Die Meinung der Redaktion zu Snoop Doggs „Neva Left“

Der Titel lebende Legende trifft im Hip-Hop Game wohl nur auf eine Hand voll Leute zu. Gleich eine Reihe davon stammt aus dem Umkreis des West Coast Zentrums Los Angeles. Seien es N.W.A. aus Compton oder eben Snoop Dogg aus Long Beach. Seit dem prägenden Debüt „Doggystyle“ gab es beim Muster-Kiffer kaum Stillstand. Seien es zahlreiche Rap-Alben – mittlerweile mehr als ein Dutzend an der Zahl – oder Genre-Ausflüge in Richtung Reggae oder Funk als Snoop Lion und Snoopzilla. 2017, mehr als zwanzig Jahre nach dem Debüt geht es wieder zurück zum Anfang. Auf dem Cover prangt ein Snoop Dogg im Teenager-Alter auf der State Route 187 in LA, in der Feature-Liste glänzt gleich eine Armada von Gaststars. Mit dabei auf „Neva Left“, der 15. Solo-LP Snoops, sind Method Man & Redman, BReal, KRSOne, Kaytranada & BadBadNotGood, Wiz Khalifa, Devin the Dude, Too Short, Charlie Wilson, Rick Rock, New the Pharaoh, K Camp, Stresmatic, Big Tray Deee, October London, Teena Marie, Big Bub und DJ Battlecat. Wir haben die Rückkehr des Snoops besprochen.

