Splash! 20: Freitag – Tagesbericht

Freitag

Zum 20. Mal öffnet das Splash! Festival in diesem Jahr seinem Pforten für Fans von allen Arten des Hip-Hop. Nachdem bei der Preparty am Donnerstag schon einiges passierte, was ihr hier nachlesen könnt, startete mit dem heutigen Freitag das Festival offiziell. Und das, mit einem Line-Up, das es in sich hatte. Doch dazu später mehr.

Der Tag startet um 8:45 auf dem Zeltplatz. Wer schon einmal auf einem Festival oder Campen war, weiß, dass es vor allem im Sommer nicht viel länger im Zelt auszuhalten ist. Es geht also früh los und es gibt viel Zeit zu überbrücken, bis der Tag auf dem Festivalgelände mit Nikos Interviewmarathon beginnt. Doch es gibt jede Menge Wege um die Zeit zu nutzen, so werden einige Runden Flunkyball, Karten und sogar Kniffel auf dem Zeltplatz gespielt. Die meisten allerdings entspannen sich in ihren Campingstühlen, genießen das erste Bier und bereiten sich gespannt auf den heutigen Festivaltag vor. Zu Recht, denn er bringt einiges mit sich.

Um 14:35 öffnen sich mit etwas Verspätung die Türen zum Gelände und kaum zehn Minuten später eröffnet Niko BACKSPIN mit dem ersten Event das Splash! –Wochenende. Bei seinem Interviewmarathon begrüßt er Bausa, Reezy und Cashmo in der ersten, so wie CR7Z, DJ Eule, Shana BACKSPIN, Bartek und Max Mönster aka Montana Max in der zweiten und dritten Runde als Gäste. Die Themen drehen sich um Splash! Erfahrungen und die Meinungen zur aktuellen Entwicklung in der Musik sowie Live-Performance junger Künstler. Allgemeine Fragen aus dem Publikum über die Aufgaben eines Major-Labels  gingen außerdem  an Max Mönster, den A&R von Universal Urban.

15:30. Als erste musikalischer Act eröffnet Cashmo die Splash! Circus Stage und beschallt die Ohren der Besucher mit seinem laidback, an G-Funk angelehnten Sound. Zum Ende spricht er von einem neuen Album, das demnächst erscheinen soll, so wie von einer Single in zwei Wochen, man darf also gespannt sein. Kurz nach Cashmos Auftritt eröffnet einer der meistbesprochensten Deutschrapacts des Jahres die Mainstage. Bausa beginnt seine Show mit dem Intro seines Albums „Dreifarbenhaus“ und kann mit seiner markanten Stimme, die Crowd an eine Mainstage gewöhnen, die noch einiges erleben soll.

Während Chima Ede um 17:00 die Splash! Circus Bühne zum kochen bringt, die er bereits von seinem gestrigen Gastauftritt kennt, zerlegt die Garma Kang die Backyard Stage, zwar mit deutlich weniger Zuschauern, jedoch mindestens genau so viel Energie, wie größere Acts des Tages.

Während umd 18:15 Takt32 auf eben dieser Backyard Bühne eine mehr als stabile Show abliefert, bringen SXTN, mit neuem Album und einer Menge Motivation im Gepäck, die Splash! Circus Stage regelrecht zum beben. Jede Menge Bewegung, jede Menge Moshpits, jede Menge Atmosphäre. So weit so gut und obwohl der Abend gerade erste beginnt, kocht die Stimmung bereits auf dem gesamten Gelände und das ist nur Teils der knallenden Sonne und den jenseits von 25 Grad liegenden Temperaturen geschuldet.

19:30. Der zweite Act auf der Mainstage macht sich bereit. Nach einigen aufwärmenden Beats tritt Mac Miller an einen einsamen Mikrofonständer mitten auf der Stage und kann die inzwischen gut gefüllte Hauptbühnenmenge mit einer Mischung aus alten und neuen Songs zum feiern ermuntern. Während die Leute bei Songs wie „Dang.“ einfach nur zum tanzen animiert werden, rastet die Menge bei „Insomniak“, nach Aufforderung Mac Millers, vollends aus.

Ahzumjot macht um 20:00 Uhr mit seinen bereits berüchtigten Live-Qualitäten den Playground in der Mitte des Festivalgeländes unsicher. Zur gleichen Zeit kann sich Aminé, den meisten wahrscheinlich durch seinen Platz auf dem diesjährigen XXL Freshman Cover bekannt, über eine trotz Newcomerstatus recht große und motivierte Crowd auf der Splash!-Mag Stage direkt am See freuen.

