Die Meinung der Redaktion zu Zunas “Mele7”

Mele7Erst vor rund einem Jahr nach langem Untergrundhustle überregional auf der Landkarte aufgetaucht, schaffte es die Dresdener  KMN Gang rasend schnell, sich einen Namen zu machen, Fans zu rekrutieren und auch innerhalb der Rapszene gute Kontakte zu knüpfen und krönte den Erfolg schließlich mit dem meist geklickten Deutschrapsong des gesamten Jahres 2016. Nach Azet, der bereits vor rund einem Jahr mit “Fast Life” vorlegte, zieht nun auch Gang-Mitglied Zuna mit dem ersten großen Release seit Beginn des Hypes nach. Das trägt den Titel “Mele7”, trumpft mit insgesamt 15 Titeln und Features aus der Gang von Nash, Azet und Miami Yacine auf, rekrutiert mit Bausa und Noizy aber auch Gäste von außerhalb. Wir haben uns die Platte angehört.

Zuna – “Mele7” kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Shana: "Zuna ist ein Künstler, den ich, nachdem ich das erste Mal von ihm hörte, krass unterschätzt habe. Umso begeisterter war ich von 'Mele7' – Zwar strotzt das Album nicht unbedingt vor Einfallsreichtum, aber, wenn wir mal ehrlich sind, wär’s ja auch Quatsch, ein Rezept zu ändern, das offenbar funktioniert. So gibt’s klassische Straßenrap-Thematiken, die sich alle grob in den Kategorien falsche Freunde, Geld machen und den Zusammenhalt in der Gang fassen lassen. Garniert wird das Ganze in einem Maximum von Autotune, was aber auch alles andere als ein Kritikpunkt ist. Nices Ding, Zuna, bitte bitte mehr davon." - 7/10
  • 6/10
    Marvin: "Als ich zum ersten mal von der KMN Gang gehört habe, haben es mir die Jungs extrem angetan. Ein frischer Sound, eine neue Herangehensweise und einfach ein paar coole Jungs. Mit Azet und Zuna an der Front ging es immer weiter nach vorne. Dann Kokaina, und plötzlich wusste jeder wer die Jungs sind. Azet war immer mein Favorit, weil er den anderen Jungs irgendwie etwas voraus hatte. Für Zunas Album habe ich gehofft, dass er seinem (leider) inhaftierten Kollegen nachzieht und so den Stand der KMN-Gang festigt. Insgesamt ist dies gelungen, jedoch leider nicht in der Form wie ich es wollte. Das Album ist solide, allerdings gibt es nicht wirklich etwas, was man so nicht erwartet hätte. Autotune, Geld, Slang in beliebiger Reihenfolge kombiniert mit oftmals afrikanischen Rhythmen - Voilà. Inzwischen sind die KMN-Jungs auch nicht mehr die einzigen, die diese Schiene fahren, was sie weniger besonders gemacht. Damals war der Sound etwas neuartiges, quasi ein Derivat vom 'Palmen aus Plastik' Sound, was aber nicht nach einer billigen Kopie klang. Inzwischen ist die Deutschrap-Landschaft überflutet von genau diesem Stil, wodurch ich schnell überdrüssig wurde. Hätte Zuna jetzt gezeigt, dass sie trotzdem noch die Richtung vorgeben können, hätte sie das endgültig in die obere Liga aufgenommen, allerdings blieb eben diese Innovation aus. Fans werden das Ding aber trotzdem feiern, da sie vermutlich genau das wollen, was Zuna da abliefert." - 6/10
  • 5/10
    Jakob: "Auch wenn Zuna sich wirklich sehr krass aus Frankreich inspirieren lässt, ja manche würden sogar das Wort 'Biten' in den Mund nehmen, so finde ich, dass er es fast als Einziger wirklich gut umgesetzt hat. Demnach hatte ich durchaus Erwartungen an dieses Album. Für mich ist das Album nach sieben Tracks aber eigentlich schon vorbei, danach konnte mich nur noch die bereits bekannte Single 'KMN' abholen. Das Intro fand ich brutal atmosphärisch, bis zur Mitte des Albums ist es auch energisch und wirklich stark (abgesehen vom 'Cazal Remix'). Autotune wurde meiner Meinung nach auch hervorragend umgesetzt. Aber dann, ab Track acht wird es belastend wie lange nicht mehr. Man kann den Rest des Albums getrost wegwerfen. Irgendwelche billigen, gottverdammten 0815-Kack-Dancehall-Afrotrap-Party-Lovesong-Hymnen, die einem Gänsehaut vor Fremdscham bereiten. Das hat mir wirklich die