Spotlight: Rap aus Fernost

Auf die Frage, ob es eine Sprache gibt, die jeder auf Gottes grünem Spielplatz spricht, dann ist die Antwort recht simpel: Musik. Es kann egal sein, ob wir Wort für Wort alles verstehen, was uns Künstler XY aus Estland auf seiner Reggaeplatte erzählt, wir fühlen die Musik und das ist es worauf es ankommt. Im Laufe dieses Artikels werde ich aber nicht über die Estländische Reggae-Szene berichten (insofern überhaupt eine existiert), stattdessen werde ich das Spotlight auf das Land der aufgehenden Sonne richten, aber auch auf Südkorea und Indonesien eingehen. Letztere haben in diesem und letztem Jahr für viel Lärm gesorgt, aber dazu später mehr.

Rap ist universell und omnipräsent. Wenn der Beat knallt und die Vocals, wenn auch nur rein akustisch, perfekt passen, dann ist alles andere nicht mehr von Belang. Der Mensch ist zwar ein Gewohnheitstier und oft (leider in zu vielen Hinsichten) nicht unbedingt offen für neues, aber das hat glücklicherweise nie die Macher betroffen, sondern das konsumierende Volk. Gut für den Teil der Menschheit, der Bock auf neuen, sicken Shit aus fremden Ländern und Kulturen hat. Dafür reisen wir zu Beginn nach Japan, dem Land, von dem wahrscheinlich die wenigsten etwas in Bezug auf HipHop erwarten oder wissen. Komplette Fehlanzeige. Wer die Augen und Ohren offen hält, wird merken, dass die meisten Sprachen im Ostasiatischen Raum einen natürlichen Flow haben. Wir Deutschen haben eine harte und klare Sprache, in der es für jeden Sachverhalt abertausende von Umschreibungen gibt, mit denen wir unsere Gedanken zu Wort bringen können. Die Rapkultur hatte also einen guten Nährboden, der zusätzlich durch unsere Beziehung zum Heimatland des heutigen Raps, den U.S.A., ordentlich gezuckert wurde.

So, zurück nach Japan. 1986 öffnete das erste mal ein Hip Hop Club in Shibuya seine Pforten für das neugierige Publikum und seitdem ist Hip Hop in Japan, der teilweise auch sehr stark kommerzialisiert wurde, ein fester Bestandteil einer nicht ganz so fassbaren Kultur. In den letzten Jahren kam aber einiges über die Ufer des Inselstaates in die westliche Welt gespült. Der Erfolgsanime Samurai Champloo featurte am Ende der Serie die Single „San Francisco“ von Midicronica, einer Japanischen Rapgruppe, die spätestens seitdem, auch im Westen Gehör findet.

Wenn wir noch weiter zurückgreifen, kommen wir nicht an Rip Slyme vorbei. Die Gruppe ist seit 1994 existent und immernoch am Start. Ihr Werk Umfasst bis jetzt elf Studioalben, mehrere Singles und EPs. Die Gruppe hat sogar mehrmals bei den MTV Music Awards abräumen können.

Die meisten von euch kennen Rip Slyme sogar, nur wissen sie es einfach nicht. Erinnert ihr euch noch an Tokyo Drift? Natürlich tut ihr das! Jeder hatte diesen einen Typen im Freundeskreis, der sogar 2010 noch das Theme als Klingelton hatte. Ilmari und Ryo-Z von Rip Slyme waren nämlich Teil der Teriyaki Boyz, an der Seite von  Wise, Verbal und Nigo, dem Gründer der Kleidermarke A Bathing Ape.

Ilmari war ebenfalls in einer anderen Rapgruppe Namens Steady & Co. beteiligt. Die Gruppe war insgesamt ein Jahr gemeinsam aktiv und brachte nur ein Album Namens „Chambers“ raus, das sich aber großer Beliebtheit erfreute.

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1 Comment

  1. dungd2n

    16. Juli 2016 at 0:48

    ein paar meiner favorites aus südkorea (hiphop / rnb):
    – jay park, dean, crush, gray, …

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