Die Meinung der Redaktion zu „Hitman“ von Veysel

Veysel hat es geschafft. Vom von Haftbefehl geförderten Ex-Knacki zum über die Grenzen des Landes gefeierter Schauspieler. Seit dem Debütalbum „Audiovisuell“ und der kurz darauf folgenden Trennung von den Frankfurter Azzlackz meldete sich der Essener nach Funkstille mehr als Eindrucksvoll zurück. Denn einher mit einer der Hauptrollen im gefeierten „4 Blocks“ ging bereits die erste Preview auf neue Musik und die Labelgründung der Bela Boys. Den durch den Einschlag des TV-Projekts beflügelt folgten gleich weitere hitverdächtige Auskopplungen und die Bekanntgabe des durchaus zutreffenden dazugehörigen Albumtitels – „Hitman“. Dabei sind neben Producer-Kollege Macloud und Bela Boyz Partner Torro West auch Eunique und Luciano. Wir haben die LP besprochen.

Veysel – „Hitman“ kaufen
oder direkt reinhören:

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Sabrina: "'Hitman' reiht sich in eine schier endlos lange Liste von Deutschrap-Alben aus 2017, die definitiv akzeptabel, für mich aber komplett belanglos sind. Kein Track, der mich inhaltlich oder soundtechnisch umhaut, aber auch kein Track, der durch überkrasse Wackness hervorsticht. Keinerlei Innovation, massig Geschichten von der Straße, eine Betonung, die ich nervtötend finde und ein Albumaufhänger, der am Ende nicht mal zufriedenstellend geklärt wird." - 5/10
  • 6/10
    Josh: "Mit 'Hitman' liefert Veysel ein Album, wie es dieses Jahr Gang und Gäbe zu sein scheint. Es reiht sich in die gleiche Kategorie ein wie 'Casia', 'Eiskalt' oder auch 'Mele7' von Zuna. Eine Ansammlung von Singlehits, die die Streamingplattformen zum Explodieren bringen, ein paar Lückenfüller bis 14 Tracks zusammen sind und fertig ist die Platte. Auf Albumlänge reicht mir das einfach nicht. Die Singles wie 'Besser als 50 Cent' oder 'Kleiner Cabrón' höre ich zwar auch gerne und war nach dem 'Bargeld'-Preview bei '4 Blocks' genauso gespannt wie alle anderen, aber auf Albumlänge erwarte ich ein bisschen mehr als Turn-Up und Randale." - 6/10
  • 4/10
    Jonas: "Mal wieder ein Album, wie es dieses Jahr schon öfters raus kam. Man kann sich am gesamten Soundbild nicht wirklich aufreiben da es relativ melodisch und stimmig ist. Aber es klingt halt wie zehn andere Alben. Ziemlich monoton, inhaltlich absolut nichtssagend und keinerlei Innovation. Ein wenig wie ein Billy Regal von Ikea: Fast alle haben es, viele sind damit zufrieden und keiner stört sich dran, da sich irgendwie jeder darauf einigen kann. Allerdings ist es auch leicht mit Anleitung zusammenzubauen und weist keinen eigenen Charakter auf." - 4/10
  • 7/10
    Jakob: "Quasi jeder Track ein Hit, aber so richtig kann mich 'Hitman' nicht flashen, wie es noch das Debütalbum "Ausiovisuell" tat. Tracks wie 'Duft der Straße' fehlen mir einfach, da ich der Meinung bin, dass Veysel textlich viel mehr kann. 'Hitman' fügt sich letztlich nahtlos dem Zeitgeist an. Krasse Singles, aber als Album bleibt viel weniger hängen." - 7/10
  • 5/10
    Yannick W.: "'Hitman' ist das, was 2017 so viele Rapper versuchten: Die Maxi mit Überlänge. 14 Songs wollen 14 Hits sein und für sich stehend kann man den meisten dieses Attribut durchaus zusprechen. Als Album geht das Ganze allerdings nicht auf. Zu zeitgeistig geprägt sind alle einzelnen Songs, zu dicht beieinander finden sie statt – inhaltlich wie stilistisch. Reflexion weicht oft wenig tiefgehenden Straßen-Storys, Hauptsache die Hook knallt. Das gilt sogar für das Realtalk-gefüllte Intro. Und eigentlich meldet sich Veysel so mit dem passenden Konstrukt für 2017 zurück, stempelt das gleich mit einem der treffendsten Albumtitel des Jahres, aber nimmt sich damit auch die eigene Originalität." - 5/10
  • 6/10
    Lukas G.: "Alles in Allem ist 'Hitman' ein Release, das man sich gut und gerne nebenbei anhören kann. Die Hook von 'Besser als 50 Cent' finde ich hingegen schrecklich, wobei das weniger am Text, sondern eher am Stimmeinsatz und den Betonungen liegt. Ich habe das Gefühl, dass Hooks generell nicht zu den größten Stärken von Veysel gehören, obwohl Autotune eigentlich gut eingesetzt wurde. Das merkt man vor allem bei 'Nichts zu verlieren'. Hier wirkt der Refrain von Macloud richtig angenehm. Ansonsten kann ich weder viel Gutes, noch Schlechtes über das Album sagen. Bis auf ein paar textliche Schnitzer, ein solides Album ohne große Ausbrüche." - 6/10
  • 5/10
    Niklas: "'Hitman' ist Eintönigkeit mit Ansage. Und das ist sehr schade. Hat sich der Essener in den vergangenen drei Jahren seit seiner letzten Platte technisch wie gesanglich stark verbessert, lässt er die reflektierten Songs, die sich in der Diskografie von Veysel durchaus finden, links liegen und geht mit dem Kopf durch die Wand. 14 Hits sollten es sein, 14 mal auf die Fresse. 14 belanglos gleich klingende Tracks sind es geworden. Die Formel, die mit 'Kleiner Cabrón' in jedem Fall auch einen Hit geschaffen hat, wirkt auf Albumlänge einfach nur plump. Lediglich das Eunique-Feature fällt in seiner bedachteren Herangehensweise heraus und zeigt direkt auf, dass einfach mehr drin gewesen wäre in diesem Album als phrasendreschende Straßenlyrics mit Autotune-Hooks." - 5/10
5.4/10

Kurzfassung

Mit „Hitman“ kann Veysel uns nur bedingt überzeugen. Zwar hält das Album, was es verspricht, liefert durchweg eingängige Songs, lässt aber eine Note mehr Eigenheit vermissen.

The following two tabs change content below.
Ich kann quasi nur über Musik reden...
Razer

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.