Die Meinung der Redaktion zu „Schuss“ von Schote

Straight aus dem Karlsruher Untergrund erarbeitete sich Schote vor mittlerweile einer halben Dekade eine stattliche Fanbase durch die Teilnahme am „VBT“ oder dem Newcomer-Contest „#MOT„. Lange dauerte es nicht, bis sich der Battle-Rap Fan bei einem Label wiederfand. Gemeinsam mit dem ehemaligen Mitbewohner und Produzenten an seiner Seite, Enaka, kam er bei den Heilbronnern von WSP unter, um nur Wochen später ihr Labeldebüt in Form der EP „Neue Bars Sued“ zu geben. Nun, ziemlich genau 18 Monate später, steht das erste große Album des Duos in den Regalen. „Schuss“ heißt der Longplayer, auf dem man insgesamt 13 Stationen des selbst betitelten „Boom-Trap“-Sounds zu hören bekommt, als Feature ist der dritte ehemalige Bewohner der Karlsruher Rap-WG, Curly mit von der Partie. Wir haben das Album besprochen.

Schote – „Schuss“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Jakob: "Die Soundkulisse von Schotes Debüt wirkt schon sehr ausgereift. Die modernen Beats sind allesamt stimmig und gefallen mir bis auf wenige Ausnahmen durchgehend gut. Besonders die smoothen und entspannten Beats in der Mitte des Albums haben mir sehr gefallen. Auch mit einigen minimalistisch gehaltenen Hooks konnte ich etwas anfangen. Das kann ich bei Schotes Parts aber leider nur bedingt sagen. Textlich gibt mir Schote zu wenig, als dass ich ihm elf Tracks lang gebannt zuhören konnte. Lediglich bei 'Kunst', 'Nie erwartet' und 'Turbo' hatten die Texte Schotes einen Mehrwert. Der Rest war mir zu stumpf und eindimensional. Vielleicht lag es aber auch an den Beats, die mir im Resumee besser gefallen haben. Die kurzen Skits hätte man durchaus weglassen können, da sie das Album nicht bereichert haben. Insgesamt war kein Track schwach, aber wenige waren dafür auch richtig gut. Zu den guten gehören definitiv die oben genannten. Dennoch ein ordentliches Debüt mit wenigen, aber vorhandenen positiven Ausreißern eines MCs, der noch nicht ganz seinen Stil gefunden hat. So scheint es mir zumindest." - 6/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Der Spagat zwischen kraftvoll und unverkrampft gelingt auf 'Schuss' überaus gut und wirkt nie inkonsequent. Hierzu tragen sowohl Schote, als auch Enaka ihren Teil bei. Während der eine durch seine nicht immer allzu ernste Interpretation von Battlerap und die bewusste Plumpheit Sympathiepunkte sammelt, verziert der andere schon fast einschüchternd-wuchtige Drums mit sphärischen und teilweise beinahe sommerlichen Synths. Auch ein wenig Experimentierfreudigkeit in Richtung frühe 80er auf 'Fraun' sorgt für Lockerheit. Und auch wenn 'Schuss' ohne ein outstanding Highlight auskommt, muss es nunmal nicht mit qualitativen Einbrüchen kämpfen. Ich freu mich schon auf mehr." - 7/10
  • 5/10
    Marvin: "Schote war mir vorher kein Begriff, allerhöchstens in Verbindung mit einer Chili. Nach dem ersten Track 'Schuss' hatte ich extrem Lust auf das Album, da der Song einfach ungemein aggressiv und motivierend ist, was ich mir für das ganze Album erhofft hatte. Leider war es dann schnell so, dass die Musik für mich zu eintönig klang und das ganze so mehr zu Hintergrundmusik wurde, als zu dem aggressiven Rapalbum, was ich mir erhofft hatte. Zwischendurch sind wenige coole Tracks dabei, von denen mich aber keiner vom Stuhl gehauen hat. Die einzige Ausnahme hierbei war 'Fabian Römer', bei dem mich die Hook 'Ich bin nicht perfekt, ich bin nicht Fabian Römer' zum Schmunzeln gebracht hat, wobei der Track an sich auch für mich der beste war. Insgesamt aber nichts, was ich mir nochmal anhören würde." - 5/10
  • 7/10
    Cedric: "Das Album lässt sich durchweg gut am Stück durchhören. Es gibt eigentlich keinen Song, den ich skippe. Der heimliche Star des Albums ist für mich aber Enaka, der sich auf jedem Track wandelbar zeigt. So hat man nicht nur die üblichen Trap-Beats, sondern auch 90er Jahre Beats, wie auf 'Pussyvergleich'. Mein persönlicher Favorit ist wohl der Beat zu 'Kunst'. Auch Schote zeigt, dass er sich weiterentwickelt hat. Seine Zeilen sind grundsolide und geben mir ein gutes Gefühl dafür, wer er als Künstler ist, oder sein will. Die Zeilen, die wirklich im Ohr bleiben fehlen mir allerdings manchmal. Trotzdem; Schote beweist, dass er einer der vielversprechendsten 'Newcomer' ist. Ein grundsolides Album, dem hier und da die großen Überraschungen fehlen." - 7/10
  • 6/10
    Anna S.: "Sehr voller Klang – Sowohl Schotes fließende Satzkonstruktionen, die mit einer kräftigen Delivery vorgetragen werden, als auch Enakas abwechslungsreiche und melodische Soundkulisse tragen zum runden Wohlklang des Albums bei. Durch 'Schuss' zieht sich ein unterhaltsamer und charmanter Battlerap-Charakter, der mit zeitgenössischen Soundelementen verziert wurde. Stellenweise würde dem Ganzen etwas mehr Tiefe gut tun, da nur wenige Tracks im Kopf hängen bleiben." - 6/10
  • 7/10
    Lukas: "Nach den ersten drei Songs war ich begeistert, vor allem von den Beats, die mich direkt mitgerissen haben. Aber auch der Rapstil ist ein anderer, als das meiste , was Deutschrap grade zu bieten hat, deshalb war auch das eine willkommene Abwechslung. Leider wurde, wie so oft, auch bei 'Schuss' das meiste Pulver schon am Anfang verschossen und was bleibt war danach doch wieder zu eintönig. Die Beats und Themenfelder sind aus einem Guss, was man hoch anrechnen muss, aber leider doch zu gleich um so richtig packend unterhaltsam zu bleiben. Als sehr gut empfinde ich die Länge des Albums, mehr Tracks und durch die Eintönigkeit hätte ich es insgesamt als schlecht bewertet, doch so bleibt der gesunde Unterschied zum Großteil des Deutschrapkosmos, dem es vielleicht am Ende etwas an Spannung fehlt." - 7/10
6.3/10

Kurzfassung

Mit „Schuss“ gibt das Karlsruher Duo einen ziemlich anständigen Einstand auf Albumlänge unter den Augen einer breiteren Öffentlichkeit. Ein Wermutstropfen: Ein wirkliches Highlight kann die LP allerdings nicht bieten.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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