Snoop Dogg – „Neva Left“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Sara: "'Neva left' – der Name ist Programm. Ich lass mich gern auf die Zeitreise in die Vergangenheit mitnehmen. Auf mich wirkt es so, als wäre Snoop hier einfach in seinem Element. Boom Bap ist verankert in diesem Mann, er kommt aus der Zeit und ich war schon immer der Meinung, dass das der Sound ist, in dem sich Künstler wie Snoop am meisten entfalten und das einfach leben. Ich konnte Snoop nie so richtig in die 'neue Zeit' einordnen. Für mich ist und bleibt er die Verkörperung des Golden Era West Coast Sounds. Nice, wieder rohen Hip-Hop auf die Ohren zu kriegen." - 7/10
  • 6/10
    Cedric: "Trotz meiner anfänglichen Skepsis in Anbetracht seiner letzten Alben, konnte mich dieses Album überzeugen. Auch wenn es oft wie eine faule Ausrede alter Künstler wirkt, das Alte zu machen, um die Fans zu befriedigen, gelang das hier für mich fast. Es ist ironisch, wie jung Snoop über die Beats wirkt, die am meisten an alte Zeiten erinnern. Das Einzige, was das Album kaputt macht, ist die Inkonsequenz. Alle Lieder von 'Promise You This' bis 'Go On' geben mir leider das Gefühl, mal wieder in die Snoop Dogg-Marketing-Falle gefallen zu sein. Ohne die wäre die Illusion perfekt, er hätte sich auf alte Stärken besinnt. So bleibe ich aber lieber bei '7 Days Of Funk'." - 6/10
  • 7/10
    Niels: "Alleine das Cover reichte um bei mir eine gewisse Nostalgie zu wecken. Ich weiß noch gut, wie ich durch Eminem über Dre zum großen Teil retrospektiv auf Snoop Dogg aufmerksam wurde und alle möglichen Musiker aus dem Umfeld wie verrückt aufsog. Snoops Art zu rappen war für mich damals etwas Einmaliges, da sie ohne großen Fokus auf Raptechnik und Vielfachreime zu setzen ihren ganz eigenen Flair besaß. Als er sich vor wenigen Jahren musikalisch als Snoop Lion und Snoopzilla austobte, konnte ich mit jenen Projekten nur wenig bis gar nichts anfangen, sodass ich ihn schließlich komplett aus den Augen verlor. Nun geht es auf 'Neva Left' back to the roots, was oftmals eine Aufgabe ist, die nur wenige Rapper der alten Tage meistern, da ihnen der damalige Hunger zu fehlen scheint. Snoop Doggy Dogg gelingt das Ganze allerdings überraschend gut, wozu natürlich die Beats mit ihren melodischen Bässen einen entscheidenden Teil zu beitragen. Die Krone wird dem Ganzen schließlich durch das Highlight 'Mount Kushmore' aufgesetzt, das mit Redman, Method Man und B-Real gleich drei Legenden als Features vereint. Wie lange sich 'Neva Left' schließlich in meiner Playlist halten wird, wird sich zeigen. Klar ist allerdings, dass die LP mein Interesse für Snoop wieder geweckt hat. Einzig, dass es die trappige Nummer 'Trash Bags' aufs Album geschafft hat, erschließt sich mir so gar nicht." - 7/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Für die Marke Snoop Dogg ist Musik längst zur Nebensache geworden. Wirklich im Fokus steht mittlerweile nur noch die zum lebenden Meme gewordene Person, seine absurden öffentlichen Auftritte, Trash-Kurzfilme und auch mal ein schöner Seitenhieb in Richtung weißes Haus in Musikvideo-Form. Und tatsächlich machte das letzte Release 'Coolaid' den Anschein, als wüsste Snoop nach den Genre-Ausflügen selbst nicht so recht, wohin mit sich und seiner Musik. Die logische Antwort darauf: Das machen, wonach die Fans schreien. Laidback West-Coast Hip-Hop, der ihn zu dem Weltstar machte, der er 20 Jahren nun mal ist. Versetzt mit einer noch gesunden Menge Trend-Einflüsse wird so ein etwas entstaubter 90s Vibe kreiert, der in der ersten Hälfte zwar noch vor sich hindümpelt, eingeleitet mit der Kiffer-Hyme '420 Blaze Up' (womit auch sonst) allerdings richtig zu grooven beginnt. Gerade 'Vapors' und 'Mount Kushmore' kommen einer Zeitreise des Doggfathers gleich. Und damit ist mit 'Neva Left' wohl das erste relevante Snoop Dogg Projekt seit der noch stärkeren Neptunes-Kollabo 'Bush' entstanden, auch wenn man die LP problemlos um 20 Minuten hätte kürzen können." - 6/10
  • 7/10
    Jakob: "Snoop Dogg kehrt mit 'Neva Left' zu seinen musikalischen Wurzeln zurück und reißt damit zwar keine Bäume aus, macht aber eigentlich alles richtig und zeigt der Rapwelt, dass er eigentlich nie wirklich weg war, obwohl er sich in den letzten Jahren doch des Öfteren in anderen Musikgefilden verirrt hat. Die Beats sind alle sauber produziert und im Westcoaststyle und G-Funk gehalten. Mal sind die Beats rougher, dann wieder etwas smoother. Das klingt alles wunderbar und lädt zum Kopfnicken oder auch mal zum Zurücklehnen ein. Textlich kriegt man gewohnte Snoop Dogg Kost, lediglich der Remix zu 'Lavender' enthält ein größeres Statement. Das Highlight des Albums war für mich mit Sicherheit 'Mount Kushmore' mit Redman, Method Man und B-Real. Was für ein Brett! Aber auch 'Go On' zwingt einen fast schon dazu ins Auto zu steigen, die Fenster runterzudrehen und den Song beim Fahren zu pumpen. Sehr schöner Vibe! Den kleinen Ausflug in einen moderneren Sound wie bei 'Trash Bags' habe ich nicht wirklich nachvollziehen können, aber insgesamt schadet es dem Album nicht wirklich, es passt halt nur irgendwie nicht. Zum Ende hin hat sich das Album dann aber doch ein wenig in die Länge gezogen und Snoop hätte das ganze auch ein wenig verkürzen können! Die Platte liefert aber das, was Snoop Dogg Fans wohl seit Jahren sehnsüchtigst erwartet haben: Back to the (musical) Roots, D.O.G.G.!" - 7/10
  • 7/10
    Marvin: "Genau das was man sich gewünscht hat. Ein Snoop, der zu seinen Wurzeln zurück kehrt und Sound macht, wie man ihn von damals kannte. Keine Experimente oder Ausschweifungen, wie man sie in den letzten Jahren immer wieder von ihm gesehen hat. Nur der Sound, der ihn so berühmt gemacht hat, und das völlig zurecht. Das Wichtigste: Es klingt keinesfalls altbacken. Das ist für mich oft das Problem bei Künstlern, die schon lange im Game sind. Snoop macht es genau richtig: Sound der so klingt wie damals, allerdings auf dem neusten technischen Standards und verpackt in einem rundum guten Paket. Vor allem die ersten fünf, sechs Tracks in der Abfolge haben es mir angetan. Kein Beat klingt wie der nächste, ein roter Faden der Coolness und Entspanntheit rundet das Ganze ab. Insgesamt ein cooles Album, was vor Allem für Fans der ersten Stunde in Zukunft einen hohen Stellenwert haben wird." - 7/10
  • 8/10
    Elias: "Das neue Album von Snoop bringt sofort den alten Vibe zurück. Obwohl ich nie ein großer Fan seiner Musik war, finde ich die neue Platte sehr gelungen. Die Beats sind wie gewohnt sehr West-Coast geprägt. Synthesizer und klassische 808s, soweit ich es bei den meisten Tracks raushören konnte. Die Featuregäste die er auf dem Album hat, finde ich sehr gut gewählt und passen super zum Gesamtbild der Platte. An sich hatte ich beim Hören das Gefühl, wieder ein richtiges Snoop Dogg Album zu hören. Die letzten Projekte von ihm habe mich leider nicht wirklich gecatcht. Zusammengefasst ein sehr gutes Album, fette Instrumentals und, für Snoop typisch, gute Lyrics." - 8/10
  • 7/10
    Lukas: "Nach so vielen Jahren Karriere und Alben, inklusive Ausflug ins Reggeagenre, Kollaborationen in alle Richtungen über Dubstep bis zu Charthits, was kann da noch großes von einem Snoop kommen? Oder die viel wichtigere Frage ist: Kann er zu seinem "ersten" Stil zurückfinden? Der Albumname lässt zumindest diesen Versuch vermuten. Auch, wenn ich zu jung bin, um seine Anfänge diret mitbekommen zu haben, so habe ich doch immer wieder versucht, die wichtigen Alben und Songs des Snoop Dogg nachzuholen. Deshalb lasse ich mich zu der Aussage hinreißen, er hat seinen "alten" Style nicht nur wiedergefunden, sondern ausgebaut. Stilecht mit 'As long as I've got you'-Sample, welches den meisten aus 'C.R.E.A.M.' bekannt sein sollte, startet die Platte sehr Oldschool lastig, trotzdem schafft es Uncle Snoop im Laufe der Platte einige neue Influenzen mit einzubauen. Das ist sicherlich nicht zu letzt Kollaboratoren wie Kaytranada und BadBadNotGood zuzuschreiben. Trotzdem hat Snoop auch ein Feuerwerk an Westcoastlegenden-Features gezündet, das zu lang ist um hier namentlich genannt zu werden. So entsteht eine funktionierende Kombination, und wer hier nicht den inneren G in sich fühlt, dem kann ich auch nicht helfen." - 7/10
6.9/10

Kurzfassung

Nach einigen Genre-Ausflügen findet Snoop Dogg auf „Neva Left“ weitestgehend gut zu alter Form zurück und präsentiert einen entstaubten 90s Westcoast-Vibe, der uns weitestgehend überzeugen kann.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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