Die Meinung der Redaktion zu „Wolke 7“ von Gzuz

Einseitigkeit klingt immer so negativ. Aber als Zusammenfassung für die vergangenen Jahre zwei Jahre der 187 Strassenbande greift es trotzdem – zumindest in der Außenwahrnehmung ihres Erfolgs. Denn die Karriere-Kurve kannte Nichts als konsequent fortschreitende Progression. Aus Top 10 wurde Platz Eins, aus Platz Eins wurde Gold, aus Gold wurde mittlerweile Doppel-Platin und Solo-Shows vor einer festivalwürdigen Publikums-Menge. Und Einseitigkeit prägt auch die Eigendarstellung im Kernprodukt des Phänomens 187, der Musik. Und zwar mit Ansage. Sich selbst treu bleiben als Qualitätssiegel. Die Erwartungen an das zweite Album von Gzuz sind dementsprechend schon im Vorhinein recht klar abgesteckt. Auch die Gäste bleiben in der Familie, an den Beats werkeln neben Jambeatz und RAF Camora nur das Göttinger Duo The Cratez mit, mit Parts stehen Maxwell, Ufo361, Trettmann und natürlich Bonez MC zur Seite. Wir haben „Wolke 7“ besprochen.

Gzuz – „Wolke 7“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Josh: "Es bleibt dabei: Bis heute hat niemand je einen schlechten Part von Gzuz gehört. Allerdings ist der Aufstieg/die Vorgeschichte und damit der spannende Teil bereits auf 'Ebbe & Flut' erzählt worden. Konnten mich auf dem Vorgänger Songs wie 'Hinterher' noch überraschen und vollständig vom Hocker hauen, ist auf 'Wolke 7' alles mehr oder minder genau wie erwartet. Das Leben meint es gerade einfach gut mit ihm, darunter kann die Kunst leiden. Solides Album, macht Spaß. Ist aber nicht die Platte, wegen der wir in 20 Jahren über Gzuz reden werden." - 7/10
  • 8/10
    Niels: "Kurzzeitig hatte ich die Sorge, dass mit den sehr starken Auskopplungen 'Warum?', 'Was hast du gedacht?' und 'Drück Drück' die stärksten Geschosse schon verbraucht wurden. Zum Glück durfte ich mich irren. 'Wolke 7' ist kompromissloser, düsterer In-die-Fresse-Rap in seiner Reinform, ohne dabei monoton oder gar unmodern zu wirken. Besonders froh bin ich darüber, dass die familiär gehaltenen Features sich auf lediglich drei Tracks beschränken. Gzuz überzeugt ohnehin insbesondere auf den Solotracks. Auch die Länge ist mit 13 Tracks perfekt gehalten, sodass an keiner Stelle eine Übersättigung stattfindet. Meine Highlights: 'Halftime' ,'Neuer Tag, neues Drama“ und 'Niemals satt'." - 8/10
  • 7/10
    Yannick W.: "'Wolke 7' ist Kleingeistigkeit der positiven Form. Es gibt nur Schwarz und Weiß, die immer selbe Geschichte auf verschiedenen Unterbauten, aber irgendwo dann doch eine anständige Menge Selbstreflexion im Subtext. Das funktioniert grade aufgrund der irrsinnigen aber konsequent einseitigen Veränderung, die seit 'Ebbe & Flut' passiert ist, auch sehr gut so. Die eigene Geschichte in den vergangenen zwei Jahren war nun mal ein Raketen-Trip. Dann darf ein Album auch mal derart erwartbar und plump klingen – denn es bleibt damit so nah am Künstler wie nur möglich." - 7/10
  • 7/10
    Jakob: "Immer das gleiche rappen und dabei trotzdem spannend bleiben – vor dieser schwierigen Aufgabe steht die 187 Strassenbande nun. Auf 'Wolke 7' zeigen sich bereits die ersten Abnutzungserscheinungen, jedoch ist Gzuz nach wie vor so charismatisch und authentisch, dass das Album gerne das Prädikat 'Gut' von mir erhält - wenn auch mit ein wenig gutem Willen. Die redundanten Inhalte und Songs nach Erfolgsschema F ermüden mich aber langsam. Stellenweise hätte ich mir ein wenig mehr Reflexion gewünscht, aber bei dem Lifestyle der Bande bleibt zurzeit wohl einfach keine Zeit dafür. Vielleicht dann ja beim nächsten Gzuz-Album." - 7/10
  • 6/10
