Die Meinung der Redaktion zu „Fin“ von Syd

Fin

Noch zu Beginn dieser Dekade als die endgütigen Verroher des Nachwuchses von Jugendschützern verteufelt, entwickelte sich aus der Odd Future Wolf Gang Kill Them All recht schnell ein ziemlich komplexes und anspruchsvolles Künstlerkollektiv rund um Tyler, the Creator. Ein Phänomen, dass Odd Future begleitete, waren die zahlreichen, mit der Zeit immer unübersichtlicher werdenden, Künstlerzusammenschlüsse innerhalb des Kollektivs. Eine dieser Gruppen war The Internet, betsehend aus Matt Martians und Syd tha Kid, der einzigen Frau in OF-Kreisen. Sie taten es vor rund zwei Jahren den Vorzeige-Künstlern der Crew aus L.A. gleich und setzten einen ersten Fuß in die Tür des Mainstreams. Von zwei auf mittlerweile sechs Musiker gewachsen, griffen sie 2016 mit ihrem Neo-Soul Album „Ego Death“ sogar nach dem Grammy. Jetzt kann man die Frontfrau Syd auch auf Solopfaden erleben, auf ihrem ersten Album „Fin“ schlägt sie einen deutlich synthetischeren Klang an, als man es von The Internet gewohnt war. Auf dem Produktionssessel nahm sie dabei selbst Platz, holte sich mit u.a. „Lemonade“ Co-Schöpfer MeLo-X und ihren The Internet-Kollegen noch einige weitere Producer ins Boot. Wir haben das Album besprochen. 

Syd – „Fin“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Anna S.: "Jazz-Einflüsse, atmosphärische, federnde und leicht experimentelle Klänge – sehr spannendes und markantes Soundbild. Mir gefällt diese zeitgenössische und andersartige Form des R’n’Bs, die Syd auf ihrem Debüt präsentiert. Selbstbewusstes und einnehmendes Musikwerk, was nicht zuletzt an ihrer sanften und dennoch präsenten Stimme liegt. Beste Tracks sind für mich 'Dollar Bills' und 'Shake Em Off'." - 8/10
  • 7/10
    Raphael: "Dieser eher düstere R’n’B gefällt mir durchaus. Syd lässt uns auf 'Fin' doch gefährlich nah an ihre Gefühlswelt heran. Teilweise gespenstisch, teilweise laid-back kommt hier Delivery und Sound daher und das kann überzeugen." - 7/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Wer kann in diesen Zeiten authentischer für Toleranz eintreten, als eine homosexuelle, afroamerikanische Frau? Die organischen Bass-Grooves und Soul-Anleihen 'Ego Death's weichen auf 'Fin' weitestgehend wuchtigen Syth-Basslines und moderneren, ratternden Drums und schaffen so einen wunderbar düsteren R’n’B-Klangteppich, auf dem Syd von ihrer Gang, ihrem Leben, viel mehr allerdings von Liebe, Leidenschaft und Sex erzählt. Dabei switcht sie von einer Verneigung an Aliyaah auf 'Know' direkt zu Brettern wie 'No Complaints' oder 'All About Me', die beweisen, dass sie auch als Rapperin Chancen hätte, ohne sich dabei zu verrennen oder gar mit dem vorherrschenden Vibe zu brechen. Auch wenn die Platte inhaltlich damit eigentlich nicht viel Tiefgang hergibt, bekommt sie diesen eben durch die Person dahinter und ihre Performance - und sowas kann Stars erschaffen." - 8/10
  • 7/10
    Peter: "Das neue Album von Syd geht mir fließend ins Ohr. Das klingt alles sehr souverän ohne dabei langweilig oder gar monoton zu werden. Ihr Stimmeinsatz, der zwischen gesungen und gerappten Parts wechselt, trägt einen großen Anteil dazu bei." - 7/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Melodisch, in sich stimmig, aber auch ohne die ganz großen Highlights. Sicher, ein Song wie 'All About Me' sticht schon heraus und steht exemplarisch für die ganze musikalische Genialität, die Syd in sich vereint. Doch gerade deswegen stelle ich hohe Ansprüche, die auf 'Fin' teilweise schon erfüllt werden. Luft nach oben ist aber immer noch gegeben." - 7/10
  • 8/10
    David: "Syd zeigt mit ihrem ersten Soloalbum, dass sie es auch alleine drauf hat ein. Mit 'Fin' leifert sie eine tolle Mischung aus R'n'B, Soul und HioHop. Syd bringt auf ihrer Soloplatte eine gewisse Tiefe in ihre Songs, die es davor bei The Internet noch nicht so richtig gab. Starke Entwicklung, die die Sängerin gemacht hat. Dieser viel selbstbewusstere Sound auf 'Fin' gefällt mir sehr gut." - 8/10
  • 7/10
    Sara: "Für ihr erstes Soloalbum hat Syd wirklich gute Arbeit geleistet. Mit ihrem gefühlvollen Stil dockt sie an vielen Stellen an den 90er Soul und R’n’B an. Das gesamte Album ist eher von angenehmen, sanften Tönen angehaucht , ist also eher was für ruhigere Stündchen. Kleinen Abzug gibt’s dafür, dass mir die Vielfalt noch ein kleines bisschen fehlt. Aber es ist ein Debüt, also ist noch Luft nach oben und ich sehe großes Potential." - 7/10
7.4/10

Kurzfassung

Auch losgelöst von The Internet schafft es Syd, ein starkes Album vorzulegen. Sowohl mit ihrer Performance, als auch mit dem teils düstren, teils leichen Klangbild kann sie auf ihrem Debüt überzeugen.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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