Die Meinung der Redaktion zu „Plastik aus Gold“ von T9

T9 machen Urlaubsmusik, ganz im Sinne des Wortes. Und eigentlich auch nicht. Denn das Duo aus Torky Tork und Doz9 legt in einer Regelmäßigkeit Alben vor, in der andere in den Urlaub fahren. Der Grund: Jedes der bisherigen Alben entstand auf Reisen. Das antik anmutende Tasten-Telefon im Gepäck ging es dieses Mal nach Asien, zurück dann mit „Plastik aus Gold“, der dritten LP. Erneut ein Hauch Funk aus der Feder von Torky Tork, erneut präsentiert sich ein ironisch böser Doz9. Zur Reise geladen wurden auch gleich einige Gäste, so etwa ein Kneipenchor-ähnliches Konstrukt aus IPP, BenDMA und Yassin, Sonne Ra, Döll und Karate Andi

T9 – „Plastik aus Gold“ kaufen

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Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Anna S.: "Es braucht ein paar Durchläufe, bis man das Gesamtwerk greifen kann – wenig melodische Stringenz, dafür aber sehr markante und originelle Klänge. Mir gefällt diese Abwechslung, die durchweg vom klassischen T9 Charme angetrieben wird." - 7/10
  • 8/10
    Jonas: "Sehr gutes Album. Gewohnt im T9-Style sehr experimentell, aber dadurch eben unfassbar innovativ und neu. Ich finde es auch sehr konsequent von ihnen, dass sie die, die mit den ersten beiden Alben angebrachte, Linie nicht komplett weiterfahren, sondern nach wie vor Neues probieren. Trotzdem knüpft des schon nahtlos am letzten Release an. Ich könnte es jetzt nicht durchgehend hören, da der Vibe doch schon relativ sperrig ist. Allerdings stört mich das gar nicht." - 8/10
  • 6/10
    Niklas: "Die anscheinend sehr befruchtende Zusammenarbeit von Torky Tork und Doz9 setzt mit dem dritten Album im dritten Jahr ihr Schaffend mehr als würdig fort. Ebenso findet ihr Tanz auf dem schmalen Grat zwischen genialer Abstraktheit und beinahe unhörbarer Versperrung eine Fortsetzung. Die Beats bleiben zumeist in gekannt rumpelnder Boom-Bap-Ästethik, werden ab und an allerdings in melodischeren Samples aufgebrochen. Am Besten gelingt dies auf „Bimmies im Club“, einer wohlig warmen Reminiszenz an 80er Jahre Funk und Disco, dem ansprechendste Titel auf der Platte. Auch das Folgende, extrem kühle 'Doztorkevsky' funktioniert in diesem Gegensatz sowie dem clever geflippten Feature-Part von Döll perfekt. Den negative Kontrapunkt verkörpert schließlich 'Baur', der durch die gepitchte Stimmdopplung zumindest in der Hook viel zu dissonant wird. 'Plastik aus Gold' bringt in jedem Fall Spaß, baut die Nische, in der sich Tork und Doz9 bewegen, noch einmal aus und macht Vorfreude auf das schon angeteasete vierte Album im kommenden Jahr." - 6/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Ein Duo, das einfach wahnsinnig gut harmoniert. Denn zweifelsohne: Doz9 hat nicht den einfachsten Flow oder die eingängigste Stimme. Was Torky Tork ihm allerdings an Instrumentals auf den Leib schneidert, nimmt der eigentlich sperrigen Performance so einiges sperriges. Was dabei entsteht ist eine kompakte LP voller Sarkasmus, funkigen Beats und starken Punchlines bei einem mittlerweile perfekt aufeinander abgestimmten Team." - 8/10
  • 5/10
    Josh: "Das erste Mal, dass ich einen Part von T9 gehört habe, war dieses Jahr sein Feature auf 'Sternzeichen Hass', wo er mir ziemlich gut gefallen hat. Dementsprechend hatte ich gehofft, dass es auf „Plastik aus Gold“ genauso weitergeht. Allerdings finde ich zur Platte nicht wirklich Zugang – zu sperrig, zu anstrengend. Vielleicht ist es auch einfach die falsche Platte, um als 'Neueinsteiger' bei T9 reinzukommen." - 5/10
  • 9/10
    Yannick H.: "Hier hat das zusammengefunden, was sprichwörtlich zusammengehört: Doz9 als Rapper und Torky Tork als Produzent agieren auf 'Plastik aus Gold' erneut als kongeniales Duo. Zwischen Boombap und leichten Trap-Einflüssen wandernd, liefern die zwei eingängige Songs ab ('Univerzoom') und warten mit qualitativ hochwertigen Reimketten auf ('Doztorkevsky'). Stimmige Features sind in Form von Döll, Sonne Ra und Karate Andi gegeben, wobei letztgenannter genau die richtige Prise an Battlerap zum Album dazugibt. 'Plastik aus Gold' stellt zum Ende des Jahres auf jeden Fall eine positive Überraschung für mich dar, und ist mit seiner Laufzeit von knapp 30 Minuten angenehm zu hören, da es so auch nicht überladen daherkommt." - 9/10
  • 7/10
    Sabrina: "Die Grundstimmung bewegt sich irgendwo zwischen Antihaltung und Gleichgültigkeit. Torky Tork liefert die für diese Stimmung perfekten Beats, die angenehmer kaum sein könnten. Die Features sind gut gewählt und finden in den dafür richtigen Momenten der Platte statt. Zeitweise geht alles etwas schleppend voran, was wiederum die Grundstimmung untermalt und deshalb kaum stört." - 7/10
  • 8/10
    Lukas G.: "Für mich 'Todeskombi wie ein Leichenwagen'. T9 ist meine persönliche Entdeckung der letzten Jahre. Torky macht krasse Beats, die mit den gängigen Instrumentals unserer Zeit eher weniger zu tun hat. Dazu kommt der Rapstil von Doz, der mich immer wieder aufs Neue fasziniert. Dabei schafft er es noch, inhaltsvolle Texte zu schreiben. Das alles macht die T9 Platten zu Werken, die man mehr als nur einmal hören kann und sollte. Dies ist auch bei ’Plastik aus Gold‘ gelungen. Sie knüpfen gut an die beiden Vorgänger an, haben aber trotzdem ein Album produziert, dass für sich selbst stehen kann. ’Bimmies im Club‘ ist hierbei mein Lieblingslied mit hohem Ohrwurm-Potential." - 8/10
7.3/10

Kurzfassung

Zwar durchaus sperrig, allerdings auch gewitzt und charmant führen Torky Tork ihre Album-Reihe fort und zeigen sich erneut als gut aufeinander abgestimmtes Duo.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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