Freude am Album genommen. Wollte Zuna diese Tracks wirklich machen oder wollte er seinen Fans gerecht werden? Ich tippe stark auf zweiteres, da er gerade in der ersten Hälfte des Albums wirklich krass abliefert und es eigentlich nicht nötig hätte. Aber vielleicht hat er auch eingesehen, dass die starke erste Hälfte nicht noch einmal in dieser Form und Länge funktioniert hätte. Hat sich Zuna nach nicht einmal einem Album musikalisch schon abgenutzt? Dieses Album scheint es zumindest schon anzudeuten. Mal sehen, was der Rest der KMN-Gang in Zukunft noch so abliefern wird. Den Kiddies gefällt es ja offensichtlich. Hypemäßig ist die KMN-Gang ja die 187 Strassenbande des Ostens." - 5/10
  • 6/10
    Cedric: "'Mele7' bedient sich an so ziemlich allem, was gerade angesagt ist. Von Trap in der ersten Hälfte des Albums, bis Dancehall Einflüssen (zweite Hälfte ab 'Wieso?') und Four-to-the-floor Beats ('Ghetto') ist hier alles dabei, was in den Clubs so laufen könnte. Das alles ist auch stets gut produziert, melodiös gerappt und wirklich eingängig, allerdings hab ich mir etwas Eigenständigeres gewünscht, als die nächsten französisch beeinflussten Songs. Und was bitte soll diese Gitarren-Schnulze 'Baby'? Für das Album spricht allerdings, dass es eine sorgfältig sortierte Tracklist besitzt, die dem Projekt einen angenehmen Fluss gibt. Das Album wird wohl so einige Leute glücklich machen, meinen Geschmack trifft es aber nicht." - 6/10
  • 7/10
    Anna S.: "Mir gefällt der melodische und abwechslungsreiche Soundrahmen, der die Straßenrap-Thematiken in ein eingängiges Licht rücken. Stellenweise hätte mir eine reduzierte Anwendung der ganzen Soundeffekte besser gefallen, da das Ganze teilweise überladen klingt. Trotzdem hat Zuna noch genug Platz auf dem Longplayer, um seinen KMN-typischen und kräftigen Stil von sich zu geben." - 7/10
  • 6/10
    Yannick W: "So unvereinbar das klingen mag, 'Mele7' findet irgendwie zwischen spannend und unerträglich statt. Gerade Start der Platte bleibt durch seine dichte Atmosphäre, nahezu perfekt dosiertes Autotune und pure Authentizität hängen. Mit den beiden 'Cazal'-Versionen samt Features von Bausa und Azet findet die Platte auch ihre Höhepunkte recht zügig. Um die Hälfte kippt die Platte dann allerdings gänzlich. Was eindrucksvoll düster und fokussiert begann, verläuft sich in schrecklichen Raggaton/Dancehall-beeinflussten Beats oder kalkulierten Club-Hymnen, die den zweiten Teil der Platte, der sich wohl am besten mit dem Sound auf 'Ghetto' zusammenfassen lässt, für mich beinahe unerträglich macht. So bleibt ein Tape mit dem ein oder anderen Hit, das durch den abrupten Stilswitch unglaublich viel Potential liegen lässt. Aber der Hype ist ja noch jung. Da kann und wird es noch sehr hoch hinausgehen, soviel ist sicher." - 6/10
  • 6/10
    Lukas: "Am Anfang habe ich nie viel auf den KMN Hype gegeben. Was kann da schon so toll dran sein, dachte ich mir. Kokaina war ein ganz cooles Lied aber auch nicht den Riesentrubel wert. 'Mele7' hat mich jetzt nicht direkt vom Gegenteil überzeugt, allerdings stehe ich dem ganzen jetzt schon positiv gegenüber. Abgesehen von den offensichtlichen Vorbildern, die sowohl in Sachen Sound als auch in Sachen Thematik und Aussprache in unseren Nachbarländern gesucht werden, kann man nicht viel wirklich negatives finden. Das Soundgewand ist passend, die Melodien sind da und die textlichen Themen Stimmen mit Image und Aussagen überein. Musikalisch definitiv kein krasser Fehltritt. Ist zwar keine Neuerfindung aber definitiv angenehm anzuhören und nichts, was man sofort wieder ausmachen will." - 6/10
6.1/10

Kurzfassung

Mit “Mele7” kann Zuna nur bedingt bei uns punkten. Während gerade der erste Part der Platte zu packen weiß, verläuft sich der Folgende in Trends, die das Gesamtbild stören.

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