Die Meinung der Redaktion zu “Der letzte weiße König” von Sylabil Spill

„Backstein-Flow“ und Boom-Bap-Beats: So konnte man Sylabil Spill in den vergangenen Jahren erleben. Seine Karriere mit Battlerap an der Seite von unter anderem Retrogott und Hulk Hodn in Bonn gestartet, lieferte der Deutsch-Kongoloese recht konstant, allerdings immer mit längeren Wartezeiten für seine Fans verbunden. Drei Jahre und einige überbrückende EPs nach der letzten LP „Zwiebeln und Steine“ tat sich dann erneut etwas beim Bonner. Wieder in Kontakt mit Stadtpartner Xatar – man kennt sich bereits aus Jugendtagen – kommt Sylabil Spill beim noch recht jungen Label Kopfticker Records unter, mittlerweile steht das Labeldebüt schon in den Regalen. Darauf krönt er sich selbst zum „letzten weißen König“, holt sich aus der Rap-Fraktion Hanybal und Xatar, als Produzenten stehen unter anderem Choukri, Farhot und Bazzazian, Phat Crispy und Ear 2 tha Beat. Stilistisch fällt die Platte dabei deutlich synthetischer aus, als seine Vorgänger, wir haben „Der letzte weiße König“ besprochen.

Sylabil Spill – „Der letzte weiße König“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Peter: "Positiv beeindruckt bin ich von dem neuem Album von Sylabil Spill: Die Instrumentals. die zum einem stark von aktuellen Trends inspiriert sind und zum anderen dem gewohnten AON-Sound erinnern und die Themen seiner Texte, die zwar nicht auffallend schwach, allerdings auch nicht weit weg von dem Horizont des klassischen Straßenrappers sind, stellen meiner Meinung nach dabei nicht die Stärken des Langspielers dar. Diese liegt in der leicht wiedererkennbaren Delivery des Kongolesen, welche sich von denen der meisten deutschen Kollegen abhebt und mit ihrer druckvollen Art am ehesten an die eines Afrob erinnert. Trotz teilweise aufkommender Monotonie gefällt mir 'DLWK' überdurchschnittlich gut, auch dank einer verhältismässig überschaubaren Tracklist und gut dosierten Gastbeiträgen. Xatar beweist weiterhin sein Ohr. Auch wenn Sylabil Spill - dank seiner Heimat im Bonner Stadtteil Tannebusch - wohl mehr als ein klassisches Signing ist." - 7/10
  • 8/10
    Anna S.: "Sehr abwechslungsreicher und voluminöser Soundrahmen, in der Sylabil Spill diverse Flowvariationen von sich gibt. Ich finde gerade die ruhigeren, detaillierter Instrumentals in Kombination mit seiner aggressiven Delivery und den präzisen Reimketten sehr stark – Die ohnehin schon drückenden Beats lassen das Ganze teilweise etwas überladen klingen. Aber unabhängig der musikalischen Untermalung schwächelt Sylabil Spill auf keinem der 15 Tracks und liefert einen starken Longplayer." - 8/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Mit dem Radira-Sound hat das ganze zwar nicht mehr wirklich viel zu tun – viel zu hektisch und aufgeregt fällt die neue LP aus – trotzdem gelingt bei Sylabil der Stilswitch so gut wie bei wenigen. Denn was bleibt ist die bekannte Energie und kompromisslose Attitüde, der Hunger, der nun sogar noch einmal durch die wuchtigen Synth-Beats gestützt wird. Und stellenweise finden sich sogar einige Sound-Zugeständnisse an die 'alten Fans', die sich zwar eher in Richtung AoN-Trademark als Beleidiger-Stil orientieren, trotzdem gut mit Sylabils einnehmender Stimme zu harmonieren wissen und vor allem für die absolut notwendige Abwechslung sorgen. Thematisch gibt es nämlich nicht mehr, als den bekannten, kompromisslosen Battlerap zu hören. Und wer den mag, der wird mit 'Der letzte weiße König' sehr glücklich werden.“ - 7/10
  • 7/10
    Jakob: "Beim Radira weiß man, worauf man sich einlässt. Dieses Album ist ein 44 Minuten langer Actionfilm mit wenig MG-losen Szenen. Dabei schafft es Sylabil nicht nach der Hälfte des Albums zu langweilen. Das alles verdanken wir abwechslungsreichen Produktionen, verschiedenen Flowvariationen und einer nicht enden wollenden Energie des Kongolesen. Ein bis zwei Tracks kürzer hätte 'DLWK' ruhig werden können, alles in allem ist es aber ein rundes Album, welches von Sylabils Hunger und tollen Beats getragen wird. Umso verwunderlicher und schade ist es, dass es dieses Album auch trotz Xatar im Rücken nur auf die 76 der Charts geschafft hat." - 7/10
  • 6/10
    Lukas: "Ich muss zugeben, ich ging eher mit einer negativen Haltung in das Album rein, da mir die meisten Videos bisher nicht so wirklich gefallen haben. Trotzdem fühlte ich mich am Anfang definitiv unterhalten, vor allem durch die Flows und die Stimme und ich finde man hört sehr gut den Xatar Einfluss heraus, grade bei den Beats, aber auch bei der Reimtechnik und so weiter. Textlich konnte mich das Album zwar nie so wirklich abholen - mir war es einfach viel zu flach und nicht durchdacht - doch die ersten sechs bis sieben Tracks konnte ich mir gut anhören. Danach wurde es aber wirklich, wirklich anstrengend. Irgendwann ist es eben keine aggressive Stimme mehr, sondern nur noch Geschrei und die anfänglich scharfen Flows wurden teils genuschelt und, wie die Beats, viel zu hektisch. Der letzte Track 'Jetzt weisst du' ging dann wieder in eine ganz andere, für mich viel angenehmere Richtung. Aber der hätte früher kommen müssen. Bei 15 Tracks hätte auch auf zwei oder drei verzichtet werden können." - 6/10
  • 7/10
    Elias: "Sylabil Spill fährt mit 'Der letzte weiße König' eine neue Schiene, was ich gar nicht so schlecht finde. Das Intro bzw. Outro ist auf jeden Fall sehr Fett und ein super Einstieg in das Album. Wie gewohnt bringt er gute Punchlines und legt überzeugende Battletracks hin. Die Lyrics finde ich Top nur leider hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass sich die Tracks an sich sehr ähnlich sind, kurz: Der Sound klingt oft gleich. Dennoch finde ich es an sich gut umgesetzt. Die Beats und Texte passen aufeinander und erzeugen ein abgerundetes Gesamtbild. Alles in Allem ein gutes Album aber kein Meilenstein, sondern ein Eindruck von dem neuen Sylabil Spill." - 7/10
7/10

Kurzfassung

Mit seinem Labeldebüt bei Kopfticker kann Sylabil Spill uns weitestgehend überzeugen. Der Stilwechsel, hin zu hektischen Synth-Sounds, gelingt weitestgehend, fällt einigen allerdings etwas zu hektisch aus.

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