Watts. "They try to blind our vision, but we all God children, we siblings. You my brother, you my kin, fuck the color of your skin."

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