Unsere Top 100 Deutschrap-Alben 2016 (20 – 1)

Da sind wir auch schon angekommen im neuen Jahr. Und auch wenn es im letzten Jahr nicht nur schönes gab, können wir uns dennoch besonders mit Blick auf das Jahr für Deutschrap über eine riesige Menge an Erfolgen freuen. So sehr wie aktuell florierte deutscher Hip-Hop wohl noch nie, das spiegelt sich auch in der Anzahl der Releases wieder. Alleine rund 200 deutsche Alben haben wir in diesem Jahr für unseren Soundcheck 2.0 besprochen  und dabei noch nicht einmal alle berücksichtigen können. Mit unserem insgesamt rund 20 köpfigen Autorenteam wurde für jedes der besprochenen Alben ein Punktedurchschnitt errechnet, der es uns nun erlaubt, alle besprochenen Releases in eine Reihenfolge zu bringen. Dabei haben wir EPs mit weniger als 8 Songs und Re-Releaseses, auch wenn wir einige besprochen haben, herausgerechnet, immerhin geht es hier ja quasi um unser Album des Jahres. In den nächsten Tagen arbeiten wir uns dann immer weiter auf die Nummer Eins zu, zuerst in 25er, dann in 10er Schritten, den letzten Teil gibt es jetzt in einem doppelten Bündel. Viel Spaß bei unseren 20 besten deutschen Hip-Hop Platten!

Platz 20
EDI – “Ordeal”

Releasedate: 22. April 2016
(Chimperator Select)

“Deepes Ding, das gleichermaßen (sozialen) Aufstieg und Absturz behandelt.” (Yannick H.)

Der wohl unbekannteste Name in unseren Top 20 dürfte EDI sein. Der Esslinger hielt sich über die vergangenen Jahre vermehrt im Hintergrund und arbeitete über viele Jahre eng mit Tua zusammen, zeichnet unter anderem für einige Videos des Orsons verantwortlich. In 2016 trat er dann schließlich auch als Solomusiker ins Rampenlicht, bleibt dabei allerdings im bekannten Umfeld rund um Tua und Chimperator. Produziert wurde sein Debütalbum “Ordeal” vom Duo Audhentik und Tua, auf den 15 Songs nimmt er den Hörer auf eine nicht immer einfache Reise mit. EDI kann aus einem bewegten Leben voller Tiefs, erschütternden Momenten und Tragödien erzählen, die es einem beim Hören teils eiskalt den Rücken herunterlaufen lassen. Passend zu Umfeld wird in unserem Soundcheck 2.0 unter anderem der Vergleich zu Tuas Magnum Opus “Grau” gezogen. Mit seiner schonungslosen Ehrlichkeit auf düsteren Beats kann uns EDI aus dem Stegreif überzeugen und ohne große Vorgeschichte den Sprung in unsere Top 20 des Jahres schaffen.

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Platz 19
BRKN – “Kauft meine Liebe”

Releasedate: 08. Mai 2016
(BESTE)

“Es lässt sich kaum bestreiten, dass in BRKN ein wahrer Entertainer steckt, der über den Tellerrand schaut und einen hohen Wiedererkennungswert besitzt.” (Kevin)

Im Umfeld von Said, K.I.ZMach One und Trailerpark trieb BRKN in den letzten Jahren sein Unwesen als Produzent bevor er sich in 2015 schließlich auch selbst ans Mikrofon wagte. Der an gleich mehreren Instrumenten begabte Berliner stellte nach der ersten EP “Yeah Bitch Yeah” in diesem Jahr schließlich sein Debütalbum auf die Beine. Das trägt den Titel “Kauft meine Liebe” und kommt ähnlich wie auch die EPs zuvor mit Einflüssen aus Funk und Soul daher, fällt insgesamt sehr musikalisch und sommerlich aus. Nach der Feature-EP “Kennste einen kennste alle” kommt die erste LP komplett ohne Gäste aus, lediglich Tarek K.I.Z. schaut für ein kurzes Skit vorbei, auch was die Produktion geht, geschah alles aus eigener Hand. Inhaltlich wird dabei vor allem gute Laune verbreitet, dem Berliner Kiez und den Kumpels gehuldigt und davon geträumt, dank der Musik dem ewigen pleite sein zu entrinnen. Die Chancen, das Letzteres erreicht wird stehen in unseren Augen gar nicht schlecht, immerhin kann sich BRKN gleich auf Anhieb einen Platz in unseren Top 20 sichern.

