Die Meinung der Redaktion zu „Aywa“ von Schwesta Ewa

So Heikles zu erzählen wie für Schwesta Ewa gab es für deutsche Rapper auf einem Album nur selten. Denn während des Skandals rund um ihre Festnahme, Inhaftierung und Verhandlung sowie schwerer Vorwürfe, die von Menschenhandel bis Ausbeutung reichten, hielt sich die AoN-Künstlerin weitestgehend bedeckt. Und auch, wenn zahlreiche der Anschuldigungen während des Prozesses fallengelassen wurden – ins Gefängnis muss die Frankfurterin dennoch. Die Zeit vor dem Haftantritt reichte aber noch, um ihr zweites Soloalbum fertigzuproduzieren, die Story, die erzählt werden muss liegt auf der Hand: Die letzten zwei, sehr turbulenten Jahre. Die Schilderung aus ihrer Sicht.  Dafür eröffnet sie direkt mit dem bereits zu Single gewordenen Geständnis, holt sich für die folgenden Songs Gäste wie Bonez MC, SXTN, Xatar, Ssio, Olexesh, Samy, Vega und Al-Gear an ihre Seite. Wir haben neue Album „Aywa“ besprochen.

Schwesta Ewa – „Aywa“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Yannick W.: "Als in sich geschlossenes Album funktioniert 'Aywa' – wie viel im Moment – einfach nicht. Zu viele Features, die nach Homie- und Reichweiten-Bonus klingen, zu unverständliche Stil-Experimente. In seiner Essenz, den wirklich wichtigen Charakter-Songs, trotzdem bärenstark vorgetragen, produziert und unerträglich ehrlich. Das perfekte zweite Ewa Album hätte wohl nur zehn Songs gebraucht um ihre kontroverse Figur auszubauen." - 6/10
  • 7/10
    Alexios: "Ich fand es am Anfang schwer mich an den neuen Sound zu gewöhnen, aber nach mehrmaligem Hören habe ich Gefallen dran gefunden. Es hätten zwei Tracks weniger für mich sein können und textlich etwas ausgefeilter, aber die krasse Lyrikerin war Ewa ja noch nie. Zumindest bleibt sie real. Cool fand ich auch, dass Ssio sich auf keine Beat-Experimente bei Feature Parts einlässt, wie schon auf dem Album von Kontra K. Der Part von Juju ist auch stark - AHU!" - 7/10
  • 6/10
    Niklas: "Erstmal ist es wirklich beeindruckend, wie sehr sich Schwesta Ewa technisch und in ihrer Delivery seit ihrem Debüt noch einmal verbessert hat. Die meisten Beats auf 'Aywa' werden von der Frankfurterin auf höchstem Niveau nach allen Regeln der Kunst zersägt. Leider verliert das Album in seiner Gänze sehr stark an Fahrt und vor allem die finalen Tracks auf Karibik-Rhythmen hätte man sich getrost sparen können. Der behutsame Schritt in Richtung Trap-Trend gelingt dagegen ziemlich gut. Allerdings verwässern auch die vielen Features die in ihrem Kern wirklich starke Platte zusehends. Während Al Gears Part einfach fehl am Platz wirkt, wissen weder Sxtn und noch Xatar wirklich zu überzeugen und der Platte auch nur irgendetwas mitzugeben. Das ist alles wirklich Schade, denn auf ihre Essenz runtergebrochen hätte 'Aywa' definitiv eine Chance gehabt auch auf längere Sicht vollends zu überzeugen." - 6/10
  • 8/10
    Kira: "Irgendwie konnte ich mit Schwester Ewa nie wirklich viel anfangen, allerdings hat sich das mit 'Aywa' geändert. Nicht mehr der gewohnte Ewa Sound und irgendwie kommt auch der Autotune ganz nice. Attitude stimmt und Storytelling ist vom Feinsten. Free Ewa, weil ich will mehr." - 8/10
  • 6/10
    Josh: "Insgesamt etwas überladen, kürzen hätte dem Album gut getan. Allerdings steht ihr der neue Sound wirklich gut und ich bin zuversichtlich für die Zukunft. Als Charakter ist sie in der Szene weiter unersetzlich, das beweisen auch die Punchlines auf 'Aywa'. Vielleicht das nächste Mal etwas weniger Cardi B hören." - 6/10
  • 7/10
    Kevin W.: "Brutal ehrliche Erzählungen wie sie Deutschrap braucht. Versehen mit einem farbenfrohen Klangkleid, portraitiert sich die Schwesta erneut in jener Gangster-Rap Attitüde, für welche sie steht. Selbst übertroffen hat sie sich dabei nicht, aber Hallo lieber Herr Wärter, Langeweile ist Mangelware, wie kalte Big Mac’s auf Zelle." - 7/10
  • 6/10
    Jakob: "Mit einer besseren wie kompakteren Track-Selektion und einem durchgehenden Soundbild wäre 'Aywa' wirklich gut geworden. So, mit 16 Tracks und acht Features, verläuft sich das Album zum einen in extremer inhaltlicher Redundanz, die es im Straßenrap eh schon en masse gibt, und einem Sound, der zwischen traditionellen Klängen (‘Herr Wärter’) und Trapbeats zwischen 2013 und 2018 einfach nicht wirklich in Fahrt kommt. Songs wie 'Pum Pum' und 'Ware Liebe' schmälern den Eindruck noch ein wenig mehr, da sie nach ‘Schema F Deutschrap-Hit’ klingen wollen. Wirklich schade, da Ewa nach wie vor eine krasse Aura und Autorität in ihren Songs einbringt, aber leider (wieder) mal nicht auf Albumlänge." - 6/10
  • 5/10
    Jonas: "Ewa hat zweifelsohne eine Menge erlebt und dadurch auch sehr viel zu erzählen. Trotzdem wird es inhaltlich nicht dem Anspruch gerecht, den ich an gute Musik habe. Es dreht sich alles um sie und ihren kriminellen Lebensstil, wirkt dabei dennoch sehr unreflektiert. Stilistisch bewegt sich das Album aber auf einem hohen Niveau. Durch die hohe Anzahl an vorhersehbaren Featuregästen hat es allerdings eher einen Samplercharme." - 5/10
  • 5/10
    Josehine: "Knast, Parra, Nutten - so kennt man die gute Schwesta. Der Sound vom Album ist für sie selbst zwar neu, aber verglichen mit der aktuellen deutschen Raplandschaft schon tausend mal zuvor gehört. Ihre Musik feier ich nicht, ihre Realness umso mehr! 'Ewa bleibt OG'." - 5/10
5.7/10

Kurzfassung

Wir sind uns ziemlich einig: „Aywa“ ist überladen mit Songs und Features, im Kern allerdings ziemlich gut geraten. Gerade die schwierige Einordnung ihres Charakters und sehr direkten Zeilen machen das Album spannend.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Aywa" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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