Die Meinung der Redaktion zu „There’s Really a Wolf“ von Russ

Musik kann ein Drang sein. Wirft man einen Blick auf die Diskographie von Russ, scheint der beim Rapper aus der Alien-Hauptstadt Roswell besonders ausgeprägt zu sein. Denn bereits zum Start seiner Karriere vor rund einer halbe Dekade hagelte es Mixtapes im Monatsrhythmus. Insgesamt neun Releases häuften sich so in nur zweieinhalb Jahren an, bevor Russ den Output wieder etwas zurückschraubte. Grund dafür war das Debütalbum des 24-jährigen. Rund drei Jahre und über ein Dutzend Soundcloud-Releases später stand die Platte „There’s Really a Wolf“ dann endlich in den Regalen, bereits im Vorhinein mit Gold und Platin für die Auskopplungen ausgezeichnet und komplett in Eigenregie entstanden. Features sucht man vergeblich, auch von den Beats bis zum Mastering ließ der Wahl-New Jerseyier keine fremde Hand an seine erste LP. Wir haben die 20 Song starke Platte besprochen. 

Russ – „There’s Really a Wolf“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Yannick W.: "Dass Russ ein verdammt guter Musiker ist, steht wohl außer Frage. Ob er sich mit seiner Musik allerdings auch abheben kann, ist eine andere Frage. Denn auch wenn 'There's Really a Wolf' beim Hören Spaß macht, Gute Laune bereitet und durch seine Sound-Vielfalt besticht, bekommt man von Russ nichts serviert, das man so noch nicht gehört hat. Der Weg ganz alleine zum Star, die falschen Freunde, die Ex, eine Hand voll Lovesongs, der ein oder andere Battle-Track... man kennt das alles bereits. Das Erzählen von Geschichten, die ein Künstlerprofil schaffen könnten, bleibt leider aus. Dafür macht es musikalisch umso mehr Spaß. Die Beats sind nicht zu aufdringlich, folgen einer klaren Struktur, Russ performt mit einer angenehmen Mischung aus Gesang und Rap und liefert ein entspanntes Sommeralbum um den Einweggrill auszupacken und aufs Wasser zu schauen. Sofern man es verkraften kann, dabei nicht allzu genau auf die Inhalte achten zu müssen." - 6/10
  • 7/10
    Lukas: "Schon seit einigen Jahren verfolge ich Russ Geschichte. Von drei Alben, die eher wenig erfolgreich waren, über das Erklimmen des Soundcloudthrons, bis zum ersten Major-Album war es ein weiter Weg. Noch weiter ist er, wenn man, wie Russ es nicht müde wird zu betonen, alles selbst schreibt, produziert, aufnimmt, abmischt, mixt und mastert. Von vielen seiner Songs bin ich ein Fan, von einigen auch nicht, was bei einem so großen Katalog nicht ausbleibt. Er hat also alles was er erreicht ohne Frage verdient, trotzdem war ich von seinem Album etwas enttäuscht. Nicht nur wegen der 20(!!!) Songs, sondern auch die Richtung, in die er geht. Für mich waren es viel zu viel komplett ruhige, weichgespülte, geflüsterte Balladen. Die kann er gut, keine Frage, aber ich hätte mir von seinem Major-Debüt sowohl mehr Diversität, als auch straight up-Rap erhofft. Songs wie 'Do it myself' oder 'Pull the Trigger'. Davon hat er so viele gute und mit Sicherheit auch noch einige unbenutzt auf der Festplatte. Ansonsten für mich ein talentierter Musiker wie er im Buche steht. Bin gespannt, was noch kommt." - 7/10
  • 5/10
    Cedric: "Was mach ich für mein Debütalbum? Die Welt soll wissen, wer ich bin. Sie sollen wissen, dass ich alles selbst mache. Am besten ist es, ich schreibe einfach ein paar Songs darüber, wie krass ich bin. Damit der Pöbel das auch WIRKLICH versteht mach ich am besten einfach 16 Songs darüber. So ein Album darf aber auch nicht langweilig werden. Hm. Vielleicht mach ich einfach noch ein paar Liebeslieder. Menschen LIEBEN Liebeslieder. Steckt ja schon im Wort. Hehe. Ich bin smart." - 5/10
  • 6/10
