Die Meinung der Redaktion zu „Marke Eigenbau“ von Rec-Z

Auch wenn es mittlerweile beinahe gänzlich in Vergessenheit geraten ist: Das VBT hat vor einigen Jahren den ein oder anderen Künstler hervorgebracht, denen das Battlen via YouTube ein Karriere ermöglichte und uns teils sogar ziemlich starke Releases bescherte. Doch auch vor Künstlern wie Weekend, 3Plusss oder Lance Butters, die mittlerweile bei einigen der größten Hip-Hop-Labels in Deutschland untergekommen sind, gab es das Turnier bereits. Gestartet wurde es nämlich im Jahr 2007. Noch nicht unter der Aufmerksamkeit mehrerer 10.000 Jugendlichen verpasste Rec-Z in der zweiten Runde des rappers.in Turniers knapp den Titel. Es folgten einige Free-Downloads, bevor der Wahl-Oldenburger im Jahr 2013 sein Debütalbum „Kolibri“ vorlegen konnte. Nun, weitere vier, weitestgehend stille Jahre später, präsentiert Rec-Z einen Nachfolger. Als Unterstützer holt er sich dafür neben seinem Produzenten Perino auch einige VBT-Veteranen wie Duzoe, Kico, Scotch und Calli seine Seite. Wir haben „Marke Eigenbau“ besprochen.

Rec-Z – „Marke Eigenbau“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Peter: "Der Sympathieträger aus dem Raum Hannover ließ sich überdurchschnittlich lange Zeit für den Nachfolger seines Debüts 'Kolibri', welches Anfang 2013 erschien. Die 'Entschuldigung' liefert Rec-Z direkt mit Titel des Albums: Da er nahezu alles selber bewerkstelligte, dauerte es eben etwas länger. Während seine Stimme – rein Akkutischtisch irgendwo zwischen Marteria und Motrip einzuordnen - meinen Geschmack trifft, klingen die Instrumentals meiner Meinung nach stellenweise zu verschieden. Das ist solange nicht schlimm, als das sich seine Musik mehr durch seine Texte auszeichnet. Sein Geschmack zum Konträren zeigt sich jedoch auch in den Thematiken, welche er Anspricht. Von klassischen Representern ('Magisches Dreieck‘), über emotionale Tracks ('Stimme'), bis hin zu Possetracks ('Meine Texte sind') ist alles dabei. Meinen Geschmack treffen einige Anspielstationen mitten ins Schwarze, während ein, zwei Tracks daran vorbeidriften. Man hört dem Release die Arbeit heraus. So klingt alles nach sehr viel Liebe zum Detail, aber auch teilweise zu verkopft." - 7/10
  • 7/10
    Anna S.: "Sehr einnehmende Stimme und Atmo. Mir gefällt die düstere Soundkulisse, die Rec-Z stimmlicher Präsenz den passenden Nährboden liefert. 'Marke Eigenbau' scheint das Konzept des Albums ganz treffend wiederzugeben – Rec-Z erzählt mal absurde, mal persönlichere Storys und schafft es stets die passenden lyrischen Bilder zu malen. Interessant und eingängig – Dennoch finde ich den raschen Wechsel zwischen Pathos und Klamauk auf Dauer etwas anstrengend." - 7/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Beeindruckend, wie viel Charisma die Stimme in sich trägt und wie konträr sie zum unscheinbaren, blassen Mann auf dem Cover ausfällt. Gepaart mit den oft drückenden und sehr basslastigen Instrumentals entsteht ein wunderbar einheitlicher Vibe, der das Album trägt und dank seiner Konsequenz sehr eingängig gestaltet. Lediglich das permanente Switchen der inhaltlichen Ideen schmälert das Gesamtpaket. So schwankt 'Marke Eigenbau' neben klassischen Representern inhaltlich zwischen zwei Extremen: düsteren, ernsten Zeigefindersongs aber auch klamaukigen Texten, wie sie besonders auf 'Bauarbeiter' herausstechen. Damit will am Ende trotz ineinander greifendem Soundbild kein durchweg stimmiges Gesamtprojekt entstehen. Spaß bereitet 'Marke Eigenbau' dennoch, alleine schon, wegen der sehr prägnanten Performance des Protagonisten." - 7/10
  • 7/10
    Shana: "'Marke Eigenbau' ist das erste Album, das ich von Rec-Z höre und er hat mich echt positiv überrascht. Das Hauptargument ist definitiv seine markante Stimme, die schon beinahe Marteria Konkurrenz macht. Die Platte kommt aus einem Guss daher und ist mir stellenweise lediglich etwas zu pathetisch – ist eben Geschmackssache. Von mir als Crazycatlady bekommt er außerdem selbstverständlich noch Props für den 'Katze'-Track. Wer Rec-Z also nicht auf dem Schirm hat, gönnt euch die Platte doch mal, da macht ihr echt nix verkehrt." - 7/10
  • 6/10
    Lukas: "Auf jeden Fall gute Ideen und Ansätze. Von den Beats bin ich sehr überzeugt. Leider sind die vielen gewählten Themen total durcheinander und witzige Songs aus verschiedenen Rollen wechseln sich direkt ab, mit ernsten und tiefgründigeren Tracks. Das macht es sehr unübersichtlich und nimmt auch irgendwie die Ernsthaftigkeit. Außerdem für mich zwischendurch definitiv eher zu flache Wie-Vergleiche. Soundbild und Stimme haben gepasst, der Rest hat mich kurz abgeholt und dann wieder stehen lassen." - 6/10
  • 7/10
    Sara: "Ich hatte direkt einen Zugang zu 'Marke Eigenbau'. Rec-Z überzeugt mich mit seinem eigenen Style, sowas rechne ich Rappern heutzutage hoch an. Hätte mir nur ein bisschen mehr Variation im Flow gewünscht... ein bisschen mit der Stimme spielen, damit man eben den Vibe eines Songs besser steuern kann und bisschen Pepp reinbringt. Hatte nämlich das Gefühl, dass keine allzu große Abwechslung da ist. Aber alles in allem ein solides zweites Album!"  - 7/10
6.8/10

Kurzfassung

Mit seinem zweiten Album liefert Rec-Z solide ab, kann besonders durch die Atmosphäre und den gekonnten Einsatz seiner markanten Stimme punkten. Dennoch kommt das Album insgesamt mit zu wenig Struktur daher, ein Problem, dass das Gesamtbild schmälert.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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