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Platz 18
MC Bomber – “Predigt”

Releasedate: 08. Juli 2016
(Proletik)

“Brutaler Soundteppich und sorgloses Gespitte auf Albumlänge, was will man mehr?” (Can)

Einmal konnte sich MCB in dieser Liste bereits einen Platz sichern, noch etwas besser als sein “P-Berg Battletape 4” gefiel uns in diesem Jahr allerdings das erste Soloalbum. Unter den Augen von Untergrund-Legende Frauenarzt gab es Bomber nach mehreren EPs und Mixtapes zum ersten Mal auf Albumlänge zu hören. Wirkich viel hat sich dabei zwar nicht getan, dennoch kann uns der Nordberliner mit seinem Charme vollends überzeugen. Die 15 Songs finden fast ausnahmslos unter der Gürtellinie statt und testen Teils die Grenzen des guten Geschmacks. Dabei macht es unseren Autoren permanent Spaß MC Bomber bei seinen Storys vom “Feiern und F*cken” zuzuhören.

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Platz 17
Team Avantgarde – “Erwartungen”

Releasedate: 10. Juni 2016
(Edit)

“Ein wenig gegen den Strom, dennoch mit Haltung und Ansage.” (Niko)

Wie kann man Erwartungen besser schüren, als sich sage und schreibe acht Jahre für sein Album Zeit zu lassen? Mit ihrem dritten Bandprojekt melden sich die Schöneberger rund um MC Phase wieder zurück und bleiben dabei gewohnt nachdenklich, ruhig und experimentell. Der Albumtitel wird dabei zum Konzept, in den Songs thematisiert Phase entweder Erwartungen an das Leben, wie sie eintreten oder eben nicht oder spielt mit denen des Hörers. Damit kann uns das Trio auch nach Acht Jahren Pause oft mitreißen, selbst wenn der der musikalisch-moralische Zeigefinder ein paar Mal zu oft zum Einsatz kommt.

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Platz 16
Maeckes – “Tilt!”

Releasedate: 21. Oktober 2016
(Chimperator/Universal)

“Er präsentiert Bilder, die den Zuhörer mal erstaunen, mal traurig machen.” (Anna G.)

Für sein neues Album ließ auch Maeckes sich ziemlich lange Zeit, insgesamt sechs Jahre gingen seit dem Vorgänger “Kids” ins Land. So wirklich verzichten musste man auf den Schwaben dabei allerdings nicht, neben dem Mixtape “Zwei” gab es außerdem gleich zwei Bandalben mit den Orsons zu hören. Danach ging es dann allerdings nicht in eine Pause sondern direkt ins Studio, gemeinsam mit dem Produzenten ÄhDings und Singer-Songwriter Tristan Brusch wurde “Tilt” auf die Beine gestellt. Zum ersten Mal sprach man von Maeckes als Band, dennoch fiel das Album am Ende immer noch sehr beatlastig aus. Ein elementarer Bestandteil zu Vorgängerprojekten hatte sich auf der neuen LP allerdings geändert: Durch die in der Gruppe entstandenen Instrumentale wurde die Musik des Orsons um einiges zugänglicher, wirkte nicht mehr so verkopft, wie noch vor einigen Jahren. Auf der inhaltlichen Ebene bleibt Maeckes allerdings auch 2016 noch sehr schwermütig und gefühlvoll, unsicher und teils sogar depressiv und kann uns damit zum großen Teil mitreißen.

Maeckes – “Tilt” kaufen

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