    Marvin: "Russ ist bei mir seit 'Pull the Trigger' auf dem Radar, allerdings auch eher weiter unten. Mir ist er schon länger ein Begriff, allerdings hat er es irgendwie nie geschafft, mich vollends zu überzeugen. Sein Album 'There's Really a Wolf' sollte mich dann hoffentlich auf die richtige Seite bringen. Mein Problem mit Russ ist, dass er zwar ein talentierter Rapper ist, dessen Musik auch definitiv hörbar ist, allerdings ist er mir zu austauschbar. Nichts an ihm bleibt wirklich hängen, obwohl er gute Lieder hat. Diese könnten aber auch von jedem anderen Rapper sein, da bei den Songs einfach das Komplettpaket aus Beat,  Flow und Delivery stimmt. Beim Album ist eben das das Problem: Songs wie 'Pull the Trigger' oder 'What They Want' sind Hits, was aber nicht an Russ direkt liegt. Klar hat er einen maßgeblichen Anteil daran, allerdings kannte ich beide Songs vorher, wusste eine lange Zeit aber nicht, dass die von Russ sind. Manche Songs auf dem Album spiegeln 'Durchschnittlichkeit' wider und klingen dementsprechend. Irgendwie werde ich auch nach dem Album nicht warm mit Russ, auch wenn mir einige Songs, außerhalb der vorher veröffentlichten, gefallen haben. Durch die o.g. Gründe zieht das Album, mit wenigen Ausnahmen, einfach an mir vorbei." - 6/10
  • 5/10
    Elias: "Russ' neues Album 'There’s Really a Wolf' fing überraschender Weise ganz gut an, also für meinen Geschmack. Leider konnte sich dies nicht über die komplette Platte halten. Mir ist leider einfach zu viel Gesang mit drin. Er hatte allerdings ein paar klassisch angehauchte Rap Tracks, die ich sehr gut fand. Die Beats die Russ hat, finde ich größtenteils sehr ordentlich und wenn man bedenkt, dass er alles selber macht, dann hat er auf jeden Fall meinen Respekt. Dennoch trifft das neue Album nicht wirklich meinen Geschmack und kann daher nicht wirklich überzeugen. Nochmal werde ich es mir wahrscheinlich nicht anhören. Es nebenbei zu hören, ist allerdings sehr entspannt. Die Platte ist mir jedoch auch etwas zu lang. Mit ihren 20 Tracks hat Russ ordentlich abgeliefert. Das positive dran ist, dass ich nicht finde, dass es in der Länge an Qualität verliert. Letztendlich ist meine subjektive Meinung, die für die Punktzahl verantwortlich ist." - 5/10
  • 7/10
    Jakob: "Dass Russ ein begnadeter Sänger und Rapper ist, stellt er mit diesem Album unter Beweis. Aber irgendwie bleiben mir die Gesangsparts mehr hängen als seine Rapskills. Dabei muss sich Russ raptechnisch vor niemandem verstecken, ganz im Gegenteil. Aber thematisch und textlich kann er bei mir leider zu selten etwas auslösen. Es dreht sich vieles um "Ich habs jetzt geschafft und mache alles alleine" und dabei hat das Album ganze 20 Songs. Natürlich bedient er auch eine etwas melancholischere Schiene, die er mit seinem schönen Gesang krass untermauern kann. So ganz komplett will der Funke irgendwie aber nicht bei mir überspringen, die zweite Hälfte des Albums versinkt zwar nicht in Austauschbarkeit, aber richtig hängen bleibt nicht viel. Aber das scheint hier auch gar nicht Russ Anspruch gewesen zu sein. Einzigartig genug ist er eh dadurch, dass er einfach alles komplett alleine macht. Und sind die Beats zwar oft eher minimalistisch gehalten, so passen sie perfekt zu Russ' Raps und Gesangseinlagen. Und das gefällt mir sehr. Russ ist wohl einer von wenigen, die den Beat mittragen und nicht zu sehr vom Beat abhängt. Am Ende bleibt mir trotz der oft thematischen Eintönigkeit ein gutes Album, welches um einige Tracks gekürzt hätte werden müssen. Russ ist mit seinen Skills trotzdem vielen weit voraus." - 7/10
  • 6/10
    Sara: "Erstmal vorweg: ich bewerte mit sechs Punkten, da ich jetzt schon weiß, dass ich die Platte nicht wirklich viel hören werde. Und ein bisschen drauf kleben bleiben ist meiner Meinung nach irgendwie Voraussetzung. An sich gibt es nicht viel auszusetzen... es ist so ein komisches Phänomen von "Kein Song ist schlecht", aber wirklich flashen tut es mich leider nicht. Es sind einige wirklich gute Tracks dabei und das ganze ist unüberraschenderweise makellos ausproduziert. Aber Ohrwürmer fehlen und ich würde das bspw. nur beim Kochen nebenbei laufen lassen. Irgendwas fehlt mir da." - 6/10
6/10

Kurzfassung

Auch wenn Russ sich auf „There’s Really a Wolf“ als starker Rapper, Sänger und Produzent unter Beweis stellt, kann sein Debüt nur Bedingt überzeugen. Grund dafür ist die mangelnde inhaltliche Vielfalt inklusive zahlreicher Wiederholungen.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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