Splash! 20: Samstag – Tagesbericht

Es ist Samstag und wir sind mittendrin im Hip-Hop-Wochenende des Jahres. Nur wenigen Festivalgästen und Künstlern merkt man an, dass sie teilweise bereits den Donnerstag und Freitag auf dem Campingplatz verbrachten.

Entgegen einiger Wettervorhersagen ist auch der Samstag ein heißer Hochsommertag. Vereinzelt zeigen sich Wolken am Himmel, allerdings wird zu diesem Zeitpunkt eine kleine Abkühlung in Form eines kleinen Schauers fast schon von Campern erhofft.

8.00: Ich werde durch die stickige, stehende Luft und nicht näher definierbare Rufe meines Nachbars geweckt. Die ersten Festivaltage beziehungsweise Sonnenstunden haben bereits ihre Spuren hinterlassen und so sind wir froh, dass wir trotz des frühen Aufstehens noch genug Zeit zum Erholen haben bevor das Festivalgelände eröffnet. Auf dem Weg zu den Bühnen überbieten sich die Schilder einiger kreativer Festivalbesucher: „Du twerkst – wir trinken“ oder „Pro Squat ein Shot“ sind dabei nur die Sprüche, die mir auf Anhieb einfallen.

11.30 Uhr: An unserem Zeltlager ziehen eifrige Mit-Camper vorbei, die fleißig ihre Müllbeutel füllen. Sicher auch um ihren Müllpfand wieder zu bekommen und nicht nur der Umwelt zu liebe, aber dennoch bin ich von der Courage dieser Besucher beeindruckt und werfe noch während dieses Gedankenganges meine Fanta-Dose in unserer provisorischen Mülleimer.

14.00 Uhr: Es wird Zeit den Campingplatz zu verlassen und sich Richtung Festivalgelände in Bewegung zu setzen, denn Nikos epischer Interviewmarathon beginnt wie jeden regulären Festivaltag um 14.45 Uhr und ein früher Gang zu den Bühnen ermöglicht darüber hinaus die Chance auf einen unverhofft privaten Auftritt eines Künstlers: Kool Savas bespielte zu diesem Zeitpunkt die Hauptbühne zwecks seines Soundchecks.

14.45: Zusammen mit BRKN, Chima Ede und Curly eröffnet Niko sein Programm. Anlässlich des Jubiläums und natürlich des Standortes redet unser Head mit seinen Gästen – ähnlich wie am Vortag – über ihre mitteilungswürdigsten Splash!-Geschichten. In der darauffolgenden Stunde nehmen unter anderem noch Falk Schacht, Felix Krull, Schote, Max Mönster, Skinny, Dexter und Hugo Nameless auf der Bühne Platz. Eine Geschichte von unserem Festival-Veteranen Zino durfte natürlich auch nicht fehlen. Mitschnitte dieser Gespräche findet ihr in den kommenden Wochen auf BACKSPIN TV.

Parallel zu unserem Programm schallte auch die tiefe Stimme von Big Chief durch die Stadt aus Eisen: Im Backyard wurden, wie schon im Vorjahr, Battles von „Don‘t Let The Label Label You“ live dargeboten. Die Berliner Crew, die Zino erst vor kurzem besuchte, sorgte für Battle-Stimmung auf dem Festival. Der Ausgang der Veranstaltung wird euch sicher bald im Internet ereilen. Dies soll an dieser Stelle nicht vorgegriffen werden.

15.30: Während DLTLLY den Backyard beschallte, brachte Token den Circus zum beben. Der MC bewegte sich quer durch das ganze Publikum und die Crowd dankte es ihm. Zum Ende seines Slots spielte er noch einen bisher unveröffentlichten Track.

16.15: Kurz danach betrat 3Plusss die Mainstage. Seinen zweiten Splash!-Auftritt feierte der Essener mit gefühlten 50 Merch-Artikeln, welche er in die Crowd feuerte und diese forderte mehrere Male, dass sich der Künstler doch ausziehen möge. Seine Klamotten behielt er zwar an, aber dafür durften wir seine offene, nicht von einem Haargummie gebändigte Mähne bestaunen.17.00 Uhr: Eine ganz andere Stimmung herrschte nebenan im Circus bei Witten Untouchable. Lakman, Kareem und Mess bewiesen ihre Routine und vor allem Kareem bewies einen langen Atem durch eine beachtlich lange Floweinlage, die mit nur sehr wenigen Atemzügen auskam. Das Publikum zeigte sich stark beeindruckt.

19.30 Uhr: Wieder zurück zur Mainstage: Das große Fußballtrikot mit der Rückennummer 7 an der Wand verriet, dass Loyle Carners Auftritt nicht mehr lange auf sich warten lassen konnte. Grade erst zurück von seiner Australientour zeigte sich der Londoner erfreut auf der Hauptbühne spielen zu dürfen und strahlte über das ganze Gesicht.

