Die Meinung der Redaktion zu Sams „Kleinstadtkids“

Kleinstadt

KleinstadtRaop war nie nur Cro. Gerade mit einem Blick auf dessen Labelheimat Chimperator fanden sich in den Monaten und Jahren rund um dessen Durchbruch immer mehr Rapper, die mit dem Radio liebäugelten. Dazu gehörten auch Sam, ein Brüderpaar aus dem Umland Tübingens in Schwaben. Genauer gesagt aus Ochsenhausen, einer 8000-Seelen Kleinstadt. Dieser Stadt und dem Aufwachsen außerhalb der Großstadt mit allen Facetten widmen Rapper Sam und sein produzierender Bruder Chelo ihr zweites Album. Der Titel ist absolut selbsterklärend: „Kleinstadtkids“. Drei Jahre ließen sich die Beiden nach ihrem Debüt „TTB“ (Two True Brothers), holen sich unter anderem Unterstützung von Fabio Battista, Bobbe Benz und Kelvyn Colt. Wir haben das Album, das erneut über Chimperator Productions erschien, besprochen. 

Sam – „Kleinstadtkids“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Cedric: "Dort wo ich aufwuchs, gab es eine Band, die recht bekannt war. Diese Band hatte bei uns, und in der Umgebung, recht viele Auftritte – deshalb hielten wir sie immer für sehr besonders. Sie klangen auch besser als alle anderen aus unserer Gegend. Das Talent bei den Mitgliedern der Band war wesentlich größer als das der anderen Musiker. Das hörte man auch. Wenn ich aber auf Konzerten war, die ein wenig außerhalb unserer Stadt waren, hörte ich im Publikum viele Leute darüber reden, wie langweilig diese Band war. Aus irgendeinem Grund funktionierte dieser Klang, der uns bewegte, den wir mit vielen Erinnerungen verbunden, nicht. Wir haben nie ganz verstanden warum, bis wir ein Radiohead Konzert besuchten." - 5/10
  • 7/10
    Sara: "Mit 'Kleinstadtkids' haben Sam eine eingängige, gute-Laune-Platte kreiert. Ist sicher nicht jedermanns Kost, aber bezüglich dem von Cro etablierten Genre Raop ist das gute Musik, was die beiden da gemacht haben! Ein bisschen cheesy, aber genau dafür soll es ja auch stehen. Bei der Zielgruppe wird das gut ankommen und könnte auch wohlverdient im Radio laufen. Viel zu meckern gibt es eigentlich nicht, alles in allem ein schönes Album. Wer es privat hört, oder nicht ist natürlich Geschmacksache." - 7/10
  • 4/10
    Anna S.: "Auch wenn ich heimatbedingt den 'Kleinstadtkids'-Grundtenor gut nachvollziehen kann, holt mich das Album so gar nicht ab. Es ist dieser klassische leichte, freiheitsliebende Soundcharakter mit gewaltigen Pop-Auswüchsen, den man schon so oft gehört hat – Und das meist auch in stilvolleren Umsetzungen. Das Konzept schlägt voll in die Raop-Kerbe, ist dabei auch rund und stimmig – Meinen Geschmack trifft es damit aber leider so gar nicht. Innovativer wird es in diesem Rahmen dann mit ‚Slow Motion‘, der mit seinen düsteren und konträren Klängen als Ausnahmetrack hervor sticht – Die Ausführung dieses Charakterzuges würde Sam bestimmt ganz gut stehen und vielleicht auch die Kreation eines eigenen Sounds vorantreiben." - 4/10
  • 6/10
    Lukas: "'Kleinstadtkids' ist das Album, was ich von Sam erwartet habe. Das bedeutet, sie haben meine Erwartungen erfüllt, aber nicht übertroffen. Man spürt die Anstrengung, die in das Album geflossen ist – vor allem durch die zum Großteil live eingespielten Instrumente. Leider ist das in der textlichen Vielfalt eher ausgeblieben. Anders als der Titel es vermuten lässt, geht es in den meisten Songs doch eher um allgemeine Liebesgeschichten. Insgesamt mag ich die Musik gern, aber um wirklich umgehauen zu sein fehlt mir das greifbare und irgendwo auch das Anecken." - 6/10
