Die Meinung der Redaktion zu Yung hurns “In Memory of Yung hurn”

Erst vor rund eineinhalb Jahr auch außerhalb der Wiener Szene auf der Bildfläche erschienen, konnte sich Yung hurn in nur ein paar Monaten zu einem der meist diskutierten und spannendsten Phänomenen der deutschsprachigen Musiklandschaft entwickeln. Mit teil kryptischen, undurchsichtigen Texten, simples Parts und Hooks und nicht zu letzt mit dem noch abgedrehteren Alter Ego K.Ronaldo bot das Mitglied der Live from Earth-Crew schon früh das Potential, zu polarisieren. Und tatsächlich gehen die Meinungen zum Wieder Avantgardisten in Diskussionen oft weit auseinander. Zum Jahresabschluss 2016 sammelte er schließlich alle Tracks, die losgelöst von einer Veröffentlichung in den letzten zwei Jahren ihren Weg ins Internet fanden und deutet gleichzeitig das Ende des Charakters Yung hurn an. Wir haben “In Memory of Yung hurn” besprochen.

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Das sag die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    David: "Bei Yung Hurn scheiden sich die Geister; entweder man hasst oder liebt ihn. Ich muss gestehen , anfangs fand ich ihn auch noch ziemlich interessant als Phänomen und mit 'Bianco' hat er auf jeden Fall einen der Hits 2016 gelandet. Aber spätestens bei seinem Projekt als K. Ronaldo hab ich ihn aus den Augen verloren. Nun meldet er sich mit seinem vierten Release, bestehend aus einer Zusammenstellung seiner besten Songs, als Yung Hurn zurück. Das spiegelt zwar perfekt Hurns 'Ich geb 'nen Fick auf Alles'-Attitüde wieder, ist mir dann aber doch etwas zu einfallslos." - 6/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Eigentlich schwierig zu beurteilen, immerhin handelt es sich um eine lose Sammlung von allesamt schon bekannten Freetracks, die zudem noch ziemlich nah an der Set-List seiner Live-Show liegt. Aber wer schon mal auf einem Konzert des Wieners war, der weiß, wie gut die Songs live funktionieren. Im Gegensatz zu den bisherigen Veröffentlichungen fehlt 'In Memory of Yung hurn' zwar jeglicher Zusammenhang was Sounds angeht, dafür ist Hitdichte viel, viel höher als bisher und erleichtert dementsprechend auch den Zugang - über das gute Gespür für simple und dennoch catchy Beats braucht man an der Stelle glaube ich gar nicht mehr diskutieren. Und auch, wenn mir Songs wie 'Opernsänger' doch etwas zu sehr drüber sind, tut er mit seiner Art der deutschen Rapszene gut. Nur 'Rot' fehlt mir auf dem Tape irgendwie ein bisschen, aber vielleicht hat er damit ja noch Größeres vor..." - 7/10
  • 6/10
    Peter: "Auf Albumlänge transportiert sich der - Wie sagt man Neudeutsch?- Vibe von Yung Hurns Musik deutlich besser, als innerhalb von drei Minuten auf YouTube. Auch nach fast zwei Jahren Hurn bin ich mir immer noch nicht sicher, ob mir das gefällt, was ich da höre. Finde ich seine Aufmachung und das Drumherum zum Großteil nervig, bleiben mir manche seiner Melodien ewig im Ohr. Teilweise genial, stellenzuweise zu viel Klamauk. Sicher aber einer der prägenden Künstler der kommenden Jahre." - 6/10
  • 7/10
    Teresa: "Meine Meinung zu dem Album von Yung Hurn ist sehr gespalten. Einerseits ist, zum Beispiel, „FDP“ sehr anstrengend durch diese andauernden Wiederholungen. Andererseits ist es einen Kunst mit so einer stumpfen Art auf so einen langsamen Sound zu rappen und dabei noch Themen von Drogen, F*** die Polizei und Sex bis Liebeskummer, wie in „Ferrari“ („Meine Pommes brauchen kein Salz. Ich lass paar Tränen einfach rauf tropfen. Stich ein Messer in mein Herz Baby. Hoff dann hört es endlich auf zu klopfen.') rüberzubringen." - 7/10
  • 7/10
