Die Meinung der Redaktion zu „Eine Hand bricht die andere“ von Waving the Guns“

WavingAus dem Dunstkreis von einem der sich durch seine Künstlerauswahl sehr klar positionierenden Indie-Rock Label Audiolith gingen mit Kraftklub, Kobito oder Neonschwarz in den vergangene Jahren auch einige spannende Polit-Rap Gruppen hervor. Ein noch recht junges Signing der Hamburger stellt die Crew Waving the Guns dar, die ihren musikalischen Einstand vor knapp zwei mir dem Debüt „Totschlagargumente“ gaben. Jetzt folgt der Nachfolger „Eine Hand bricht die andere“, auf dem sie sich erwartungsgemäß erneut klar antifaschistisch positionieren. Abgesehen von einem Posse-Track holen sich Milli Dance und Admiral Adonis lediglich Genosse Soselo als musikalischen Unterstützer. 

Waving the Guns – „Eine Hand bricht die andere“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Peter: "Nicht zu viele Anspielstationen, wenige Features und eine Botschaft. Grundsätzlich machen Waving The Guns mit ihrem Album 'Eine Hand bricht die andere' vieles richtig. Jedoch holt mich die Band aus Rostock nicht ab. Einige Verse bleiben mir im Kopf, bevor sich meiner Meinung nach die zwei folgenden Tracks in Monotonie verlieren." - 5/10
  • 6/10
    Sara: "Schwere Kost. Mir persönlich ein bisschen zu schwer. Typisch für WTG, ein Album das viel Aufmerksamkeit abverlangt, da die Inhalte ziemlich viel Substanz haben. Mir fehlt da halt doch der ein oder andere Song, der mehr dem entspannten Entertainment dient, als dem intensiven Storytelling. Aber das ist nur mein Empfinden. An sich haben WTG da ihre eigene Schiene gefunden, die sie konstant fahren und sich treu bleiben - muss man denen lassen. Ich muss aber sagen, dass ich das Vorgängeralbum einen Tick eingängiger fand.“ - 6/10
  • 5/10
    David: "Waving the Guns präsentieren sich auf 'Eine Hand bricht die andere' gewohnt systemkritisch. Aber so gut die Message in vielen Songs auch ist, können sie mich auf musikalischer Ebene nicht so richtig überzeugen. Für meinen Geschmack ist ihr Flow etwas zu eintönig und wird mir auf Dauer zu anstrengend und auch die Beats sind nichts besonderes. Da gibt es auf jeden Fall noch Potential nach oben.“ - 5/10
  • 6/10
    Cedric: "'Eine Hand bricht die andere' hört sich für mich an wie ein Album aus dem Untergrund. Aber muss es das sein? Müssen die Stimmen wirklich konstant leiser gemischt sein als der Beat? Ansonsten liefern Waving The Guns Texte, die oft gesellschaftskritisch, und ironisch sind. Das ganze ist in überwiegend guten Punchlines verpackt. Die Beats gefallen mir auch gut, da sie oft verschiedenste musikalische Einflüsse verarbeiten. Insgesamt erinnert mich das Album oft an deutsche Punkmusik aus den 90ern und trifft damit einen Nerv bei mir. Besser abgemischt hätte ich mir das trotzdem gerne gewünscht." - 6/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Politisch motivierte Texte, die sich in einem melodischen Gewand präsentieren und mit einigen Battlerap-Zeilen aufwarten. Beim Flow der beiden MCs sind deutliche Abstriche zu machen, dafür wird mit cleveren Lyrics und pointierten Aussagen gepunktet. Auch der Wortwitz kommt nicht zu kurz, wenn es z.B. heißt 'Du nimmst alles bierernst / Ich nehm' nur mein Bier ernst'. Mit dem pöbelhaften Charakter einiger Songs gehen Waving the Guns ihren Weg unbeirrt weiter, auch wenn diese Form des Raps mit Sicherheit nicht bei jedermann Anklang findet. Übrigens: Wer die Rostocker auf härteren Gitarrenriffs rappen hören will, dem sei ihr Part auf „Wut“ von Feine Sahne Fischfilet empfohlen." - 7/10
  • 8/10
    Anna S.: "WTG erheben keinen mahnenden Zeigefinger - Wenn überhaupt, ist es der Mittelfinger der kraftvoll in die Höhe gestreckt wird. Die Formation bleibt fern von Parolen und liefert durchdachte und sozialkritische Lyrics - Ob das Ganze zynisch, direkt oder leicht aggressiv umgesetzt wird, variiert von Track zu Track. Mir gefällt dieser Stil: Bunter Sound, mit ordentlich Nachdruck. Beste Tracks sind für mich 'Zapfhahn' und 'Endlich wird wieder getreten‘." - 8/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Was die Antilopen Gang vor einigen Woche durch die Ironie-Blume sagte, sagen Waking the Guns jetzt mit dem Pflasterstein in der Hand. Die Attitüde ist dabei permanent Untergrund, die Themen klar antifaschistisch. 'Eine Hand bricht die andere' ist durchweg roh, kratzig und simpel produziert, es entsteht ein stimmiges Gesamtbild Auch auf der zweiten LP ist der Blick von Milli und Admiral auf die Welt sehr deprimierend, wird mal ironisch, mal anprangernd präsentiert - keine leichte Kost, auch wegen der sperrigen Performance der Beiden. Trotzdem ein Album mit intelligenten, aufwühlenden Ansätzen, das sicherlich niemanden bekehren, dafür bei Gleichgesinnten allerdings für Freudensprünge sorgen dürfte. Sollte man im Auge behalten." - 6/10
  • 8/10
    Raphael: "Die Rostocker bringen auf ihrem Album wieder kritischen Rap mit Haltung und ihrem eigenen Humor. Vieles ist überspitzt, aber trifft wenn’s muss, vor allem wenn die Realität zur Satire wird. Musikalisch geht’s hier ausgesprochen vielfältig zu, da werden doch ein paar mehr Samples geflippt als bei anderen vergleichbaren Gruppen. Und auch mal Schellen an einige Unbelehrbare im Rapgame verteilt. Sowas dürfte es öfter geben!" - 8/10
6.4/10

Kurzfassung

Mit ihrem zweiten Album treffen Waving the Guns inhaltlich zwar genau die richtigen Druckpunkte, schaffen es allerdings nicht, es in einem ebenso starken Soundbild zu verpacken. Damit können sich die Rostocker lediglich im Mittelfeld platzieren.

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