Die Meinung der Redaktion zu „AON 2“ von Xatar

Der Charakter Xatar gehört zu den spannendsten und meist diskutierten Rap-Größen der vergangenen zehn Jahren. Der Startschuss für die kontroverse Karriere des Bonners, dessen Lebensweg kontrastreicher kaum sein könnte – von einem Studium in London bis zur Inhaftierung im Irak reichen seine Erlebnisse – fiel mit dem Album „Alles oder Nix“. Eine LP, aus der ein gleichnamiges Label hervorging, später auch ein Trademark-Sound, ein gut aufgestelltes Camp. Jetzt, etwa eine Dekade später steht der zweite Teil in den Plattenregalen. Erneut in Gänze produziert von AON-Soundschmied Maestro, baut Xatar auf Samples, Straßenattitüde und die eigene, spannende Vita. Wir haben das Album besprochen.

Xatar – „Alles oder Nix 2“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Daniel: "Xatar orientiert sich bei 'Alles oder Nix 2' musikalisch nur bedingt am Vorgänger. Trotzdem kommt bei einigen Tracks die Atmosphäre vom Gangsterrap-Klassiker auf. Die Songs, bei denen das am wenigstens klappt, sind die mit einem moderneren Soundbild und Featuregästen wie Azet, Capital oder Eno. Dabei sind die Songs einzeln betrachtet auch nicht unbedingt schlecht, aber durch die vielen verschiedenen Stile entsteht kein einheitliches Klangbild. Textlich ist es durchgehend auf einem durchschnittlichen Niveau. Die Verwendung von vielen Samples sorgt dafür, dass es produktionstechnisch interessant und auf einem hohen Niveau bleibt." - 6/10
  • 7/10
    Laura: "Insgesamt auf jeden fall ein solides Album! Der Bira kommt darauf zwar auf manchen Tracks eine Spur moderner daher, was aber für mich völlig klar geht, da Xatars Raps auch mit moderneren Beats gut zusammenpassen. Außerdem nutzt er zwar teilweise auch Autotune, setzt es aber intelligent ein, sodass es nicht wirklich ein Störfaktor ist. Zudem hat er mit Schwesta Ewa, Eno und Capital ein paar stabile Features am Start. Schade ist nur, dass auch Xatar mit 'Zinedine' auf die Fußballer-Schiene aufspringt." - 7/10
  • 6/10
    Kevin W: "Mit seinem populärsten Werk 'Alles oder Nix', setzte Xatar in Sachen Authentizität im deutschen Straßen Rap ohne Zweifel neue Maßstäbe. Gewagt sich an Fortsetzungen wie diese zu setzen und irgendwie dazu verdammt den berühmten Erstling nicht gerecht werden zu können. So ist 'Alles oder Nix' ein solides Album geworden und ziemlich nah an dem, was in diesen Tagen im deutschen Rap zu geben ist. Ein runde Fortsetzung mit erfrischenden Momenten und irgendwie zu normalen Klängen und Texten. Deutschrap 2018 eben." - 6/10
  • 4/10
    Jakob: "'AON 2'war eine meiner wenigen Hoffnungen im Deutschrapjahr 2018. Das Album ist letztlich aber eine absolute Enttäuschung für mich. Warum Xatar 2018 den 'Versace Versace' Flow auf „Gaddafi“ auspackt oder den fünfzigsten Capital Song mit Fußballernamen im Titel aufnimmt, erschließt sich mir einfach nicht. Xatar hat solch eine Anpassung an den deutschen Rap-Mainstream einfach nicht nötig. Die typische AONsche Soundästhetik kann auf diesem Album auch nicht wirklich Fuß fassen, wenn Shamsedin jede zweite Hook übernimmt oder Eno Panama Flouz auf Panama Flouz reimt, um es dann wieder auf Panama Flouz zu reimen. Um trotzdem auch etwas Positives zu erwähnen: Die Verses von Xatar strotzen nach wie vor von einer unglaublichen Aura, Härte und Realness, wie man sie in Deutschland sonst so nicht kennt." - 4/10
  • 6/10
