Die Meinung der Redaktion zu „Process“ von Sampha

Ein unbeschriebenes Blatt ist Sampha keinesfalls. Mit dem ersten Album soll nun der Status als der Mann im Hintergrund verschwinden. Denn den gab er zuletzt unteranderem auf Drakes Gamechanger „Nothing was the Same“, Frank Oceans verwirrendem Visual-Album „Endless“, Kanyes never ending Story „The Life of Pablo“ und Solanges gefeiertem „A Seat at the Table“, die er allesamt mit vereinzelten Vocals und Produktionen bereicherte. Nun stellt der Brite sein erstes Soloalbum „Process“ vor, zehn Songs zwischen Soul, R’n’B und Electronica, die man weitestgehend als One Man Show bezeichnen könnte. Neben Sampha sind lediglich Kanye West und vereinzelt weitere in Produktion, Songwriting oder Vocals involviert. Wir haben das Debüt besprochen. 

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Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Sara: "Das Album ist an sich recht minimalistisch gehalten. Der Fokus liegt ganz stark auf den Instrumentals. Der Gesang ist zwar reduziert, jedoch extrem ergreifend. Der Vibe so schwerelos und sanft - man gleitet förmlich mit. Das Album hat tatsächlich ganz andere Ansprüche, als die meisten anderen. Das hört man nicht mal eben so. Man sollte ein großes Herz für Instrumente und Soul haben, sich gefühlsmäßig komplett auf die Klänge einlassen können und Eins mit ihnen werden. Um es gut zu finden, muss man die Essenz davon verstehen und fühlen. Mich hat's erreicht. Ein sehr schönes Album mit einem hohen musikalischen Niveau." - 8/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Um ein vielfaches intimer und zerbrechlicher, als die großen Pop-Werke, die seine Vita bis dato schmücken. Sampha baut ein atmosphärisches, elektronisches Konstrukt um die nackten Drum-Breaks, die das gesamte Album tragen und gerät darin nie aus dem Fokus. 'Process' ist über seine zehn Songs aufrichtig und intensiv, wirkt wie eine niedergeschriebene Selbsttherapie, durch die der Brite unter anderem den Verlust seiner Mutter durch den Krebs verarbeitet. Dies geschieht besonders eindrucksvoll auf dem Opener ‚Plastic 100°C‘ auf dem er den Tod offensiv anspricht, genauso wie auf der metaphorischen Liebeserklärung an das Wohnzimmerklavier, auf der er über bewussten Rückzug philosophiert. Ein Album für die ruhigen Stunden allein, Zuhause, zum nachdenken, zum mitfühlen. Und eigentlich viel zu komplex um ihm in nur acht Zeilen gerecht zu werden.“ - 8/10
  • 9/10
    Kevin: "Das erste Mal habe ich Sampha 2013 wahrgenommen. Drake war mitten in der Promophase zu 'Nothing Was The Same' und spielte bei Jimmy Fallon mit, nun ja, Sampha den Song 'Too Much'. Ein Song, der ohne Samphas Zerbrechlichkeit und gleichzeitiger Wärme nicht zu den stärksten Songs des Album gehört hätte. Wie konnte man so einen Musiker nicht auf dem Schirm haben? Drei Jahre später kommt nun also 'Process'. Ein Album, auf das wieder die Attribute Wärme und Zerbrechlichkeit zutreffen, aber auch Getriebenheit oder Zuflucht wie auf den beiden Singles 'Blood On Me' und 'No One Knows Me Like The Piano'. Sampha hat ein herrliches Album geschaffen, welches für die Wintermonate wie gemacht ist." - 9/10
  • 7/10
    David: "Was Sampha zusammen mit Drake, Kanye West oder Solange schafft, schafft er auch als Solo-Künstler. Nämlich mit seiner Musik ein unvergleichbares Gefühl rüberzubringen. Seine soulige und etwas kaputt klingende Stimme, was ihr besonderen Charme verleiht, passt perfekt auf die poppig angehauchten Beats. Ein gelungenes Debüt von einem sehr interessanten Künstler von dem man in Zukunft bestimmt noch einiges hören wird." - 7/10
  • 8/10
    Anna S.: "Sehr gelungenes Album. Mir gefällt die außergewöhnliche Soundkulisse, die sich aus sanften, elektronischen und Perkussions-Klängen zusammensetzt – Und beim Hören als Charakteristikum es Gesamtwerks schnell hervorsticht. Diese melancholische, aber ästhetische Klangfarbe zieht sich von den Instrumentals bis in die Vocals und liefert somit die passende musikalische Untermalung für die Inhalte. Was in den Ansätzen wie ein Konzeptalbum über das Leben und Schicksal des Rappers erscheint, wird auf sehr künstlerische Weise in Form von zehn ausdrucksvollen Tracks umgesetzt, wobei ich 'Blood on Me' am stärksten finde." - 8/10
  • 9/10
    Yannick H.: "Mehr als gelungene Mischung von Soul und R'n'B, angereichert mit vielen elektronischen Elementen, die dieses Album so reizvoll machen. Der Endzwanziger Sampha schafft es, seine Gefühle mittels seiner Musik so eindringlich und unnachahmlich zu transportieren wie kaum ein anderer. Dies macht bereits der Opener 'Plastic 100 °C' deutlich, in dem der Brite gefühlvoll den Verlust seiner Mutter verarbeitet, sich aber auch mit der eigenen, begrenzten Lebenszeit auf Erden auseinandersetzt. Ein, zwei schnellere Nummern lockern die Gemütslage auf, und zeigen die andere Facette von Sampha. Unterm Strich habe ich nicht zu beanstanden." - 9/10
8.2/10

Kurzfassung

Mit seinem gefühlvollen, ruhigen und lyrisch ausgefeilten Debüt sorgt Sampha zweifelsohne dafür, bald nicht nur als Kollaborateur, sondern eigenständig neben seinen namhaften musikalischen Partnern genannt werden dürfte.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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