  • 5/10
    Yannick W.: "Eigentlich sollte man meinen, dass ich bei dieser Platte mit meiner Kleinstadt-Vergangenheit eine gewisse Basis haben sollte. Leider funktioniert das am Ende nur mäßig. Das Endprodukt fällt oft derart cheesy und teils klischeebeladen aus, dass es mir stellenweise wirklich die Schamröte ins Gesicht trieb. Der hundertste Aufguss der verschiedenen Etappen der Jugend auf 'Erstes Mal' ist ein Paradebeispiel dafür. Dem gegenüber stehen allerdings sehr eingängige Produktionen, die den Sound des Vorgängers gut mit Einflüssen aus Funk oder auch Gospel würzen und eine durchweg solide Performance Sams. Einem 'Alles' hört man von der ersten Sekunde das hohe Air-Play-Potential an. Ebenfalls lobenswert erwähnt werden darf die etwas dreckigere Synth-Nummer 'Slow Motion' die mit ihrem Ausbruch aus dem Feel Good Vibe ein nettes, wenn auch zu kleines, Gegengewicht bildet. Damit ist 'Kleinstadtkids' am Ende eben genau das, was auch die Singles versprochen haben: Ein seichtes Pop-Rap Album, das der Kleinstadt huldigt. Die Fans wird das nicht enttäuschen. Um langfristig zu bestehen, ist es aber einfach immer noch zu wenig." - 5/10
  • 6/10
    Niko: "Nette Jungs aus der Kleinstadt machen nette Musik für die Kleinstadt. Unheimlich eingängig, manchmal zu soft, dann wieder recht deep, soweit es die Musik zulässt. Es läuft mir aber ein wenig zu seicht vorbei, um meine Aufmerksamkeitsspanne hoch zu halten. Gut, für das was es sein soll." - 6/10
  • 5/10
    Peter: "Ungefähr so neu wie ihr Name sind die Inhalte und Instrumentals der Brüder aus Ochsenhausen. Auf 'Kleinstadtkids' präsentiert sich Sam als Junge aus der Nachbarschaft, der den Anschluss an alte Freunde verloren hat, da er entweder ein Rapstar ist oder von seiner Freundin gesteuert wird, als Fan der Kleinstadt, denn sie ist schließlich verantwortlich für den Werdegang des Duos und als Mittzwanziger, der mit seiner Musik gegen die Zwänge unserer kapitalistischen Gesellschaft kämpft. So ganz neu ist das alles nicht. Die größte persönliche Note bekommen die Tracks durch kurze Gesprächsfetzen, die oft eine Anspielstation beenden. Mich holen die beiden damit nicht ab. Manche Hooks bleiben mir zwar länger im Kopf kleben als ich offen zugeben würde, aber andere sorgen dafür, dass ich schneller skippe als der zweite Part es womöglich verdient hätte." - 5/10
  • 6/10
    Yannick H.: "Was verheißungsvoll und mit viel Power ausgestattet beginnt ('Intro', 'Frei'), lässt genauso stark auch wieder nach. Das Brüderpaar verliert sich in Belanglosigkeiten, driftet ins Kitschige ab und bedient sich zu vieler Pop-Anleihen. Schnell ist man den Beziehungsthemen müde und wünscht sich etwas mehr Vielfalt, und nicht nur einen im Kern grundsoliden Sound. Radiopotenzial ist auf jeden Fall gegeben, was ja auch nicht immer gleichbedeutend mit dem sprichwörtlichen 'Teufel an die Wand malen' sein muss." - 6/10
5.5/10

Kurzfassung

Mit ihrer zweiten LP können Sam nur bedingt überzeugen. Zwar erfüllen sie die Erwartungen an ein seichtes, in die Raop-Kerbe schlagendes Album, schaffen es dabei allerdings nicht, mit genug neuen Ideen aufzuwarten.

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