18.00 Uhr: Apropos Strahlen: Von dem gutem Wetter profitiert vor allem die Bühne am See. Auf der Splash!Mag-Stage spielt BRKN und nahm uns alle mit in seine sonnige Welt nach „Hollywood 36.“

18.15 Uhr: Härtere Töne kommen zu dieser Zeit aus dem Backyard: Dort war es Kelyn Colt, der dem Publikum einheizte. Zusammen mit Sugaboy und Elijah Hook sorgte er für ein abwechslungsreiches Set, was das Publikum zum tanzen brachte.18.30 Uhr: Tanzbare Töne schlug auch Post Malone an. Trotz des doch frühen Slots und der hoch stehenden Sonne war der Circus eng gefüllt und die Hits des Texaners sorgten für eine harmonische Stimmung. Für diese war sicher auch die hochmotivierte Verfassung von Post Malone verantwortlich, die sich durch viele kleine Gags zwischen seinen Liedern und seine Mimik äußerte.

19.30: Noch steht die Sonne am Himmel, aber dennoch füllt sich die Fläche vor der Mainstage. Die Crowd wartet auf Dcvdns, der so oft wie wohl kaum jemand in den letzten Jahren das Festival im Osten der Republik bespielte. Seine Setlist bestand aus vielen Tracks seines brandneuen Albums und brachte die Menge zum Feiern. Nach Touren mit Cro und Kool Savas beweist der Saarländer einen souveränen Auftitt auf der größten Bühne des Festivals.

20.00 Uhr: Wir springen zur Splash! Mag-Stage: Bis zu dem Ende der verfügbaren Fläche, die durch Bäume und den See eingegrenzt ist, stehen viele schaulustige Festivalbesucher dicht an dicht und warten auf den Auftritt von Ufo361, der es versteht sich zu inszenieren. Seine Setlist bestehend aus seinen wilden Hits, aber auch seinen ruhigen Anspielstationen bestätigt jeden Zuschauer am Rande des Sees.

20.30 Uhr: Ähnlich sollte es den Besuchern vor dem Circus ergangen sein: Dort betritt noch während Ufo spielte Megaloh zusammen mit Chima Ede und Musa die Bühne. Unterstützt von mehreren Bläsern und unter anderen Trettmann, zeigten die drei Freunde, dass sie nicht zum ersten Mal gemeinsam auf einer Bühne stehen.

21.30 Uhr: Die Mainstage ist bis zu den Tribünen gefüllt und wartet auf keinen geringeren als Kool Savas, unterstützt von seinem neuem Backup Takt32, der am Vortag auftrat. Darüber hinaus wurde er auf der Bühne von SXTN und Azad besucht und schuf (sich) mehr als einen Splash!-Moment.

22.00 Uhr: Eine komplett andere Show liefert zu dieser Zeit Desiigner am Ufer des Sees ab. Allerdings ebenfalls vor einer hochmotivierten Crowd.

22.30 Uhr: Näher an Kool Savas – in diesem Kontext musikalisch sowie räumlich gesehen – spielt Nas. Der während seines Slots auf seinen großen Katalog von Hymnen zurückgreifen kann und unter anderem Michael Jackson Tribut zollt.23.30: Parallel zu dem Ende von Nas‘ Show trennte sich die Crowd: Marteria und Pusha T beginnen gleichzeitig.

Marterias Setlist besteht aus vielen Tracks seines jüngsten Albums „Roswell“ und während seiner Show unterstützen den Rostocker musikalisch seine Sängerinnen und Sänger, Miss Platnum und sogar Paul Ripke, der in den „letzten“ 20 Sekunden einen Accapella-Verse zum Besten gibt. Für wenige Tracks färbte sich die Bühne allerdings auch Grün und Marsimoto betritt die Bühne, was das Publikum wohl mit am meisten erfreut. Das besondere Highlight von Marterias Auftritt ist allerdings eine bisher unveröffentlichte Splash!-Hymne, die er live zum ersten Mal darbietet. „Splash! 20 und ich war bei 19 dabei.“, verkündet er strahlend. Besonders emotional wurde die Show ebenfalls durch einen Track, der dem erst vor kurzem verstorbenen Prodigy Tribut zollt.

Nach dem Ende der Slots von Nas und Marteria, der seinen, deutlich zur Freude aller im Publikum, überzog, schallen schon die Klänge von Kitschkrieg und Trettmann über das Festivalgelände. Während seiner energetischen Show verkündet der gebürtige Leipziger den näher eingegrenzten Releasetermin seines neuen Albums, welches im kommenden Semester erscheinen soll, spielt zusammen mit seinem Partner in Rhyme Megaloh ihre komplette „Herb & Mango“-EP und gibt sein Mikrofon passenderweise am Ende seines Slots an Haiyti weiter, bevor Kitschkrieg den Abend auf der von ihnen gehosteten Bühne ausklingen lassen.

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Videobeiträge des Splash! 20 werdet ihr bald auf BACKSPIN TV sehen können.

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Moin! Aachener, der irgendwas mit Medien studiert, ungern über sich in der Dritten Person schreibt und fest zu BACKSPIN gehört. Kopf ist kaputt, aber Beitrag is nice, wa.

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