    Raphael: "Yung Hurn schafft Ohrwürmer. Darauf muss man sich wohl einigen. Ob man die feiert oder schrecklich findet entscheidet der Geschmack. Für mich bricht er angenehmerweise die Grenzen des Genres und zeigt was möglich, wenn man das alles nicht so ernst nimmt. Oder doch? Wenn Hip-Hop in den letzten Jahren abgedrehter und künstlerischer wurde, dann ist Hurns Musik die Spitze des Eisberges. Man muss ihn nicht verstehen, aber es unterhält. Und 'Bianco' ist ein Hit." - 7/10
  • 7/10
    Kevin: Wenn man die Entwicklung des Wieners verfolgt hat, dürften keine großen Überraschungen auf der Compilation zu finden sein. Eine schöne Zusammenstellung seines bisherigen Schaffens, die mich zwar nicht zu 100% zufrieden stellt, aber einen Querschnitt darstellt, für welchen Sound Yung Hurn steht. Für mich kommen die Stärken Hurns deutlich zum Vorschein, wenn er melodiös über die Instrumentals geht und so Tracks wie 'Online', 'Bianco' oder 'Pillen' zustande kommen. Ich freue mich auf die kommende EP, da ich dort mehr Songs wie 'Rot' erwarte, der es nicht auf die Compilation geschafft hat." - 7/10
  • 7/10
    Sara: "Ist halt extrem speziell. Ich finde die Beats und den Sound des Albums echt nice. Diese verstrahlten Vibes schaffen irgendwie eine leichte, fast schon paradiesische Atmosphäre. Womit ich halt leider so gar nichts anfangen kann ist dieses Gelalle. Das klingt teilweise echt platt und würde mir ziemlich schnell ziemlich stark auf die Nerven gehen. Aber wenn man's feiert, cool." - 7/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Unterhaltsame Kompilation, die mir das Phänomen des österreichischen Rappers tatsächlich etwas näher gebracht hat. Über allem steht natürlich die Definition eines Ohrwurm, 'Bianco' mit Rin, dem ich mich seit vergangenem Sommer nicht mehr entziehen kann. Darüber hinaus zeigt Yung Hurn, wie man Auto-Tune einsetzt, ohne dass es schnell nervig wird. Lex Lugner, der neben 'Bianco' u.a. auch für die Produktion von 'Ferrari' und 'Skrrt Skrrt' verantwortlich zeichnet, belegt eindrucksvoll sein Gespür für eingängige Sounds, während Yung Hurn dem für ihn schönen Leben frönt, was sich lyrisch in Verses über Autos, Drogen und Sex niederschlägt. Dies meist mit solch einer Belanglosigkeit in der Stimme vorgetragen, das sich fern vom 0815-Proll-Gehabe bewegt, und deswegen erfrischend anders, sprich gut, rüberkommt." - 8/10
  • 7/10
    Niko: "Wurde auch mal Zeit für ein Best-Of. Der Shine auf den Wiener war ja nicht nur medienseitig recht ordentlich, prominente Fans unterstützen dies. Aber ob dieser erste käuflich erwerbliche Release ein Abschied von der Figur "Yung Hurn" ist, wird sich zeigen. Wie ist es sich für so eine Compilation gehört, gibt sie aber einen herrlichen Überblick über das bisherige Schaffen. Und ne hübsche Urne auf dem Cover." - 7/10
  • 6/10
    Anna S.: "Ich war schon sehr von mir überrascht, als ich mit auf den Hit-Zug in Richtung 'Bianco' aufgesprungen bin. Umso überraschter bin ich nun, dass ich an dem Werk musikalische Aspekte gefunden haben, die mich mitreißen können. In erster Linien begrenzen diese sich aber nur auf die melodiösen und leichten Beats, die ein solides Konstrukt bieten. Mit Yung Hurns markantem Markenzeichen, seiner gewöhnungsbedürftigen Delivery, kann ich bislang aber immer noch nicht viel anfangen. Da daran aber nicht all zu viel zu rütteln sein wird, erscheint er in meiner Playlist vorerst als 'Bianco' 'One-Hit-Wonder', auch wenn die Tendenz nach oben langsam aber sicher greifbar wird. - 6/10
6.8/10

Kurzfassung

Auch wenn Yung hurn nicht dafür bekannt, ist, Konsens mit seinem Output zu schaffen, sind wir uns einig: Der Wiener kann Hits und beweist mit der Kompilation, dass er einen prägenden Einfluss auf die deutsche Rap-Szene hat.

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Ich kann quasi nur über Musik reden...

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