Die Meinung der Redaktion zu „Agora“ von Shiml

Acht Jahre Funkstille, das lässt doch so manchen Fan daran zweifeln, ob eine Rapper-Karriere noch einmal weitergehen könnte. Bei Shiml liegt das letzte Soloalbum tatsächlich neun Jahre zurück, einige Monate später berappte er mit Montana Max die „Generation Null“, danach erstmal gar nichts mehr. Im Juni meldete sich der Bremer schließlich zurück. Dieses Mal rappt Montana Max nicht mehr an seiner Seite, sondern sorgt in seiner Position als Universal A&R für die Vermarktung der Platte, bei Shiml hingegen hat sich – zumindest musikalisch – wenig getan. Menschlich dafür umso mehr. Denn seine Heimatstadt Bremen hat er mittlerweile hinter sich gelassen, ist über den Umweg Düsseldorf mittlerweile in Hamburg gelandet. Die Gründe hierfür, das Leben in Bremen, die Sicht auf die Szene und einiges mehr verarbeitet Shiml nun auf dem Comeback-Album. Wir haben „Agora“ besprochen. 

Shiml – „Agora“ kaufen

 

Das sagt di BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Niklas: "Viel weiter Weg vom aktuellen Trend geht wohl kaum. Shiml lässt seinen Rap-Geist von vor zehn Jahren wieder aufleben: Große Worte, sprunghafte Texte und ungebrochener Lokalpatriotismus. Diesmal allerdings perfektioniert und sinnvoll weiterentwickelt mit Hilfe des Produzentenduos Oh My. 'Agora' klingt nicht nach halbgar aufgekochter Comeback-Platte, sonder vielmehr nach jahrelangem Schleifen und Reflektieren sowie einer fesselnden Dringlichkeit. Gerade für Jemanden, der unweit von Bremen aufwuchs ein wirkliches Highlight." - 7/10
  • 6/10
    Jakob: "Keine schlechte Platte, aber wohl eher für eingefleischte Fans , als für mich, der noch nie ein Shiml Release gehört hat. Häufig abstrakte Lyrics, die auf den ersten Hörgang nicht immer zu verstehen sind, dazu aber auch eine Vielzahl von Stimmungen, die sich durch das kompakte Album ziehen. Produziert ist das Album allerdings sehr bunt wie gut, wenn auch oft minimalistisch, aber das macht bei der Textgewalt wirklich Sinn. Unbedingt nochmal anhören muss ich mir 'Agora' trotzdem nicht." - 6/10
  • 7/10
    Yannick W.: "'Agora' ist ein Therapiealbum, das weder darauf abzielt, Identifikationsfläche zu bieten noch auf der Mainstage irgendeines Festivals stattzufinden. Ob es gehört wird oder nicht – sogar dass es veröffentlicht wurde – ist für das Album egal. Denn es ist in erster Linie wohl Musik von Shiml für Shiml. Obendrein ist die auch noch wirklich gelungen." - 7/10
  • 6/10
    Jonas: "Sehr viel Pathos und Kitsch aber trotzdem irgendwie garnicht so verkehrt. Zwar sind Lines wie 'Ich habe mich nie verkauft' unfassbar langweilig und plakativ, aber im Prinzip beschreibt es dieses Album sehr gut. Shiml klingt auf jeden Fall so, als würde wirkliche Lust aufs Rappen sein Comeback begründen und nicht irgendwelche finanziellen Gründe. Nichtsdestotrotz war sein Flow, seine Inhalte und Beatwahl nie mein Fall, aber 'Agora' geht ganz gut rein." - 6/10
  • 7/10
    Josh: "Wenn man ihn lediglich von seinem zum Meme gewordenen 'Feuer über Deutschland'-Auftritt kennt, geht man natürlich ohne jede Erwartung an das Album. Spätestens bei 'Atempause' hatte er mich dann gepackt. Shiml wirkt sehr ehrlich, manchmal für meinen Geschmack etwas zu kitschig-pathetisch, aber er scheint ordentlich was zu erzählen zu haben. Und das Beste: Kein unbeholfenes Zeitgeistrumgeficke. Freut mich, dass er zurück ist. Selbst, wenn ich keine Ahnung habe, was früher war." - 7/10
  • 7/10
    Léon: "Shiml ist nach acht Jahren Pause zurück und liefert ein derbe persönliches und reflektiertes Album. Es klingt genau nach dem, was er immer machen wollte: Weil stets düster und prägnant auf den Punkt gebracht, ist 'Agora' ein richtiges Shiml-Album, wenn auch in Teilen noch etwas unausgereift. Da er ja aber anscheinend Hunger auf mehr hat, könnte das Ganze ein guter Startpunkt für ein gelungenes Comeback sein." - 7/10
6.7/10

Kurzfassung

Ein sehr gelungenes Comeback, auch wenn „Agora“ mit seiner Wortgewalt und einer Menge Pathos an Geschmäcker scheitern kann.

Sag uns deine Meinung. "Agora" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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