Nachdem Mac Millers Mainstage Zeit zu Ende geht und sich bis 21:30 kein neuer Artist auf die Mainstage begibt, zieht es extrem viele Menschen um 20:30 zum Auftritt von Rin im Splash!-Circus. Vor fast schon überfülltem Haus und sichtlich begeistert von der Energie der Menge performt der erste Künstler, der beim neuen Label Division unter Vertrag steht Songs wie „Curtis“, „Bros“ oder „Blackout“, letzteren sogar zwei Mal.

Nachdem Rin sein Set beendet strömt die gesamte Menge scheinbar ausnahmslos vom Splash!-Circus zur Mainstage, denn dort steht Travis Scott auf dem Programm. Um 21:30 betritt der Houston Native die Bühne und liefert einen der Auftritte ab, für die er bekannt ist. Flammen, Geschrei, Moshpits und Fans, die auf die Bühne stürmen und passend zum Beatdrop wieder in die Crowd springen, runden die Show ab. Nach einer knappen Stunde gefüllt mit sowohl alten als auch brandneuen Tracks verlassen Travis und sein DJ Chase B die Bühne und alles wirkt auf einmal sehr still und ruhig. Doch das soll nicht lange so bleiben. Während Travis Scott die Mainstage zerlegt, hört man, von der Splash! Mag Stage am See, Reimketten wie Maschinenpistolen schmettern. Kollegah, unterstützt von Ali As und Alpha Music-Schützling Seyed liefern ordentlich ab und geben der Crowd, die nicht schon von Travis Scott zum schwitzen gebracht wurde, den Rest.

Kurze Pause. Schnell etwas essen. Doch viel Zeit bleibt nicht, denn schon um 23:30 ertönt eine Art König der Löwen Gesang aus den Boxen der Mainstage. Doch anstatt der normalerweise afrikanischen Worte hört man „Duuuuuu H*rensoooohn, ich tanze auf deinem Graaaaab“ und K.I.Z.  betreten einen Balkon neben der Hauptbühne. Nach dem ersten Song, der bereits erste Moshpits in der komplett gefüllten Menge vor der Mainstage hervorruft, fällt der Vorhang vor der Bühne und enthüllt das Bühnenbild, welches in wahrer K.I.Z. Manier mit Panzern, Waffenkisten und Armeelagern geschmückt ist. Rechts und links neben der Bühne fahren vier riesige Banner in die Höhe, jedes von Ihnen bedruckt mit einem der K.I.Z. Jungs, in bekannter Armeeaufmachung auf orangenem Hintergrund. „Urlaub fürs Gehirn“ klingt an und die Menge tobt. Und das ändert sich in der nächsten Stunde auch nicht mehr. Jeder Song wird mehr gefeiert als der vorherige, Bengalos leuchten auf und die Menge ist ein einziges, sich bewegendes, Meer aus Fans. Man sollte meinen das gesamte Splash! hat sich vor der Hauptbühne versammelt.  Begibt man sich jedoch zum See, zur Splash! Mag Stage, so findet man doch noch eine beachtliche Restmenge an Menschen, die wohl eher von amerikanischem Hip-Hop angetan sind, denn dort heizt Lil Yachty der Menge ebenfalls ordentlich ein. Beim Beatdrop zum von Carnage produzierten „Mase in `97“ wirft die gesamte Menge auf Yachtys Anweisung alles in die Luft, was man grade so zur Hand hat. Ähnlich zu den Hüten bei einer amerikanischen Abschlussfeier fliegen Becher, Schuhe, Flaschen und alle möglichen kleinen Gegenstände durch die Luft. Ein Bild, das man nicht so schnell vergisst.

Der Großteil der Menge verlässt bereits das Gelände, doch wer noch bleibt bekommt die Möglichkeit, auf der Playground Stage Zeuge einer Show zu werden, die einem einzigen durchgehenden, riesigen Moshpit gleicht. Die Suicideboys betreten um 1:45 die Bühne und sorgen mit ihrer Mischung aus Trapbeats, satanisch-dunklen Lyrics und melancholischem Gesang für einen Abschluss des Tages, der die meisten verschwitzt und einige sogar leicht verletzt zurückgelassen haben müsste. Sie sind die letzte Live-Perfomance für Freitag. Wer Lust hat, kann zu verschiedenen DJ-Sets noch bis in die frühen Morgenstunden feiern. Und morgen geht es weiter, mit der zweiten Ausgabe von Niko BACKSPINs epischem Interviewmarathon.

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Schon vor seiner Zeit bei BACKSPIN hat er immer von Hip-Hop geträumt . Jetzt darf er sich auch endlich tagsüber damit beschäftigen.

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