Die Meinung der Redaktion zu „TP4L“ von Trailerpark

Provokation der Provokation halber ist im Hip-Hop bereits seit Jahren Gang und Gäbe. Das Level, auf das die Musik von Trailerpark dieses Phänomen hievt, sucht in Deutschland dennoch seines Gleichen. Ohne Rücksicht auf Verluste werden in der Musik des Kollektivs, das seine Ursprünge in Bielefeld und Berlin hat, Grenzen überschritten. Und das mit Erfolg. Nach Noch-Untergrund-Sampler „Crackstreetboys 2“ (der ziemlich schnell dem Index zum Opfer fiel) ging es für die Jungs quasi raketenartig nach oben. Zum einen sicherlich nicht ganz unschuldig sind dabei Alligatoah und sein Mega-Erfolg „Triebwerke“, dennoch, am meisten tragen wohl die bewusst überspitzt provokanten und schockierenden Texte der Vier die Früchte des Erfolgs. Mit Tai Jason wurde für die dritte Kollaborations-Arbeit aus dem Trailerpark, die dabei trotzdem erst das zweite Band-Album darstellte, auch der passende Produzent gefunden. Und für die nunmehr dritte Platte in bekannter Konstellation aus Basti von DNP, Timi Hendrix, Sudden und Alligatoah steht er erneut an den Reglern zur Seite. Features gibt es dafür keine. Wir haben das Album unter die Lupe genommen. 

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Das sagt die BACKSPN Gang!
  • 3/10
    Jakob: "Ich kann Trailerpark leider nichts abgewinnen, da mich die Texte einfach nur zur unangenehmen Gänsehaut motivieren. Ich frag mich echt, wie man sich dieses Album auf Dauer anhören kann. Auch wenn der Inhalt genauso gewollt so ist, wie er ist, ich finde einfach nichts Lustiges dran. Das einzige, was mich vom Nervenzusammenbruch bewahrt hat, war eine abwechslungsreiche wie gute Produktion sowie eine gewisse Musikalität, die man Trailerpark nicht absprechen kann." - 3/10
  • 6/10
    Yannick H.: "Das (Erfolgs)rezept bleibt das Altbekannte: Aggressive, pöbelnde Lines von Basti, Timi und Sudden, catchy Hooks von Alligatoah. Und dies zum nunmehr dritten Mal in der eben genannten Konstellation. Kann man so machen, Innovation sieht jedoch anders aus. Mit Songs wie 'Sterben kannst du überall' oder 'Armut treibt Jugendliche in die Popmusik' haben mich die Jungs doch wieder in ihren Bann gezogen, die obligatorische Vortex-Solonummer oder beste Festzeltmusik in Form von 'Rapetrain' dagegen werden sehr schnell sehr anstrengend." - 6/10
  • 5/10
    Niklas: "Trailerpark gießen drei 'Crackstreetboys' Alben in 'TP4L' und schaffen damit die bis dato erfolgreichste Platte ihrer Gruppen-Geschichte. Warum das so ist? Die Erfolgsformel der Gruppe wurde schlichtweg perfektioniert beziehungsweise auf die Spitze getrieben. Die Hooks übernimmt entweder Alligatoah in seinem ironischen Singsang oder sie werden dem Hörer direkt um die Ohren geschrien. Dazwischen passiert die bekannte Mischung aus Provokation, umstrittenem Humor, Gewalt und Sex. Die Beat-Ebene tritt erst so wirklich aus dem Hintergrund heraus, als in K.I.Z.-Manier ein bekannter Malle-Bums-Beat geflipt wird, lässt an den restlichen Stellen allerdings genug Platz für die Auswüchse ihrer Protagonisten. Dass sowohl Alligatoah, als auch Timi Hendricks ihr Handwerk wirklich beherrschen, muss an keiner Stelle in Frage gestellt werden. Das Endprodukt kann man wohl nur bis auf den Tod verabscheuen oder bis hin zum Logo-Tattoo hedonisieren." - 5/10
  • 4/10
    Jonas: "Irgendwie schon wieder das Gleiche wie 'Crackstreetboys 3'. Derber Fikalhumor, eine menge Drogen und gezielt darauf ausgerichtet Live so richtig schön abzugehen. Mein Humor ist es aber leider überhaupt garnicht mehr. Für mich ist 'TP4L' ein bisschen wie, die zur Musik gewordene Party-Pauschal-Reise nach Mallorca, mitsamt dem Mottoshirt. Innotavtion ist auf jeden Fall etwas anderes." - 4/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Ist das Kunst oder kann das weg? Oder ist das einfach nur Unterhaltung und Witz und damit eine Rechtfertigung für die Grenzüberschreitungen im Trailerpark? Am Ende ist das alles eine Frage, die im Auge des Betrachters liegt. Was man allerdings nicht von der Hand weisen kann, ist, dass die vier Jungs mit 'TP4L' ihr rundestes Projekt, die Essenz, dessen, was die Fans an ihnen lieben, veröffentlicht haben. Zwar nicht mehr ganz so charmant untergrundig, wie die ersten beiden 'CSB'-Teile, aber dafür fließt mittlerweile auch einfach zu viel Geld in die Kassen. Schlussendlich steht hier allerdings eine subjektive Meinung und die heißt bei mir, dass der Humor vollkommen an mir vorbeidriftet und auch die Produktionen, denen man handwerkliches Können nicht absprechen kann, zu sehr nach Stil-Gulasch klingen. Die sich oft ähnelnden Songstrukturen, in denen beinahe ausnahmslos Timi Hendrix die Parts dominiert und wiederkehrende Hook-Schemata lassen 'TP4L' für mich so ziemlich schnell uninteressant werden. Ihrem Erfolg wird die Platte dennoch kaum Abbruch tun." - 6/10
  • 4/10
    Sabrina: "Es hat sich nicht viel verändert im Trailerpark-Kosmos. Das Album besteht wie circa alle Vorgänger aus Ohrwurm-Hooks von Alligatoah und Parts, auf denen von den anderen drei Mitgliedern irgendwelche 'Tabus' gebrochen werden. Rechtfertigung findet das ganze dann als 'Humor' getarnt. Wer Freude an vergangenen Releases von Trailerpark hatte, wird sich auch am jetzigen Album erfreuen können. Wer schon die vorherigen Sachen mies fand, wird bei dieser Meinung bleiben. Ich gehöre zur zweiten Gruppe und feier weder den 'Humor' noch den Sound der Jungs." - 4/10
  • 5/10
    Josh: "Für das was es sein soll, ein gutes Album. Doch so sehr ich Alligatoah auch schätze, so schade finde ich, was er da seit Jahren mit Trailerpark verzapft. Wie die sehr spezielle Fanbase der Jungs beweist, betest du entweder zu ihnen als wären sie eine Art Gottheit, oder du kannst nichts mit ihnen anfangen. Was soll ich sagen? Einfach nicht mein Humor, nicht meine Art von Sound und schon gar nicht mein Lifestyle." - 5/10
4.7/10

Kurzfassung

Auch wenn Trailerpark uns mit ihrem Humor nicht packen, schließen sie mit „TP4L“ dennoch nahtlos an ihre Diskographie an und präsentieren ein gut produziertes Album voller Grenzüberschreitungen.

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