    Jonas: "Die Beats sind mega und gehen voll gut rein. Inhaltlich hat sich der Baba aller Babas leider überhaupt garnicht weiterentwickelt. Ich hätte mir ein deutlich stärkeren Nachfolger auf seine letzte Soloplatte gewünscht. Insgesamt ist das Album irgendwie relativ langweilig, aber trotzdem auf die ganz eigene Xatar Art stabil. Absoluten Highlight sind für mich das Intro und Outro." - 6/10
  • 7/10
    Alexios: "Ich fühle das Album nicht wirklich, was aber nicht heißt das ich nicht die handwerkliche Qualität des Album anerkennen kann. Die ist wie gewohnt von Xatar sehr hoch, aber es hat mir einfach nicht viel inhaltlich gegeben." - 7/10
  • 6/10
    Josh: "Leider nicht das erwartete Statement in einer generischen Straßenrapszene 2018. Wobei, zumindest ein bisschen. Es alternieren gute und schlechte Songs, Songs mit typischem AON-Sound und Songs, die den Birra in die gefragten Playlists des Landes bringen sollen. Letzteres findet seinen traurigen Höhepunkt in 'Panama Flouz', der so unverschämt hingekackt wurde wie wenig anderes. Auf 'Weiter Weg' oder 'Status Quo' hingegen gibt es Xatar in Bestform." - 6/10
  • 5/10
    Niklas: "Zu Beginn des Albums hatte ich wirklich Angst, dass sich mit Xatar der nächste Erste-Liga-Rapper des Landes im 2018er Sound verirrt und die nächste völlig austauschbare Platte abliefert. Zum Glück erwärmt sich der Sound ab circa der Hälfte und steigt als 90s-R’n’B-Phoenix aus der Trap-Asche." - 5/10
  • 7/10
    Lukas G.: "Xatar stellt hier wieder seinen guten Beat-Geschmack unter Beweis, wobei er mir auf 90 besser als auf 70 Bpm gefällt. Intro und Outro wurden meiner Meinung nach passend gewählt und umrahmem das Album ganz gut. Ich habe zwar das Gefühl, dass Xatar so langsam die Themen ausgehen, jedoch mag ich seine Art zu Erzählen, inklusive detaillierter Aufzählungen. Leider wirkt 'Alles Oder Nix 2' teilweise wie ein Mixtape, was vielleicht auch an den vielen Features liegt. Auf diese sowie auf den Fußballersong hätte ich auch größtenteils verzichten können. Insgesamt für mich ein solides Album mit einem negativen Ausreißer namens 'Panama Flouz' und ein paar positiven wie z.B. 'Haftschaden' oder 'Weiter Weg'." - 7/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Stellenweise passiert hier die bestmögliche Umsetzung eines zweiten Teils, das 'AON'-Update wenn man so will. Wenn dieses Update allerdings nahezu alles vorherige überschreibt, geht Charakter ab. Und so bleibt am Ende eine Hand voll großartiger Songs, verwässert durch glasklare Kompromisse, die nicht zünden." - 6/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Nicht ganz auf dem Niveau von Vorgänger 'Baba aller Babas' agierend, aber dennoch in der obersten Liga angesiedelt: Der Bira präsentiert erneut authentischen Straßenrap, der seinesgleichen sucht. Neben dem gewohnten AON-Sound weiß Xatar auch mit trappigen, modernen Klängen zu überzeugen, die sich stringent ins Gesamtwerk einfügen. So kommen Kopfnicker auf 'Weiter Weg' auf ihre Kosten, die Autotune-Fraktion wird z.B. mit 'Zinedine' bedient. Das Highlight stellt die Abschlussnummer 'Status Quo' dar, auf der Xatar konsequent seinen nicht immer geradlinig verlaufenen Karriereweg aufarbeitet." - 8/10
6.2/10

Kurzfassung

Mit „AON 2“ legt Xatar einen soliden, allerdings kaum weltbewegenden zweiten Teil seines Debüts vor. Das Übersetzen des Bonner Trademark-Sounds ins Jahr 2018 gelingt stellenweise dennoch hervorragend. 

Sag uns deine Meinung. "Alles oder Nix 2" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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