    Alexios: "Ich bin kein großer Gzuz oder 187-Fan, weswegen ich mit dem Album nicht viel anfangen kann. Thematisch ist es mir zu oft dasselbe und zu vorhersehbar, weswegen mir am Ende nur ein paar Songs wie 'Warum' oder 'Nur mit den Echten' in Erinnerung bleiben. Ich feier' teilweise seine Arroganz aber am Ende kann ich nicht viel mit seinem aggressiven Alkoholiker-Style anfangen." - 6/10
  • 8/10
    Peter: "Während auf 'Ebbe & Flut' sein ganzes Leben, wird auf 'Wolke 7' dabei nur das letzte Jahr aufbereitet: So kriegt Gzuz kurz vor der Monotonie immer wieder die Kurve. Die Jungs, seine Stadt und seine Haltung stehen dabei im Mittelpunkt. Das hinterlässt Eindruck, der weiterhin unterhält. Denn trotz all dem Erfolg, zeigt er sich noch nicht am Ziel angekommen." - 8/10
  • 6/10
    Niklas: "Dass sich Gzuz als Rapper in seinen Flows, seinem Gefühl für den Beat, und Variationen auf absolutem Topniveau bewegt, hat sich in den Features des vergangenen Jahres schon angedeutet. Auch auf 'Wolke 7' beweist Gzuz sein unfassbares Können vor allem in den Details, dem angesungenen Pre-Chorus auf 'Drück Drück', dem krassen Einstieg in den ersten Verse auf 'Niemals Satt' und so weiter. Jedoch ist das, was auf 'Wolke 7' passiert noch nicht vollends ausgereift. Allem voran die Hooks ähneln sich einfach zu sehr in ihrer Struktur und in den Reimpattern. Auch die durchaus interessante Storyline aus dem bipolaren Lebensentwurf zwischen Betäubungsmitteln und resultierendem Kater keimt zwar an allen Ecken und Enden auf, lässt aber noch viel zu viel Stringenz vermissen. Es lässt sich nun argumentieren, dass der nahezu perfekt getimte 187-Releasekalender einfach keinen Platz für diese Details lässt, die aus einem guten Album einen Klassiker machen. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch so, dass sowohl der Markt diesen Kalender bestimmt, als auch der Erfolg diesem Plan unmissverständlich recht gibt. Die Musik leidet allerdings daran. - 6/10
  • 8/10
    Kevin W.: "Ziemlich genau die rohe Energie und hohe Intensität, die ich auf einem Gzuz Album hören will. In einem durchaus vielseitigeren und unterhaltsamen Klanggerüst sind alle anstößigen Allüren stimmig verpackt. Mehr kann es und brauch es auch nicht. Erwartungen erfüllt!" - 8/10
  • 6/10
    Josephine: "Irgendwie bin ich immer noch nicht auf den Gzuz-Zug aufgesprungen bzw. will mir nicht eingestehen, dass ich ihn heimlich, ganz tief in meinem Inneren doch feier'. Viele Beats vom Album sind nämlich ganz schön fett und automatisch fühlt man sich wie ein Gangster von der Straße. Das Problem, welches jetzt kommt, sind die Texte - damit kann ich mich einfach nicht identifizieren. Mitgrölen werde ich da wahrscheinlich auch nie." - 6/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Konsequente Weiterführung des 'Ebbe & Flut'-Sounds. Ohne die ganz großen inhaltlichen Überraschungen (Drogen, Sex, Geld, Status), bildet Gzuz den Ist-Zustand der Gesellschaft ab. Klar, dass in dieser Spiegelung kein Platz für Beschönigungen ist. Zu trist, zu abgefuckt stellt sich die Ausgangslage dar. Ob Egoismus und die Herabsetzung anderer Personen das einzig probate Mittel zum Umgang mit dieser Situation sind? Mitnichten. Dies tut der Glaubhaftigkeit und damit auch der oft beschworenen Realness aber keinen Abbruch. Denn aufgesetzt wirkt auf 'Wolke 7' nun gar nichts." - 8/10
7.1/10

Kurzfassung

„Wolke 7“ bildet die Essenz des 187 Aufstiegs, versetzt aufgrund der Abnutzungserscheinungen des eigenen Stils und geringer erzählerischer Spannweite keine Bäume.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Wolke 7" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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